Micron, SanDisk, Intel, Marvell und Co massiv unter Druck - die Gründe
Wie gewonnen, so zerronnen: Auf die massiven Kursgewinne bei den US-amerikanischen KI-Aktien am Montag setzen einen Handelstag später wieder deutliche Gewinnmitnahmen ein. Die Euphorie, die Anthropic noch zu Wochenbeginn entfachen konnte, ist schnell wieder verpufft. Die Gründe für die roten Vorzeichen. Steigende Renditen besonders lang laufender US-Anleihen, die sogar auf Mehrjahreshochs notieren und weiter kletternde Preise für Öl aufgrund des anhaltenden Kriegs im Iran lassen die Nachfrage der Anleger nach risikoreicheren, technologielastigen Anlagen fallen. "Die Lage im Nahen Osten spitzt sich eindeutig wieder zu, und die langfristigen Zinsen steigen – und das sind Faktoren, die letztendlich den Wert von Aktien untergraben", meint Emma Moriarty, Portfoliomanagerin bei der britischen CG Asset Management. Der besonders finanzierungsabhängige US-Technologiesektor steht am Dienstag daher besonders unter Druck. Im Dow Jones verliert KI-Darling Nvidia zur Stunde gut zwei Prozent. Die rote Laterne geht indes an Caterpillar. Der Blue Chip wird ebenfalls als Gewinner des Megatrends KI gespielt. Noch deutlichere Kursverluste sind bei KI-Aktien im S&P 500 zu verzeichnen. Besonders stark trifft es hier die Speicherchip-Hersteller: Die Anteile von SanDisk knicken zur Stunde knapp neun Prozent ein, für die Aktie von Seagate Technology geht es satte acht Prozent nach unten. Sieben Prozent verlieren die KI-Gewinner Intel, On Semiconductor, Monolithic Power Systems und der Flüssigkeitskühlungsexperte Vertiv. Auch der AKTIOÄR-Depotwert Micron Technology kann sich dem schwachen Umfeld für KI-Aktien nicht entziehen. Zur Stunde verliert der Titel ebenfalls sieben Prozent an Wert. Der gestrige Ausflug über die Marke von 1.000 Dollar wurde damit bereits wieder jäh beendet.