Minister spricht von „terroristischer Tat“: Mann schießt nahe Paris an mehreren Orten aus Auto auf Passanten - ein Toter
Nach tödlichen Schüssen in der Region von Paris hat Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez den Vorfall als „terroristische Tat“ bezeichnet. „Die Ermittlungen laufen noch, aber es handelt sich eindeutig um ein terroristisches Verbrechen“, sagte Nuñez vor Journalistinnen und Journalisten in Trappes. Am Vormittag hatte ein Mann in Gemeinden bei Paris aus einem Auto geschossen. Ein Mensch kam dabei ums Leben, vier weitere wurden teils sehr schwer verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Der Mann wurde kurze Zeit später festgenommen.
Die Motive müssten noch abschließend geklärt werden, sagte der Innenminister. Unter Berufung auf den zuständigen Staatsanwalt führte er aus, dass die Hintergründe rassistischer Natur sein könnten. Weitere Informationen zu möglichen Motiven gab es zunächst nicht. Laut der französischen Zeitung „Le Parisien“ war der Verdächtige zunächst nicht vernehmungsfähig. Demnach werden derzeit toxikologische Untersuchungen vorgenommen, um seinen Zustand während der Tat zu ermitteln.
Zuvor hatte Nuñez angegeben, dass bei dem Angriff eine automatische Waffe verwendet worden sei. Wie die Polizei mitteilte, fielen die Schüsse am Vormittag gegen 10.30 Uhr im Département Yvelines, das im westlichen Teil der Pariser Großraumregion liegt. Zunächst gab es Schüsse in der Gemeinde Trappes, dann fuhr der Mann den Angaben nach weiter in die angrenzende kleine Gemeinde La Verrière. Laut Nuñez schoss der Verdächtige an drei verschiedenen Orten aus dem Wagen heraus.
Die Pariser Anti-Terrorstaatsanwaltschaft teilte mit, sie habe eine Untersuchung eingeleitet, unter anderem wegen des Verdachts auf gezielte Tötung in Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben sowie Waffenbesitz.
„Wir möchten unseren Strafverfolgungsbehörden danken, die den Verdächtigen festgenommen haben. Die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat den Fall übernommen“, erklärte Präsident Emmanuel Macron auf der Plattform X und drückte seine tiefe Trauer aus. Die Tat ereignete sich in einer Phase besonderer Spannungen in Frankreich. Das Land rüstet sich nach gewaltsamen landesweiten Protesten am vergangenen Wochenende für mögliche neue Unruhen am Samstag.
Der französische Premierminister Sébastien Lecornu schrieb bei X, Sicherheits- und Justizbehörden seien in vollem Einsatz. Es handele sich um „sehr ernste Vorfälle“.
Der Bürgermeister der Gemeinde Trappes, Ali Rabeh, sagte dem Fernsehsender BFMTV, der Schütze habe „offenbar wahllos das Feuer eröffnet und schien die Absicht zu haben, ein Massaker anzurichten“. Der Mann war demnach auf einer Straße von Trappes in die Nachbargemeinde La Verrière unterwegs und wohnte in einer nahegelegenen Stadt. Das verletzte zwölfjährige Mädchen wurde dem Sender BFM zufolge von acht Kugeln getroffen.
Derweil rief die Polizei in den sozialen Medien dazu auf, kursierende Videos von dem Vorfall nicht zu verbreiten. „Wir bitten Sie, diese aus Respekt vor den Opfern und ihren Angehörigen nicht zu teilen“, hieß es auf X. (Reuters, dpa)