Mit Vanillin Wunden heilen?
Literaturstudie
Schmeckt gut und wirkt: Vanillin kann Wundheilung unterstützen
Stand: 06.10.2026 16:20 Uhr
Australische Forscher haben systematisch ausgewertet, welche medizinischen Potenziale im Vanillin stecken. Besonders bei der Heilung chronischer Wunden und der Hemmung von Entzündungen könnte Vanillin helfen.
von Clemens Haug
Vanillin, weltweit beliebter Aromastoff, der unter anderem Vanilleeis und -soße den typischen Geschmack verleiht, hat auch ein großes Potenzial als Wirkstoff in Medikamenten. In vorklinischen Experimenten haben Forschungsgruppen bereits gezeigt, dass Vanillin gegen Entzündungen wirkt und antioxidative Effekte hat. Es kann gegen multiresistente E.coli-Bakterien verwendet werden und hatte sogar günstige Effekte bei chronischen Erkrankungen wie Endometriose.
Wie Vanillin bei Wunden helfen könnte
Eine Gruppe australischer Forscher hat nun in einer Literaturstudie überlegt, wo und wie dieses Wirkpotenzial konkret eingesetzt werden könnte. Krasimir Vasilev und seine Kollegen vom Biomedizinischen Nanolabor an der Flinders University im südaustralischen Adelaide glauben, dass sich Vanillin zur Behandlung chronischer Wunden und Geschwüre einsetzen lässt und bei der Heilung von Gewebe hilfreich sein kann.
"Da die synthetische Form von Vanillin reichlich und kostengünstig ist, glauben wir, dass Formulierungen auf Vanillinbasis sichere und multifunktionale Lösungen für die Geschwürbehandlung und gezielte Medikamentenabgabe, insbesondere für hydrophobe Verbindungen, bieten können", sagt Vasilev.
Vanillin in Wundauflagen: Das sind die Effekte
Konkret haben die Forschenden ausgewertet, wie Vanillin in Wundkompressen wirken kann. Dort wirkt es unter anderem antibakteriell, senkt den oxidativen Stress für das Gewebe und fördert so die Wundheilung. Vor allem die Kombination mit Chitosan sei effektiv, da dabei verschiedene Prozesse der Neubildung von Haut angeregt werden.
Trotz vielversprechender präklinischer Forschung seien aber weitere Untersuchungen notwendig, um Vanillin breiter als medizinischen Wirkstoff einzusetzen, so das Fazit des Papers.