DAX +0,19 % 26.141,52 Pkt 17:12:13 MDAX +0,80 % 32.077,24 Pkt 17:12:17 Euro Stoxx 50 +0,61 % 6.461,31 Pkt 17:12:15 Dow Jones -0,59 % 53.150,04 Pkt 17:27:17 S&P 500 -0,41 % 7.676,19 Pkt 17:27:13 Nasdaq -0,62 % 26.166,57 Pkt 17:27:12 Nikkei -0,30 % 66.016,36 Pkt 08:45:03 Gold +3,06 % 4.654,40 USD 17:17:07 Silber +1,88 % 69,31 USD 17:17:14 Brent +0,27 % 94,03 USD 17:17:10 WTI -1,30 % 86,69 USD 17:17:16 Bitcoin +6,49 % 77.771,38 USD 17:27:15 EUR/USD +0,03 % 1,16780 USD 17:26:56 EUR/GBP -0,20 % 0,85660 GBP 17:27:17 EUR/CHF +0,53 % 0,93610 CHF 17:27:17 EUR/JPY +0,47 % 185,630 JPY 17:27:17

Modular und Updates bis 2033: Das neue Fairphone 6+ im Praxistest

Technologie

Mit sieben Jahren Updates, austauschbaren Komponenten und hochwertiger Verarbeitung ist das Fairphone 6+ grundsätzlich ein empfehlenswertes Gerät für Nutzerinnen und Nutzer, die ein nachhaltiges Smartphone suchen. Doch es gibt eine Alternative mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis. In einer von Wegwerf-Mentalität geprägten Technikwelt schwimmt ein kleiner Hersteller aus den Niederlanden seit über einem Jahrzehnt beharrlich gegen den Strom: Fairphone. Mit dem Fairphone 6+ schicken die Pioniere der Nachhaltigkeit ihr neuestes Flaggschiff ins Rennen. Für 649 Euro verspricht das Gerät nicht nur maximale Reparierbarkeit, sondern auch ein deutliches Leistungs-Upgrade im Vergleich zum Vorgängermodell. Ein Smartphone zum Selbstschrauben Der modulare Aufbau bleibt das absolute Alleinstellungsmerkmal des Fairphone 6+. Während etablierte Branchenriesen ihre Akkus, Displays und Rückseiten bombenfest verkleben, wird beim Fairphone 6+ ein einfacher Torx-5-Schraubendreher mitgeliefert. Insgesamt zwölf interne Komponenten - darunter das Display, der Akku, der USB-C-Anschluss sowie die Kameras - lassen sich mit wenigen Handgriffen und ohne Fachkenntnisse selbst austauschen. Die Ersatzteilpreise sind dabei fair kalkuliert: Ein neues Display kostet im Herstellershop knapp 90 Euro, ein Ersatz-Akku 40 Euro und das Hauptkameramodul 70 Euro. Zur Hälfte recycelt, leicht reparierbar Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzt das 6+ Maßstäbe: Mehr als 50 Prozent der Gesamtmasse des Telefons bestehen nach Herstellerangaben aus fair gewonnenen oder recycelten Materialien wie Kobalt und Gold. Bei den Kunststoffen geht Fairphone sogar noch einen Schritt weiter: Diese bestehen zu über 93 Prozent aus sogenanntem Post-Consumer-Rezyklat, also aus Plastikabfällen, die aus privaten Haushalten stammen und aufwendig wiederverwertet wurden. Zudem gilt das Smartphone laut Hersteller als vollständig Elektroschrott-neutral. Während andere Handys bei Defekten wegen fest verklebter Bauteile oft direkt auf dem Müll landen, lässt sich das Fairphone 6+ dank seiner austauschbaren Module leicht reparieren. Zusammen mit Updates bis 2033 wird das Gerät so langlebig, dass die Entstehung von Elektromüll von vornherein drastisch minimiert wird. Mehr Leistung nur auf dem Papier Die wichtigste Neuerung des Plus-Modells im Vergleich zum Basismodell, dem weiterhin erhältlichen Fairphone 6, versteckt sich im Inneren. Erstmals spendiert der Hersteller dem Gerät üppige zwölf Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (LPDDR5). Unterstützt wird dieser vom moderneren Chip Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4. Auf dem Papier verspricht dies ein spürbares Leistungsplus. Unsere Labor- und Praxistests zeichnen jedoch ein nüchterneres Bild: Im Alltag und beim Navigieren durch Standard-Apps läuft das Fairphone 6+ zwar absolut flüssig, ein spürbarer Geschwindigkeitsunterschied zum normalen Fairphone 6 lässt sich jedoch kaum ausmachen. Allein in Benchmark-Tests zeigt sich ein messbarer Zuwachs: Im Single-Core-Test von Geekbench 6 legt das Gerät sichtbar zu (auf bis zu 1302 Punkte), während im Multi-Core-Test rund 3616 Punkte erreicht werden. Für anspruchsvolle, grafikintensive 3D-Spiele stößt die