Mitarbeiter protestieren gegen Sparkurs
Die Konzernführung will, dass die Mitarbeiter für dasselbe Geld länger arbeiten. Die Gewerkschaft IG Metall wehrt sich dagegen. An Auto-Standorten in ganz Deutschland sind Proteste geplant.
Die Gewerkschaft IG Metall ruft in ganz Deutschland zu Protesten an Automobil-Standorten auf. Die Gewerkschafter erwarten bei den mehr als 200 Aktionen etwa 100.000 Teilnehmer. Die IG Metall wehrt sich mit der deutschlandweiten Protestaktion gegen die Sparpläne der Autohersteller. Die Hersteller sagen, dass die Produktionskosten in Deutschland zu hoch sind und fordern, dass die Beschäftigten für dasselbe Geld mehr arbeiten.
In Bremen wollen Beschäftigte von Mercedes und Zulieferbetrieben auf die Straße gehen. Die IG Metall rechnet damit, dass sich am Nachmittag rund 4.000 Bremer Mercedes-Beschäftigte an dem Protest beteiligen. Am Werk in Bremen-Hemelingen werden drei Demonstrationszüge starten. Die Polizei wird die betroffenen Straßen zeitweise sperren. Laut IG Metall könnte der Protest die Produktion zum Erliegen bringen. Eine Mercedes-Sprecherin sagte, dass das durch die hohe Flexibilität im Werk ausgeglichen werden könne.
Zeitgleich sind auch Beschäftigte von Zulieferbetrieben im Gewerbegebiet Hansa-Linie zum Protest aufgerufen. In Hamburg und Emden sind ebenfalls Demonstrationen geplant. Das VW-Werk in Emden soll nach dem Willen der Konzernspitze 2031 geschlossen werden.
Arbeitgeber kritisieren Proteste – IG Metall für Investitionen
Der Arbeitgeberverband Nordmetall hat die Protestkundgebungen scharf kritisiert. Die Herausforderungen seien gewaltig und ließen sich auch nicht wegdemonstrieren, heißt es in einer Mitteilung. Streikähnliche Aktionstage belasten die Unternehmen zusätzlich und schwächen die norddeutschen Standorte im internationalen Wettbewerb zusätzlich, sagte Nordmetall-Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger.
Die Geschäftsführerin der Bremer IG Metall, Stefanie Gebhardt, sagte, dass die Autokonzerne mehr in die Werke investieren müssen, statt vor allem beim Personal zu kürzen.