Microsoft: „Risiken eingehen, die sich sonst niemand zutraut“
San Francisco. Der Frust saß tief bei Satya Nadella. „Ich möchte nicht IBM sein, und OpenAI soll nicht Microsoft sein“, schrieb der Microsoft-Chef 2022 in einer internen E-Mail vor dem Start von ChatGPT, dem Textroboter von OpenAI. Was er damit meinte, erklärte er im Mai im Rahmen eines Gerichtsverfahrens in Oakland: Microsoft sollte nicht seine Führungsrolle im Tech-Sektor verlieren, so wie einst IBM, weil es einen Boom wie den der Künstlichen Intelligenz (KI) verpasst.
Tatsächlich hat es Microsofts eigene KI-Ingenieure 2022 allerdings „umgehauen“, als sie ChatGPT sahen: Der Tech-Riese hatte ein Megathema verschlafen. Nadella schaltete schnell – und intensivierte die Partnerschaft mit OpenAI. Heute entwickelt sein KI-Chef Mustafa Suleyman eigene Modelle. Noch sollen diese spezielle Aufgaben erfüllen, wie es im Umfeld des Konzerns heißt, in wenigen Jahren dann aber an der Spitze der Entwicklung stehen.
Das KI-Wettrennen geht also weiter, der Druck steigt. Nur eine Abteilung wird erstaunlich selten genannt, wenn es um die Entwicklung führender Modelle geht: Microsoft Research (MSR), die mehr als 1000 Köpfe zählende Forschungseinheit des Konzerns. Warum eigentlich?