Adreno-Grafikeinheit jedoch schneller an seine Grenzen als die Konkurrenz. Scharfes Display mit breiten Rändern Der 6,31 Zoll große, helle und kontraststarke Bildschirm liefert lebendige Farben und echtes Schwarz. Er soll dank einer speziellen Kunststoff-OLED-Bauweise besonders robust sein. Zudem passt er die Bildrate automatisch an: Beim schnellen Wischen läuft alles butterweich, beim Lesen schaltet er in einen Stromsparmodus. Unzeitgemäß wirken hingegen die recht breiten, asymmetrischen Displayränder, die dem Telefon eine etwas klobige Optik verleihen. Mit einer Dicke von fast 10 Millimetern und einem Gewicht von 191 bis 193 Gramm ist das Fairphone 6+ zudem kein echter Handschmeichler. Auch beim Akku spielt das 6+ nicht in der internationalen Spitzenliga. Obwohl die Batterie dieselbe Kapazität von 4.415 Milliamperestunden (mAh) aufweist wie das Basismodell, hielt das Fairphone 6+ im PCMark-Akkutest nur gute zwölf Stunden durch - das sind anderthalb Stunden weniger als das Fairphone 6. Ein normaler Arbeitstag lässt sich damit zwar bewältigen, ein wirkliches Upgrade-Argument ist der Akku jedoch nicht. Geladen wird die Batterie übrigens mit soliden 30 Watt. Tolles Makro, schwaches Zoom Das Kamerasystem setzt auf einen 50-Megapixel-Hauptsensor (Sony Lytia 700C) mit optischer Bildstabilisierung (OIS) und einem 13-Megapixel-Ultraweitwinkelobjektiv. Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht ordentliche Fotos mit natürlichen Farben und scharfen Details, neigt in dunkleren Bereichen jedoch zu leichtem Rauschen. Hervorragend gelingen hingegen Makroaufnahmen, bei denen das 6+ eine ansprechende Unschärfe für den Hintergrund erzeugt. Wenig berauschend sind die Zoom-Fähigkeiten und die Bildverarbeitung: Der zehnfache Digitalzoom liefert häufig verwaschene Ergebnisse und ist im Alltag kaum zu gebrauchen. Zudem arbeitet die Software inkonsistent: Gelegentlich werden Hintergründe künstlich unscharf gerechnet, und bei direkt nacheinander aufgenommenen Selfies mit der hochauflösenden 32-Megapixel-Frontkamera traten sichtbare Unterschiede bei der Farbdarstellung auf. Diese Schwächen könnte Fairphone allerdings mit einem Software-Update ausbügeln. Updates bis 2033 Ein echtes Highlight ist das Software-Versprechen: Das Fairphone 6+ wird ab Werk mit einem sauberen, unmodifizierten Android 16 ausgeliefert und soll garantierte Software-Updates bis zum Jahr 2033 erhalten. Das ist in dieser Preisklasse unschlagbar und sorgt für eine enorme Langlebigkeit. Wer möchte, kann das Gerät zudem mit dem Google-freien Betriebssystem e/OS erwerben. Ein nettes Hardware-Gimmick ist der auffällige gelbe Schalter an der rechten Seite. Über ihn lässt sich standardmäßig ein Fokusmodus aktivieren, der die Nutzbarkeit des Smartphones auf wesentliche Apps wie Karten oder Kamera reduziert, um Ablenkungen im Alltag zu minimieren. Der Schalter kann aber auch mit anderen Funktionen belegt werden, etwa dem Ein- und Ausschalten der Taschenlampe. Fazit Das Fairphone 6+ ist zweifellos ein gut verarbeitetes und konsequent nachhaltiges Smartphone. Mit einer Herstellergarantie von fünf Jahren, der herausragenden Reparierbarkeit und dem Update-Versprechen bis 2033 setzt es Standards, die andere Hersteller nicht anbieten können. Doch der Aufpreis von 50 bis 100 Euro gegenüber dem Standardmodell ist schwer zu rechtfertigen. Im täglichen Gebrauch ist das Leistungsplus des Snapdragon 7s Gen 4 kaum spürbar, während die schwächere Akkulaufzeit und die Software-Macken der Kamera den Gesamteindruck trüben. Wer bereits ein normales Fairphone 6 besitzt, hat keinen vernünftigen Grund für einen Wechsel. Neukäufer, die das Gerät möglichst lange behalten möchten, greifen wegen der zwölf GB RAM und des Supports zum Plus-Modell. Wer vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, fährt mit dem günstigeren Fairphone 6 wahrscheinlich besser.

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