Michael Schumacher: Jubiläum in Monza
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Vor 10.955 Tagen leuchtete über Maranello ein neuer roter Stern. Michael Schumacher (damals 27) feierte seinen ersten Ferrari-Sieg im heimischen Monza. Der 8. September 1996 sollte die Geburtsstunde des neuen Renngottes der Tifosi werden. 30 Jahre später würdigt Ferrari beim Großen Preis von Italien in Monza die unvergleichliche Ära des siebenmaligen Formel-1-Champions und hüllt die beiden aktuellen Renner von Lewis Hamilton (41) und Charles Leclerc (28) in ein Schumi-Kleid – sie fahren in der gleichen Lackierung von damals.
Der Deutsche hinterließ nicht nur wegen seiner fünf WM-Titel für Ferrari unverwischbare Spuren – er krempelte den italienischen Mythos-Rennstall in seinen elf Jahren total um. Piero (81), Sohn von Gründer Enzo Ferrari (gestorben 1988 im Alter von 90 Jahren): „Zu Michaels Zeiten veränderte sich unsere Arbeitsweise grundlegend. Ich erinnere mich daran, dass er die Telemetriedaten mit nach Hause nahm, um jedes Detail seines Fahrens zu untersuchen. Er wollte verstehen, wo er sich verbessern und an welchen Stellen der Strecke er den Unterschied ausmachen konnte.“
Der Sohn des Ferrari-Gründers lobt Schumacher, der nach seinem Skiunfall 2013 weiter zurückgezogen in Behandlung ist: „Ich glaube, diese Fähigkeit, die eigene Arbeit zu analysieren und ständig nach Möglichkeiten zur Verbesserung zu suchen, ist eines der bedeutendsten Vermächtnisse, die er Ferrari hinterlassen hat.“ Und noch etwas verstand Schumi wie kein anderer: Er ließ die Fans spüren, dass er einer von ihnen ist. Und noch ein Kompliment des Ferrari-Sohnes: „Michael eroberte einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen.“
Ferrari ehrt Michael Schumacher in Monza
Die Tifosi fragen sich seit der letzten Fahrer-WM 2007 durch Kimi Räikkönen (46): Wann kommt der Schumi-Glanz zurück? Hamilton, auch siebenmaliger Champion, wurde vergangenes Jahr von Mercedes nach Maranello gelockt. Kein Sieg, keine Pole, kein Podiumsplatz 2025. Noch nüchterner die Zahlen des Teamduells gegen Leclerc. 5:19 im Qualifying, 3:18 im Rennen. Erst in diesem Jahr wieder in der Erfolgsspur: Hamilton gewann im Ferrari in Spanien, liegt aktuell auf Platz zwei der Fahrer-WM. Allerdings 59 Zähler hinter Youngster Kimi Antonelli (20) zurück (183:242).
Hamilton beklagte sich schon im vergangenen Jahr: „Ich mache Vorschläge, aber keiner hört auf mich.“ Das war bei Schumi anders. Das Dreigestirn mit Teamchef Jean Todt (80) und dem Technischen Direktor Ross Brawn (71/kam 1997 dazu) war einig, einzigartig und unschlagbar. Ferrari im Jetzt-Zustand mit Teamchef Fred Vasseur (58/seit 2023 im Amt) bekommt es teamintern nicht auf die Reihe, an einem Strang zu ziehen. Falsche Rennstrategien kosteten nicht nur Fernando Alonso (45) bei seinem Ferrari-Gastspiel (2010 bis 2014) zwei WM-Titel, sondern sorgten auch in den vergangenen Jahren immer wieder für Podiums- und Punktverluste. Bei Ausreden und Schönreden waren die Roten nie verlegen.
Hamilton wurde vor dem Monza-GP die Tragweite dieses Wochenendes bewusst: „Wenn ich hier gewinnen würde, wäre das Neuland. Zum ersten Mal mit Ferrari in Monza zu gewinnen, ist etwas …“ Da blieben selbst dem siebenmaligen Champion die Worte im Halse stecken. Nach außen demonstrierte Hamilton schon mal Glanz und Glamour. Als er mit einem gerade privat erworbenen Ferrari F40 im Fahrerlager vorfuhr, schwärmte er: „Das Auto hat nur originale 69 Kilometer drauf und hat auch noch die Motornummer 44.“ Das ist seine Startnummer seit 2014 (obwohl ihm als Weltmeister die Nr. 1 zugestanden hätte) und war schon seine Startnummer im Kart.