Midterms: „Sie wollen eure Kinder verstümmeln“ - Trump setzt voll auf Angst
Washington, San Francisco, Palm Beach, Dalton. Donald Trump stützt sich lässig mit seinen Händen auf seinem Rednerpult ab. Macht eine kleine Pause und schaut mit ernster Miene ins Publikum. Dann legt er los: „Wenn Sie in Frankreich brennende Kirchtürme und lodernde Feuer sehen, denken Sie einfach daran, dass genau das die radikalen Demokraten mit Amerika vorhaben“, sagt der US-Präsident bei einer Wahlkampfveranstaltung in Kansas zu Beginn der Woche.
Hinter Trump stehen Dutzende seiner Fans, sie tragen rote Kappen mit der Aufschrift „USA“. Sie buhen, als er diese Worte sagt, schütteln ihre Köpfe, um zu signalisieren, wie recht ihr Idol auf der Bühne hat. Frankreich werde „von Dschihadisten und Kommunisten erobert, geplündert und niedergebrannt“, legt Trump nach.
Seit Anfang Oktober reist der US-Präsident von Bundesstaat zu Bundesstaat, um zu retten, was noch zu retten ist, für die Zwischenwahlen am 3. November. Denn in Umfragen sieht es immer schlechter aus für die republikanischen Kandidaten, die ihre Ämter im US-Senat oder US-Repräsentantenhaus in Washington halten oder neue gewinnen wollen.
Dass Trump überhaupt in Kansas Wahlkampf machen muss, ist nur eines der Zeichen für diesen Niedergang – der US-Bundesstaat hat seit 1930 keinen demokratischen Senator mehr gewählt und gilt eigentlich als tiefrot.