Mobile Windtürme sollen Städte kühlen - Designer will Meeresluft in heiße Straßen leiten
Die Sommer werden heißer und Städte kämpfen zunehmend mit hohen Temperaturen. Designer Danilo Petta aus Olbia auf Sardinien verfolgt deshalb einen neuen Ansatz. Mobile Windtürme sollen frische Meeresluft gezielt in besonders aufgeheizte Straßen und Plätze in der Stadt leiten, wie die italienischen Regionalzeitung „La Nuova Sardegna“ berichtet. Windtürme sollen Straßen spürbar abkühlen „Die Kühlung von Städten ist ein wichtiges Thema. Es reicht nicht, einfach mehr Bäume zu pflanzen. Man muss verstehen, wie sich Luft gezielt lenken lässt und gleichzeitig mehr Schatten schaffen“, erklärt Petta. Vorbild für sein Konzept sind jahrhundertealte persische Windtürme, die bereits ohne Strom für Kühlung sorgten. Gemeinsam mit seinem internationalen Architekturbüro Mask Architects sowie dem Ingenieurunternehmen AQH Italy will Petta seine Idee umsetzen. Ziel sind angenehme Luftströme in stark aufgeheizten Bereichen und mehr Aufenthaltsqualität im Freien. Die Türme sollen die typischen Winde der Region sowie die Meeresbrise aufnehmen und gezielt in öffentliche Bereiche lenken. Nach ersten Berechnungen könnte die Lufttemperatur lokal um ein bis zwei Grad sinken, die gefühlte Temperatur sogar um bis zu fünf Grad. Designer fordert neue Lösungen gegen Sommerhitze Neben den Windtürmen sieht Petta weiteren Handlungsbedarf bei Bushaltestellen. „Man sollte die Wartehäuschen neu denken. Plexiglas heizt sich stark auf und erzeugt einen Treibhauseffekt. Eine Lösung wären recycelte Materialien“, so der Designer gegenüber „La Nuova Sardegna“. Auch solche Veränderungen könnten den Aufenthalt im öffentlichen Raum deutlich angenehmer machen. ANZEIGE ANZEIGE Weitere Ideen, die Städte besser gegen Hitze wappnen Es gibt auch weitere Möglichkeiten, Städte gegen die zunehmende Hitze zu wappnen. Eine davon ist die Fassadenbegrünung, bei der Pflanzen an Hauswänden für Schatten sorgen. Sie können die Gebäude kühlen und das Stadtklima verbessern, erklärt der Umwelt- und Naturschutzverband Nabu. Die grünen Flächen helfen zudem dabei, Luftschadstoffe zu binden und die Lärmbelastung zu reduzieren. Auch das Konzept der Schwammstadt kann laut dem deutschen Institut für Urbanistik Städte besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten. Dabei wird Regenwasser nicht direkt über die Kanalisation abgeleitet, sondern durch Grünflächen, straßenbegleitende Tiefbeete, die Installation von Rückhaltebecken, Versickerungsanlagen oder offene Wasserflächen. Dadurch lassen sich in solchen Städten Überflutungen bei Starkregen reduzieren und gleichzeitig Wasservorräte für Hitze- und Trockenphasen sichern.