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Michael Burry verkauft Nvidia- und Palantir-Puts: Was der Rückzug wirklich bedeutet

Technologie

Der Investor aus „The Big Short“ trennt sich von seinen Dezember-Puts auf Nvidia und Palantir. Das klingt nach Kapitulation vor der KI-Rally. Die Zahlen sagen etwas anderes.

Michael Burry hat am Mittwoch in einem Substack-Beitrag mitgeteilt, dass er im September Risiko herausgenommen hat. Er kürzte sämtliche Positionen, hält nun Cash und schrieb, er bleibe gern darauf sitzen, während er beobachte, wie sich die Märkte entwickeln. Konkret verkaufte er die Dezember-2026-Puts auf Nvidia und Palantir vollständig. Seine drei größten Long-Positionen bleiben nach der von ihm genannten Reihenfolge Lululemon, Molina Healthcare und MercadoLibre, die drei größten Short-Positionen Oracle, Palantir und Nebius.

Burry: Nicht die These, sondern die Laufzeit

Wer daraus einen Sinneswandel liest, hat den Beitrag zu schnell überflogen. Verkauft wurde nicht die Meinung, sondern die kürzeste Laufzeit. Die Puts mit Fälligkeit 2027 auf Palantir und auf den Nasdaq-100-ETF QQQ liegen unverändert im Depot. Seine Short-Positionen in Aktien machen nach eigener Offenlegung – ohne jede Option gerechnet – mehr als 21 Prozent des Portfolios aus. Und der Vorwurf, der hinter allem steht, ist derselbe geblieben: Palantirs Forderungen sind in neun der vergangenen zwölf Quartale schneller gewachsen als der Umsatz.

Nvidia und Palantir: Die Rechnung gegen die Uhr

Der Grund steht in der Optionsmathematik. Die Dezember-Kontrakte lagen nach früheren Offenlegungen bei Basispreisen um 110 Dollar auf Nvidia und um 100 Dollar auf Palantir. Nvidia schloss am 9. September bei 223 Dollar. Der Kurs hätte bis zum Verfall am 18. Dezember also gut 50 Prozent verlieren müssen, damit diese Puts überhaupt ins Geld laufen. In den verbleibenden gut drei Monaten arbeitet der Zeitwert dabei gegen den Käufer wie ein Eisblock im Kofferraum: Am Anfang verliert er langsam, kurz vor Schluss schmilzt der Rest in Tagen. Zum Maßstab: Der Nasdaq 100 schloss das Jahr 2022 mit einem Minus von rund 33 Prozent ab. Burry verlangte von Nvidia also mehr Absturz in einem Quartal, als der Index in zwölf Monaten Bärenmarkt geschafft hat.

Noch unangenehmer ist diese Nachrichtenlage. Palantir hat Nebius am Dienstag zum bevorzugten Partner für souveräne KI-Infrastruktur gemacht, die Nebius-Aktie legte daraufhin kräftig zu. Damit hat eine einzige Meldung gleich mehrere seiner größten Short-Positionen auf einmal getroffen. Und die Aktie, die er als seinen dicksten Long bezeichnet, Lululemon, muss erst noch liefern.

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