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Mikrofonszene sorgt für Spott über Trump

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„Ich will nach Hause gehen“: Offenes Mikrofon offenbart Trumps Frust beim Golfturnier

Von: Nail Akkoyun

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Am Rande eines Golfturniers kommt es zu Protesten gegen Donald Trump. Seine gemurmelten Worte sorgen nun im Netz für spöttische Reaktionen.

Chicago – US-Präsident Donald Trump hat beim Presidents Cup-Golfturnier in Chicago einen unfreiwilligen Einblick in seine Gedanken gegeben. Während der Siegerehrung am Sonntag wurde er von einem offenen Mikrofon erfasst. Der Moment verbreitete sich schnell in sozialen Netzwerken und sorgte für Spott und Kommentare.

Was war passiert? Trump, der das Turnier im Medinah Country Club nahe Chicago besuchte, nahm an der Trophäenübergabe nach dem Sieg des US-Teams teil. Die amerikanische Mannschaft hatte das internationale Team mit 17:13 Punkten besiegt. Trump schüttelte US-Kapitän Brandt Snedeker die Hand und sagte zu ihm: „Du wirst in die Geschichte eingehen.“ Dann drehte er sich weg – und schien, soweit es die Aufnahmen erlauben, die Worte „Ich würde gerne nach Hause gehen“ zu murmeln. Anschließend entfernte sich der Rest der Gruppe von ihm.

Trump spricht von „grandiosem Tag“

Eindeutig belegt ist die Aussage nicht: Lärm aus der Menge und einsetzende Musik machten Trumps Worte schwer verständlich. Kurz darauf begann ein Song der erklärten Trump-Kritikerin Pink zu spielen und übertönte jedes weitere Gespräch. Dennoch verbreitete sich der Clip rasant. Ein X-Nutzer kommentierte: „Wenn das Joe Biden gewesen wäre, würde der Clip bei Fox News schon in Dauerschleife laufen.“

Trump selbst scheint von der Debatte unbeeindruckt – oder noch unwissend. Noch am selben Abend kehrte er kurz nach 21:30 Uhr ins Weiße Haus zurück und erklärte gegenüber Reportern, es sei ein „grandioser Tag“ gewesen. Fragen ließ er laut Daily Beast keine zu. Auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte er nicht weniger als sieben Videos von seinem Ausflug nach Chicago.

Proteste und Zwischenrufe überschatten Trump-Besuch

Trumps Auftritt beim Turnier verlief nicht ohne Störungen. Hunderte Demonstranten hatten sich vor dem Medinah Country Club versammelt, um gegen den US-Präsidenten zu protestieren. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Trump-Gegnern und Trump-Anhängern; die Polizei musste eingreifen, um die Gruppen zu trennen. Eine Demonstrantin sagte gegenüber dem Sender ABC7 Chicago: „Er ist hier nicht willkommen. Wir wollen diese Botschaft laut und deutlich senden.“

Auch während Trumps kurzer Rede auf dem Gelände gab es einen Zwischenruf: Ein Mann rief Trump zu: „Du bist ein schei** Pädophiler, Donald!“

Trump und die offenen Mikrofone: Eine lange Liste peinlicher und folgenreicher Momente

Der Vorfall beim Presidents Cup reiht sich in eine Serie von „Hot Mic“-Momenten ein, die Trumps politische Karriere begleiten. Erst im Juni 2026 war er beim G7-Gipfel im französischen Evian-les-Bains gleich mehrfach von offenen Mikrofonen erfasst worden. In einem Gespräch mit EU-Ratspräsident António Costa fiel er mit einem einzigen, rätselhaften Wort auf: „Verstehen Sie? Grönland.“ – mehr war nicht zu verstehen.

Beim selben Gipfel sorgte Trump für Heiterkeit, als der französische Präsident Emmanuel Macron seine Uhr am Tisch vergessen hatte. Der kanadische Premierminister Mark Carney wies darauf hin: „Er hat seine Uhr hier gelassen. Wir haben seine Uhr.“ Trump scherzte daraufhin: „Gib sie mir, wenn er sie gelassen hat, gib sie her!“

Doch der kritischste und folgenreichste „Hot Mic“-Moment Trumps liegt bereits ein Jahrzehnt zurück. Im Oktober 2016 veröffentlichte die Washington Post eine Aufnahme aus dem Jahr 2005, in der Trump gegenüber dem damaligen TV-Moderator Billy Bush vulgäre Aussagen über Frauen machte. „Wenn man ein Star ist, lassen sie es einen tun. Man kann alles machen“, sagte Trump in dem Gespräch. Der Skandal erschütterte seinen damaligen Wahlkampf – zahlreiche republikanische Politiker distanzierten sich öffentlich. Trump entschuldigte sich in einer Videobotschaft: „Ich habe es gesagt, ich lag falsch und ich entschuldige mich.“ Wenige Wochen später gewann er dennoch die Präsidentschaftswahl.

Zehn Jahre danach ist Trump erneut im Amt – als 47. Präsident der Vereinigten Staaten. Ob ein gemurmeltes „Ich würde gerne nach Hause gehen“ bei einer Golfsiegerehrung daran etwas ändert, darf bezweifelt werden. (Quellen: Daily Beast, ABC7 Chicago, Associated Press, Truth Social) (nak)

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