Miguel Oliveira: Was in der Superbike
Auch wenn sich mit der Einführung des Sprintrennens in der MotoGP das Format der beiden wichtigsten Motorradrennserien auf den ersten Blick angenähert hat, bestehen weiterhin signifikante Unterschiede. So finden an einem Rennwochenende in der Superbike-WM drei Rennen statt, in der Königsklasse nur zwei. Auch die Abfolge und Bedeutung der Trainings und Qualifyings unterscheiden sich. Die Unterschiede bekommen die Fahrer zu spüren, die von der einen in die andere Serie wechseln – so wie Miguel Oliveira. Der Portugiese fuhr 2025 in der MotoGP für Pramac Yamaha und in diesem Jahr für das ROKiT BMW-Werksteam in der Superbike-WM. Für den Routinier haben beide Formate Vor- und Nachteile. «Dass wir in der Superbike-WM am Freitag zwei freie Trainings haben, ist entspannender», sagte der 31-Jährige. «Denn egal was passiert, man muss sich nicht um eine Vorqualifikation kümmern, sondern kann ausschließlich für die Rennen arbeiten. Das hilft, einen offenen Geist zu haben, um Dinge auszuprobieren und dabei auch mal einen Fehler machen zu können. Man hat nicht den Stress, am Ende mit einem neuen Reifen eine schnelle Zeit fahren zu müssen, um in den Top-10 zu sein.» Zur Erinnerung: Das Nachmittagstraining der Königsklasse hat Auswirkung auf den weiteren Verlauf des Rennwochenendes. Denn Top-10 dieses Trainings ziehen direkt in das Q2 am Samstag ein und haben somit einen Startplatz in den ersten vier Reihen sicher. Am dritten Tag auf dem Motorrad ein hohes Maß an Konzentration und Energie. Miguel Oliveira Oliveira weiter: «Ein Superbike-Wochenende ist aber kein Spaziergang, insbesondere der Sonntag hat es in sich. Man ist dann bereits seit drei Tagen an der Rennstrecke und hat in kurzen Abständen das Warm-up, das Superpole-Race und anschließend auch noch ein langes Rennen. Das ist nicht einfach, denn wir fahren eine hohe Pace und man benötigt am dritten Tag auf dem Motorrad ein hohes Maß an Konzentration und Energie. Für mich ist es hier anstrengender als in der MotoGP, zumindest was den Sonntag betrifft, denn es ist hektischer und ein Stück weit chaotischer. Aber ich passe mich an – was die Kraft betrifft, könnte ich fünf Wochenenden hintereinander ein Superbike-Meeting haben.»