Mit dieser Entscheidung sendet Apple das falsche Signal
Schon mit der Ankündigung der neuen Mac-Mini-Modelle sorgte Apple sicherlich nicht bei jedem für Vorfreude. Waren die Vorgänger aufgrund niedriger Preise und leistungsstarker Chips die perfekte Wahl für den Einstieg mit lokalen KI-Modellen oder eigenen Agenten wie Openclaw, muss man 2026 gleich mal 1.049 Euro auf den Tisch legen. Mini sind hier nur noch das Gehäuse und der Speicher – 256 Gigabyte stecken in der Grundversion im kompakten Gehäuse. Zum Vergleich: Bei der Vorstellung neuer Macbooks hatte Apple den Speicher zuletzt auf 512 Gigabyte verdoppelt.
220 Euro für ein paar Gigabyte mehr
Beim Mac Mini kostet eben jene Verdopplung noch einmal 220 Euro extra. Und Kund:innen werden das bezahlen müssen, sollte der Speicher in der Grundversion gerade für platzhungrige lokale Modelle zu klein sein. Selbst Hand anlegen? Das wird schwierig. Bei den neuen Modellen mit M5-Pro- und M6-Prozessor ist die SSD jeweils fest auf dem Board verlötet.
Das ergibt eine Untersuchung von Expand Mac Mini. Das Unternehmen hat sich auf Speichererweiterungen für Apples kleinen Computer spezialisiert, wird für die neuen Modelle aber keine Kits anbieten können. „Kein Steckplatz bedeutet, es gibt nichts zum Austauschen – und nur wenig Raum für uns“, heißt es im Bericht des Anbieters. Zwar suche man nach einer Lösung, aber Support für den M6 und M5 Pro sei jetzt unwahrscheinlich.
Auf den ersten Blick macht Apple einfach nur Apple-Sachen. Teures Grundprodukt, noch teurere Speicher-Upgrades. Das ist so üblich bei Produkten wie dem iPhone, dem iPad oder eben Macbooks. Doch beim Mac Mini mit M4 ließ sich zumindest die SSD grundsätzlich von Hand tauschen – wenn man auch auf gebrauchte Originalbauteile zurückgreifen musste, weil Apple nicht auf Standards setzte. Der Speicher war nur mit einer Schraube befestigt. Das lobten die Kritiker, darunter etwa die Reparaturexperten von iFixit.
Teuer, schwer zu reparieren, nicht nachhaltig
Warum Apple jetzt wieder auf verlöteten Speicher setzt, ist nicht bekannt. Vielleicht ist diese Lösung wichtig für die Abluft oder beugt einem Platzproblem vor. Beides ist Spekulation. Dennoch: Das neue alte Vorgehen hat Auswirkungen. Für den Geldbeutel, weil das Upgrade eben teuer ist und externer Speicher in der Regel noch mehr kostet als interner. Gerade in Zeiten der Speicherkrise, in denen gestiegene Speicherpreise Hardware für Endkund:innen ohnehin zum Luxusgut machen. Das zeigt auch ein Blick auf die neuen iPhone-Preise.
Nun kann man einem Unternehmen nicht vorwerfen, dass es Profit machen will – und das geht mit proprietären Bauteilen ziemlich gut. Doch man darf sich fragen, wie lange die Kundschaft das noch mitmachen und bezahlen will. Ein neues iPhone für 1.400 bis 2.300 Euro, ein Computer ab 1.050 Euro. Da kommt etwas zusammen. Und irgendwann lässt sich das alles selbst auf Raten nicht mehr finanzieren.
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Und nachhaltig ist das Vorgehen auch nicht. Speicher kaputt, Mac kaputt. Das ist mit Blick auf die riesige Computer- und Unterhaltungsindustrie nur eine Nuance, alles andere als ein Einzelfall und mit dem Blick auf den Klimawandel sicherlich nicht entscheidend. Aber dass es auch anders geht, hat Apple ja gezeigt. Wünschenswerter für den eigenen Geldbeutel – und die Umwelt – wäre es, wenn Unternehmen den Einbau von Ersatzteilen nicht erschweren. Dann wäre es auch leichter, für die ansonsten zweifellos leistungsstarke Hardware so viel Geld auszugeben.