Ministerpräsident kann nicht schlafen
15 Jahre lang regierte Winfried Kretschmann als Ministerpräsident Baden-Württembergs – und vielleicht hat er sich in dieser Zeit auch gelegentlich gewünscht, den Wecker ignorieren und sich noch einmal umdrehen zu können. Der Traum vom erholsamen Schlaf scheint sich für den Grünenpolitiker allerdings auch im Ruhestand nicht recht erfüllen zu wollen. In einem Interview mit der »Süddeutschen Zeitung« sprach Kretschmann nun über Schlafprobleme. Die aktive Politik fehlt Kretschmann dem Bericht zufolge nicht. »Ich vermisse es nicht, Verantwortung für tagespolitische Dinge zu haben«, sagt Kretschmann. Im Amt habe er ständig ein Schlafdefizit gehabt, zumindest sei das sein Gefühl gewesen. Nun, da er endlich ausschlafen könne, mache ihm aber sein Körper einen Strich durch die Rechnung. Kretschmann war von 2011 bis Mitte Mai Ministerpräsident in Baden-Württemberg. Sein Aufstieg hatte auch mit der Reaktorkatastrophe von Fukushima und den anschließenden Protesten zu tun – der Atomunfall in Japan ereignete sich nur wenige Wochen vor der Landtagswahl und veränderte die politische Stimmung im Land. »Ich wäre nicht Ministerpräsident geworden, wenn damals nicht Fukushima drei Wochen vor der Landtagswahl in die Luft geflogen wäre«, sagt Kretschmann rückblickend. Dass er anschließend zweimal wiedergewählt wurde, schreibt er dagegen sich selbst zu: »Das lag an mir.«