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Milliarden-Deal für Krefelder Siemens-Werk ist besiegelt

Nation

Gerade erst hat die Bundesnetzagentur den Weg für Konkurrenten der Deutschen Bahn im Fernverkehr frei gemacht, schon schickt sich der erste Kandidat an, diesen Weg zu beschreiten – mit positiven Folgen für das Werk von Siemens Mobility in Uerdingen. Das italienische Bahnunternehmen Italo hat am Montag mitgeteilt, dass der eigene Betriebsstart in Deutschland Mitte 2028 erfolgen soll. Das Unternehmen um Ex-Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo schafft dafür jetzt die Voraussetzungen und bestellt in einem ersten Schritt 26 Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Siemens Velaro Multi System. Es bestehe die Option auf 14 weitere Züge, heißt es. Gefertigt werden die Züge im Werk in Uerdingen. Inklusive des 30-Jahre-Vertrags über die Wartung der Züge im Siemens-Depot in Dortmund hat der Auftrag einen Wert von drei Milliarden Euro. „Die Entscheidung der Italo Holding ist ein starkes Vertrauensvotum für Siemens Mobility und für Velaro, eine der weltweit erfolgreichsten Hochgeschwindigkeitsplattformen. Diese langfristige Partnerschaft ist ein wegweisendes Projekt und ein starkes Bekenntnis zu industrieller Wertschöpfung und Innovation ,Made in Germany’“, sagt Michael Peter, Geschäftsführer von Siemens Mobility. Für das Werk in Uerdingen bedeutet der Italo-Auftrag noch mehr volle Seiten in den Auftragsbüchern, nachdem es im April bereits grünes Licht für einen Zwei-Milliarden-Auftrag der Schweizerischen Bundesbahnen gegeben hatte. Zusätzliche Arbeitsplätze schafft der Italo-Auftrag in Uerdingen allerdings nicht. „Wir werden diesen Auftrag im bestehenden Werkssetup abarbeiten“, teilt ein Sprecher von Siemens Mobility auf Anfrage mit. Zur derzeitigen Auslastung des Werks und möglichen Folgen durch den Großauftrag äußert sich das Unternehmen mit Verweis auf Wettbewerbsgründe nicht. Die Italo-Züge sollen ab Mitte 2028 auf zwei Hauptkorridoren verkehren: München-Köln-Dortmund und München-Berlin-Hamburg. Damit werden laut Italo 18 Städte auf einem 1300 Kilometer langen Streckennetz mit 50 täglichen Verbindungen angebunden. Zum Einsatz kommen Achtwagen-Züge, die in den drei Reiseklassen Club Executive, Prima Business und Smart sowie einem Bistrowagen 450 Sitzplätze bieten. Obendrein gebe es an Bord ultraschnelles Internet über 5G und Starlink. Von einem „historischen Tag“ spricht Luca Cordero di Montezemolo, Präsident der Italo Holding. Mit dem Beschluss der Bundesnetzagentur beginne ein wichtiges Kapitel für den Schienenverkehr in Europa, in dem die Fahrgäste selbst entscheiden können, wie und mit wem sie reisen. „Ich bin mir sicher: Auch dank der erstklassigen Züge von Siemens wird hier ein neues deutsches Unternehmen entstehen, das Nachhaltigkeit vorantreibt, Arbeitsplätze und Chancen für Tausende Menschen schafft und zu Marktwachstum, günstigeren Preisen und hochwertigem Service auf der Schiene beiträgt.“ Gianbattista La Rocca, Geschäftsführer der Italo Holding, lobt die Technik von Siemens Mobility. Sie setze den Standard. „Und unsere Gesamtinvestition von 3,6 Milliarden Euro zeigt, wie ernst wir es mit diesem Markt meinen.“ Nach der Entscheidung der Bundesnetzagentur gehe das Unternehmen jetzt die konkreten Schritte für den Betriebsstart an, „von der Einstellung und Ausbildung des Personals bis zum Aufbau der vollständigen industriellen, betrieblichen und kommerziellen Struktur unseres neuen Deutschlandgeschäfts.“ Im Zuge des Markteintritts sollen 2500 Mitarbeiter im Betrieb und bei Partnerunternehmen eingestellt und ausgebildet werden. Obendrein soll es Investitionen in Bahnhöfe und IT-Infrastruktur geben.

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