DAX +0,15 % 26.430,05 Pkt 13:40:48 MDAX +0,32 % 32.328,38 Pkt 13:40:48 Euro Stoxx 50 +0,46 % 6.563,89 Pkt 13:40:45 Dow Jones -0,38 % 53.770,27 Pkt 22:43:59 S&P 500 -0,06 % 7.748,50 Pkt 22:36:53 Nasdaq -0,06 % 26.588,49 Pkt 23:15:59 Nikkei +1,16 % 68.308,59 Pkt 08:45:03 Gold +0,76 % 4.442,50 USD 13:45:47 Silber -0,72 % 65,08 USD 13:45:43 Brent -1,81 % 87,37 USD 13:45:38 WTI -2,08 % 81,54 USD 13:45:45 Bitcoin -0,01 % 63.398,08 USD 13:55:43 EUR/USD -0,06 % 1,15370 USD 13:55:23 EUR/GBP +0,05 % 0,85480 GBP 13:55:48 EUR/CHF +0,09 % 0,93700 CHF 13:55:48 EUR/JPY -0,05 % 183,755 JPY 13:55:48

Mistrals große Wette auf Europas KI-Infrastruktur

Wirtschaft

Inhaltsverzeichnis close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Weiterlesen nach der Anzeige Der französische KI-Anbieter Mistral stellt sein Geschäft breiter auf und hat dazu drei zentrale Schritte angekündigt. Der erste betrifft den kostspieligen Ausbau eigener Rechenkapazität in Europa. Dafür bringt das Unternehmen eine Gruppe großer europäischer Unternehmen und Institutionen zusammen, die sich über mehrere Jahre zur Abnahme von Rechenleistung verpflichten sollen. Diese gebündelte Nachfrage soll Mistral helfen, neue Infrastruktur in einer Größenordnung aufzubauen, die einzelne Teilnehmer allein kaum sichern könnten, schreibt das KI-Labor. Die Ziele nannte Mistral schon im Frühjahr: Bis Ende 2027 soll die europäische Rechenkapazität auf 200 Megawatt wachsen, bis 2030 auf bis zu ein Gigawatt. Im März nahm Mistral 830 Millionen US-Dollar Schulden für ein 44-MW-Rechenzentrum auf, ein Hinweis auf die enorme finanzielle Dimension des geplanten Gesamtausbaus. Mistral muss Partner langfristig an Rechenkapazität binden Kern des neuen Finanzierungsmodells sind sogenannte European Compute Units (ECUs). Sie machen langfristige Abnahmezusagen für mehrjährigen Zugang zu Rechenkapazität von Mistrals Infrastruktur. Mistrals Technikchef Timothée Lacroix sagte VentureBeat, die Partner sollten sich möglichst für rund fünf Jahre oder jedenfalls langfristig verpflichten, wobei vorzeitiger Ausstieg nicht vorgesehen sei. Das ist eine riskante Wette auf dauerhaft hohe Nachfrage. Zur Gruppe der beteiligten europäischen Akteure zählen unter anderem Amadeus, ASML, Capgemini, Caisse des Dépôts und CMA CGM. Konkrete Angaben zum Umfang ihrer langfristigen Abnahmezusagen macht Mistral nicht. Einen weiteren wichtigen Kunden hat Mistral mit Microsoft. Im Rahmen einer milliardenschweren Partnerschaft wird der US-Konzern selbst Kapazität aus Mistrals europäischen Rechenzentren mieten und damit zusätzliche Nachfrage für den Ausbau absichern. Weiterlesen nach der Anzeige Mistrals Vorteile: Mehr Kontrolle über Ort und Verfügbarkeit Der zweite Schritt betrifft die Verfügbarkeit der Rechenkapazität und die Frage, wo KI-Anfragen verarbeitet werden. Unternehmenskunden können nun festlegen, ob ihre KI-Anfragen und die damit verbundene Verarbeitung in Europa oder den USA erfolgen. Laut VentureBeat plant Mistral zusätzlich eine Variante, bei der die Verarbeitung nicht nur in Europa, sondern vollständig auf von Mistral kontrollierter Infrastruktur stattfindet, also ohne Rechenzentren großer Cloudanbieter. Für geschäftskritische Anwendungen führt der Anbieter zudem eine Servicestufe mit individuell vereinbarten Nutzungslimits und vertraglich zugesicherter Verfügbarkeit ein. Nach eigenen Angaben ist Mistral das einzige europäische KI-Labor, das sowohl die Wahl der Verarbeitungsregion als auch vertraglich zugesicherte Verfügbarkeit anbietet. Mistral öffnet seine Plattform für fremde Modelle Der dritte Schritt ist zugleich der überraschendste: Mistral will künftig nicht mehr nur eigene Modelle über seine Plattform anbieten, sondern auch Open-Weight-Modelle anderer Entwickler. Den Anfang macht GLM-5.2 des chinesischen KI-Labors Z.ai. Es soll auf derselben Infrastruktur laufen und denselben regionalen Vorgaben und Verfügbarkeitszusagen unterliegen wie Mistrals eigene Modelle. Die Firma begründet den Schritt damit, dass moderne KI-Anwendungen zunehmend unterschiedliche Modelle und Fähigkeiten kombinieren und Unternehmen deshalb neben der Kontrolle über die Infrastruktur auch freie Modellwahl benötigen. Strategisch könnte damit Mistrals Infrastruktur wichtiger werden als einzelne Modelle. Das KI-Labor hat sich vor allem mit offenen Modellen einen Namen gemacht, die Kunden selbst betreiben können. Mit immer größeren Modellen und rechenintensiveren agentischen Anwendungen wird der Eigenbetrieb jedoch zunehmend schwieriger, argumentiert Lacroix. Er setzt daher darauf, dass Unternehmen verstärkt Rechenleistung aus seinen Rechenzentren beziehen. Bietet Mistral dort auch fremde Modelle an, kann es an deren Bereitstellung verdienen, selbst wenn Kunden kein Mistral-Modell nutzen.

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