Micron mit 88 Prozent Marge bei PC-Speicher
Micron hat am 30. September 2026 seinen Quartalsbericht für das am 3. September beendete vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 veröffentlicht. Relevant ist der Bericht für alle, welche in den kommenden Monaten einen neuen PC, ein Notebook oder aber ein Smartphone kaufen wollen.
Seit dem Ende der Marke Crucial im Februar 2026 verkauft Micron zwar keine Speicherkits und SSDs mehr an Endkunden, beliefert aber weiterhin die Gerätehersteller. Die Zahlen zeigen eine Sparte, die weniger Speicher ausliefert und trotzdem kräftig wächst. Zugleich kann der Hersteller selbst kein Ende der Knappheit absehen.
Die Speicherkrise wird zur Gewinnmaschine
Micron hat seinen Quartalsumsatz binnen eines Jahres nahezu verfünffacht. Im Vorjahresquartal waren es noch 11,32 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn nach US-Bilanzierungsstandard ("GAAP") stieg im selben Zeitraum von 3,20 auf 37,70 Milliarden US-Dollar, die Bruttomarge von 44,7 auf 86,8 Prozent. Im zweiten Geschäftsquartal hatte der Umsatz noch bei knapp 24 Milliarden US-Dollar gelegen.
Wie stark das Wachstum auf Preisen beruht, zeigt eine Zeile im offiziellen Finanzbericht: Die Herstellungskosten der verkauften Produkte stiegen im Jahresvergleich nur von 6,26 auf 7,18 Milliarden US-Dollar. Einem Umsatzplus von rund 380 Prozent stehen damit rund 15 Prozent höhere Kosten gegenüber.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 weist Micron 133,19 Milliarden US-Dollar Umsatz nach 37,38 Milliarden US-Dollar im Vorjahr aus. Der Nettogewinn liegt bei 84,97 Milliarden US-Dollar.
Micron-Chef Sanjay Mehrotra versieht den Boom inzwischen mit einem neuen Etikett: KI entwickle sich gerade zur "Super Intelligence", und Speicher verstärke diese Intelligenz. Zum Ende des Geschäftsjahres verfügt Micron über 73,48 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und Wertpapieren.
Microns Geschäft mit PC- und Smartphone-Herstellern
Microns Geschäftsbereich Mobile and Client ("MCBU") hat im vierten Geschäftsquartal 2026 einen Umsatz von 13,11 Milliarden US-Dollar erzielt und dabei eine operative Marge von 88 Prozent erreicht.
Ein Jahr zuvor waren es 29 Prozent. Damit arbeitet die Sparte profitabler als das Rechenzentrumsgeschäft Core Data Center ("CDBU"), welches trotz des KI-Booms zuletzt "nur" auf 85 Prozent gekommen ist.
Bei der Bruttomarge liegen beide mit 90 Prozent gleichauf. Bei Mobile and Client schlagen die Betriebskosten aber nur mit zwei Prozentpunkten zu Buche. Rechnerisch ergibt das einen operativen Gewinn von rund 11,5 Milliarden US-Dollar in drei Monaten.
Gegenüber dem Vorquartal wuchs der Umsatz der Sparte um 14 Prozent, so wenig wie in keinem anderen Geschäftsbereich. Als einziger der vier Bereiche hat Mobile and Client zugleich weniger Speicherkapazität ausgeliefert.
Das Plus geht laut Micron auf höhere Preise zurück, die den Rückgang mehr als ausgleichen.
Aus Käufersicht ist die Höhe der Marge zweitrangig. Entscheidend ist der Mechanismus dahinter: Gerätehersteller zahlen für dieselbe Speichermenge erheblich mehr und dürften das über die Preise von Komplett-PCs und Smartphones weitergeben.
Das Endkundengeschäft hat Micron abgegeben. Über diesen Umweg zahlen die Endkunden trotzdem mit und bescheren Micron neue Rekordgewinne.
Microns Geschäftsbereiche im vierten Geschäftsquartal 2026
Micron peilt im nächsten Quartal 61,5 Milliarden US-Dollar an
Micron erwartet, dass DRAM und NAND-Flash in den Jahren 2027 und 2028 noch deutlich knapper werden, und rechnet in beiden Jahren mit einem durch das Angebot begrenzten Markt. Das Wachstum der ausgelieferten Bits hält mit der Nachfrage nicht Schritt. Branchenweit liegt es laut Micron im niedrigen 20-Prozent-Bereich bei DRAM und im mittleren 20-Prozent-Bereich bei NAND.
Man habe "keine Sicht darauf, wann Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht kommen", heißt es in der Präsentation zu den Quartalszahlen.
Für das bis Anfang Dezember laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 nennt Micron eine Prognosespanne von plus/minus 1,5 Milliarden US-Dollar und eine bereinigte Bruttomarge von rund 86,25 Prozent.
Großkunden sichern sich ihren Anteil über mehrjährige Lieferverträge und haben dafür im Geschäftsjahr 2026 bereits 12,75 Milliarden US-Dollar angezahlt.
Für Käufer zählt von allen Prognosen vor allem der Zeitplan für neue Fertigungskapazität. Die Nettoinvestitionen hat Micron im Geschäftsjahr 2026 auf 27,37 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Für das Geschäftsjahr 2027 sollen sie höher ausfallen als bislang geplant. Den Großteil des Aufschlags steckt Micron in zusätzliche Reinraumfläche, die erst ab 2028 schrittweise in Betrieb gehen soll.
Im Dezember 2025 hatte Micron noch von Engpässen gesprochen, die über das Kalenderjahr 2026 hinaus anhalten.
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