Migranten in Ceuta: Spanien will 500 minderjährige Ceuta-Flüchtlinge aufnehmen
Nach der Ankunft und Abreise von Zehntausenden Migrantinnen und Migranten auf der spanischen Exklave Ceuta will Spanien rund 500 besonders schutzbedürftige unbegleitete Minderjährige auf das Festland bringen. Das bestätigte die spanische Integrationsministerin Elma Saiz beim Radiosender RNE. Die Regierung in Madrid arbeite dazu eng mit den örtlichen Behörden an einer Lösung. Geplant sei, die Kinder von Kinderschutzorganisationen in geeigneten Einrichtungen auf dem Festland betreuen zu lassen. Später sollen sie an mögliche Pflegefamilien vermittelt werden. Dazu ist laut spanischen Medienberichten »die verbindliche und solidarische Aufnahme von Minderjährigen durch alle Regionen« vorgesehen. Genauere Angaben könne man noch nicht machen, sagte Saiz. Bei allen Maßnahmen müsse aber das »übergeordnete Interesse des Kindes« an erster Stelle stehen, sagte sie. Die Zahl von 500 Minderjährigen sei dabei vorläufig und könne sich noch ändern. Ceuta werde bei der Überführung nach Spanien mit 25 Millionen Euro unterstützt, zudem habe man bei der EU Nothilfemittel beantragt. Weiterhin 5.000 Menschen in Ceuta Seit der Massenankunft Geflüchteter Ende Juli hat die spanische Nationalpolizei in Ceuta 2.168 unbegleitete Minderjährige identifiziert und den Behörden der Exklave übergeben, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE. Insgesamt waren den Schätzungen zufolge rund 80.000 Menschen teils schwimmend in Ceuta angekommen. Der Großteil von ihnen kehrte kurze Zeit später nach Marokko zurück.