Mitarbeiterin von Kölner Ausländeramt in U
In einem Eintrag in sozialen Netzwerken bezeichnet sich die Frau als "Fachreferentin für aufenthaltsrechtliche Entscheidungen" - ihr Arbeitgeber: Die Stadt Köln. Das war einmal - jetzt sitzt sie in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft erhebt nun Vorwürfe.
Mehrere tausend Euro angenommen für Scheinehen
"Das Verfahren läuft gegen insgesamt vier Personen", sagt die zuständige Staatsanwaltschaft in Darmstadt. Zuerst hatte sich ein Verdacht gegen einen Mann in Hessen ergeben, daraufhin führte die Spur auch nach Köln. Anfang Dezember 2025 wurde die damalige Mitarbeiterin schließlich, gemeinsam mit ihrem Mann, festgenommen.
Die Frau soll Teil einer Schleuserbande gewesen sein. Die Bande soll meist Männer aus Indien zunächst nach Zypern geschleust haben um sie dort mit Frauen aus Osteuropa zu verheiraten. Die Paare sahen sich dort angeblich zum ersten Mal. Die Mitarbeiterin der Stadt Köln soll dann die notwendigen Papiere für die Aufenthaltserlaubnis des Mannes durchgewunken haben.
Wohnung in Köln-Höhenberg als Schleuser-Wohnung genutzt
Die Staatsanwaltschaft erklärt gegenüber dem WDR: Im weiteren Verlauf soll die festgenommene Mitarbeiterin durch ihre Fachkenntnisse die mutmaßlichen Mittäter beraten und auch als Amtsträgerin Einflussnahme auf die weitere Entwicklung genommen haben. Dafür soll sie und ihr Ehemann pro Fall mehrere tausend Euro bekommen haben.
Zudem soll die Frau ihre eigene Wohnung in Köln-Höhenberg als Adresse für die nach Deutschland geschleusten Menschen genutzt haben. Eine Nachbarin bestätigte gegenüber dem WDR, dass dort auch die Handschellen klickten.
Stadt Köln äußert sich nicht
Gegen die vier Angeklagten soll im Februar kommenden Jahres der Prozess beginnen. Die Stadt Köln will sich auf WDR-Anfrage nicht zu dem Fall äussern.