Millionen gegen sie verpuffen: Demokratin schreibt US-Geschichte und gewinnt Kongresssitz
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Millionen gegen sie verpuffen: Demokratin schreibt US-Geschichte und gewinnt Kongresssitz
Von: Lukas Richter
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Wahlkampagnen im Wert von Millionen liefen gegen Aisha Wahab – trotzdem gewinnt sie einen historischen Kongresssitz.
Washington – Millionen Dollar an Gegenkampagnen konnten ihren Sieg nicht verhindern: Demokratin Aisha Wahab zieht für Kalifornien ins US-Repräsentantenhaus ein. Die 38-Jährige schreibt damit Geschichte. Sie ist die erste US-Amerikanerin afghanischer Herkunft, die einen Sitz im Kongress gewinnt. Wahab setzte sich bei einer Sonderwahl gegen ihre Parteikollegin Melissa Hernandez durch.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Abgestimmt wurde am Dienstag (18. August), entschieden war das Rennen am Donnerstag. Wahab übernimmt den frei gewordenen Sitz des früheren demokratischen Abgeordneten Eric Swalwell im 14. Kongressbezirk Kaliforniens. Sie bleibt zunächst bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar im Amt, wie die Washington Post berichtet.
Besondere Aufmerksamkeit bekam die Wahl erst in den letzten Wochen vor der Entscheidung. Gruppen mit Verbindungen zum American Israel Public Affairs Committee, kurz AIPAC, unterstützten Hernandez mit hohen Summen. Allein der Super-PAC United Democracy Project gab ab Anfang August fast 2,5 Millionen Dollar – rund 2,15 Millionen Euro – aus, um Hernandez zu helfen.
Pro-Israel-Lobby steckt Millionen in Kampagne von Wahabs Gegnerin
Weitere externe Gruppen investierten nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press ebenfalls Geld gegen Wahab. Dennoch gewann die progressive Demokratin. Ihr Bezirk könne „nicht gekauft werden“, erklärte Wahab nach ihrem Sieg laut AP.
AIPAC versucht in diesem Wahljahr landesweit, Kandidaten zu unterstützen, die Israel politisch nahestehen. Zugleich finanziert die Lobby Kampagnen gegen Bewerber, die Israels Regierung kritisch gegenüberstehen. Das Engagement in Kalifornien lenkte deshalb auch den Blick auf den parteiinternen Streit der Demokraten über den Umgang mit Israel, wie die Washington Post berichtet.
Wahab und Hernandez treten im November erneut gegeneinander an
Die Entscheidung vom Dienstag ist allerdings nur vorläufig. Wahab und Hernandez treffen bereits im November erneut aufeinander. Dann geht es um eine komplette zweijährige Amtszeit im Repräsentantenhaus.
Beide Demokratinnen hatten sich zuvor in getrennten Vorwahlen im Juni durchgesetzt. Das kalifornische Wahlsystem sieht vor, dass unabhängig von der Parteizugehörigkeit die jeweils zwei stärksten Kandidaten einer Vorwahl weiterkommen.
Wahab sitzt bislang im Senat des Bundesstaats Kalifornien. Hernandez arbeitet als Direktorin bei der Nahverkehrsorganisation Bay Area Rapid Transit.
Der Kongresssitz war im April frei geworden. Swalwell hatte zunächst für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien kandidiert. Nachdem mehrere Frauen ihm sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen hatten und eine Frau ihn der sexuellen Gewalt beschuldigte, beendete er am 12. April seine Gouverneurskampagne. Swalwell weist die Vorwürfe zurück.