Mia Julia spricht erstmals über Morddrohungen: „Seit Jahren streite ich mich mit Nazis“
Während ihres Auftritts auf dem „Glücksgefühle“-Festival in Hockenheim, das in der Kritik steht, unterbrach die Sängerin Mia Julia ihr Programm für ein persönliches Statement. Wie die Zeitung „Bild“ berichtet, sprach die Künstlerin auf der Bühne erstmals über schwere Anfeindungen aus der rechtsextremen Szene. Demnach wird die Musikerin seit fast einem Jahrzehnt mit dem Tod und mit Vergewaltigung bedroht.
Mia Julia verrät: Ein Vorfall auf Mallorca löste die Drohungen aus
Auslöser für die langjährigen Einschüchterungsversuche war ein Eklat im Jahr 2017 an der Playa de Palma. „Bei diesem Abriss sehe ich auf einmal mehrere Nazis stehen. Hammerskins. Mir war sofort klar: Keine Party für Nazis bei meiner Show!“
Die Sängerin stoppte damals sofort das Konzert und setzte den Auftritt erst fort, als die Störer des Saales verwiesen wurden. Zu den darauffolgenden Konsequenzen sagte Mia Julia, die letztes Jahr von ihrer schweren Jugend erzählte, auf der Festivalbühne: „Ich habe damals Morddrohungen und Vergewaltigungsdrohungen bekommen. Das zieht sich bis heute. Das habe ich noch nie öffentlich gemacht. Seit fast 10 Jahren streite ich mich mit Nazis.“
Mia Julia: „In der heutigen Zeit können wir nicht den Mund halten“
Die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Gruppierungen begleitet die Künstlerin nach eigenen Angaben bereits seit ihrer Jugendzeit in einem Dorf. Wie „Bild“ weiterschreibt, kam es schon in ihrer Vergangenheit zu gewalttätigen Übergriffen. „Ich bin auf dem Dorf groß geworden, da habe ich mich schon mit 15 Jahren mit Nazis rumgestritten, die haben mich sogar durch den Raum geschlagen“, verrät die Sängerin auf der Bühne.
Die Sängerin rief ihr Publikum in Hockenheim dazu auf, aktiv gegen Ungerechtigkeit vorzugehen und Haltung zu zeigen. In ihrer Rede betonte sie, dass sie auch weiterhin für Vielfalt und Toleranz einstehen werde. „Ich liebe Blau. Und ich hole mir die Farbe wieder zurück“, so Mia Julia. „Ich stehe für Toleranz, für Vielfalt, für freie Liebe. In der heutigen Zeit können wir nicht den Mund halten. Wir müssen den Mund aufmachen, um gewisse Augen zu öffnen. Ich stehe immer wieder auf, wenn ich Ungerechtigkeit erfahre und sehe.“