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Militär dementiert Berichte über alarmierende Zustände auf Flugzeugträger

Allgemein

Das US-Militär hat Berichte über Missstände auf dem im Nahen Osten eingesetzten Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ zurückgewiesen. Der Flugzeugträger weise unter allen der US Navy eine der höchsten Wiederverpflichtungsraten der Besatzung mit 84,4 Prozent auf, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Eine solche Rate beschreibt den Anteil der Soldaten, die freiwillig weiter im Militär bleiben, nachdem ihre Vertragszeit abgelaufen ist. Von Centcom hieß es weiter, die Matrosen und Marines blieben widerstandsfähig und entschlossen, nachdem sie mehr als 260 Tage auf See verbracht hätten. Anders als berichtet sei kein Besatzungsmitglied an Bord des Flugzeugträgers ums Leben gekommen. Ein Matrose, der am 3. August über Bord gegangen sei, sei schnell und sicher geborgen worden. Centcom sprach von Falschberichterstattung. Iranische Medien hatten berichtet, bei gewaltsamen Auseinandersetzungen an Bord des Flugzeugträgers seien sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Stimmung an Bord sei angespannt. Hausmedien des US-Militärs berichteten über Missstände Zuvor hatten bereits Hausmedien des US-Militärs berichtet: Laut „Navy Times“ und „Stars and Stripes“ haben mehrere Besatzungsmitglieder aufgrund schlechter Bedingungen und psychischer Belastungen versucht, in Suizidabsicht über Bord zu springen. Auch der „Guardian“ berichtete. Besorgte Angehörige hätten bei einer emotionalen Versammlung mit Vertretern der Marineführung in San Diego Alarm geschlagen. Eine Ehefrau berichtete, ihr Mann habe ihr eine Nachricht geschickt, in der er schrieb, er „hoffe, morgen nicht mehr aufzuwachen“. Schimmlige Duschen und kaputte Toiletten Das Kriegsschiff verließ San Diego am 21. November und sollte ursprünglich ins Südchinesische Meer fahren, wurde jedoch in den Nahen Osten umgeleitet, als der Krieg der USA und Israels gegen den Iran begann. Seitdem sei es nur an zwei Tagen zu Landgängen gekommen, einen Tag auf Guam und einen Tag im Oman. Der Einsatz sollte ursprünglich im Mai enden, wurde jedoch angesichts des anhaltenden Krieges mehrfach verlängert. In der Folge gab es Berichte über schimmlige Duschen, kaputte Toiletten, wochenlang außer Betrieb befindliche Waschmaschinen sowie lange Phasen ohne warmes Wasser. Auch die Verpflegung sei eingeschränkt, Mahlzeiten bestünden zum Teil aus einer halben Tasse Reis und zwei Tortillas. Seife, Deodorant und Zahnpasta seien aufgebraucht. Als im April erste Meldungen dazu erschienen, sprach Verteidigungsminister Pete Hegseth lediglich von „Fake News“. Nun soll der Flugzeugträger laut Medienberichten abgelöst werden. Ersetzt wird er durch die „USS George Washington“, wie das „Wall Street Journal“ sowie die US-Sender CNN und NBC News unter Berufung auf Insider melden. Demnach war der Austausch der Schiffe bereits zuvor geplant. Unklar ist aber, wie lange das Ganze dauert. NBC News zufolge dauert ein solcher Wechsel für gewöhnlich mehrere Wochen. Senatoren fordern Aufklärung Der demokratische Abgeordnete Mike Levin schrieb auf der Plattform X: „Das Mindeste, was ihr Land ihnen schuldet, sind heißes Wasser, eine funktionierende Toilette und eine richtige Mahlzeit.“ Mehrere Senatoren haben Aufklärung über die Situation auf dem Flugzeugträger gefordert. Ein entsprechendes Schreiben an Verteidigungsminister Pete Hegseth wurde am Mittwoch von Senator Richard Blumenthal veröffentlicht. Auf Blumenthals Fragen, etwa wie die Regierung mit der wachsenden Ermüdung und Belastung der Truppe auf der Abraham Lincoln umgehen werde, sollen die adressierten Ressorts bis zum 27. August antworten. Blumenthals demokratischer Senatskollege aus Arizona, Ruben Gallego, kündigte an, den Flugzeugträger mit einer parteiübergreifenden Delegation besuchen zu wollen, um die Lage in Augenschein zu nehmen. „Die Geschichten von Besatzungsmitgliedern, die damit drohen, vom Schiff zu springen, sind ein erschreckendes Alarmläuten dafür, wie schlimm die Situation geworden ist“, schrieb er auf X. Trumps Umgang mit seinen Marinetruppen sei „nicht nur abstoßend, sondern auch gefährlich“, kritisierte Gallego. „Diese Seeleute haben ein Anrecht darauf, zu wissen, wann sie nach Hause zurückkehren werden.“ (mit Agenturen)

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