DAX +0,66 % 25.629,24 Pkt 18:00:00 MDAX -0,82 % 31.980,52 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,21 % 6.358,01 Pkt 18:00:00 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold +0,17 % 4.107,00 USD 22:59:54 Silber -1,75 % 57,79 USD 22:59:48 Brent +1,22 % 90,12 USD 20:28:19 WTI +1,29 % 84,67 USD 22:59:59 Bitcoin +0,32 % 63.016,11 USD 16:15:52 EUR/USD +0,52 % 1,15270 USD 23:29:22 EUR/GBP -0,31 % 0,85510 GBP 23:29:22 EUR/CHF -0,23 % 0,93060 CHF 23:29:22 EUR/JPY -3,08 % 181,491 JPY 23:29:22

Mögliche neue Krebsfaktoren entdeckt

Gesundheit

Die Zahl der an Krebs erkrankten Menschen steigt, auch immer jüngere Menschen sind betroffen. Welche Faktoren das individuelle Krebsrisiko beeinflussen und was bei der Entstehung von Krebs ausschlaggebend ist, daran wird seit Jahren geforscht. Zwei Studien liefern nun neue Erkenntnisse und Anhaltspunkte möglicher Entstehungswege. Eine Expertin ordnet den aktuellen Stand der Forschung ein. Krebs tritt in der Regel gehäuft bei Menschen im höheren Alter auf. Mittlerweile sind aber auch immer mehr Menschen vor dem Alter von 50 Jahren betroffen, vor allem Menschen jüngerer Generationen erkranken früher an Krebs. Dies belegt eine amerikanische Studie. Sie kam zu dem Ergebnis, dass bei 17 von 34 beobachteten Krebsarten eine zunehmende Inzidenz in jüngeren Generationen - bei Menschen, die bis 1990 geboren wurden - vorliegt. Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versuchten in einer anderen Studie herauszufinden, ob bei den im jüngeren Alter unter 55 Jahren erkrankten Menschen bestimmte Merkmale vorliegen, welche die Krebsentwicklung vorangetrieben haben. Die Studienergebnisse wurden nun im Fachmagazin "Nature" veröffentlicht und legen die Vermutung nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen der Krebsentstehung, bestimmten Krebsmarkern und dem Lebensstil vieler Menschen jüngerer Generationen gibt. Körper jüngerer Generationen altern wohl schneller "Man hat bei den Untersuchungen einen Zusammenhang gefunden zwischen epigenetischen Markern, die sich beispielsweise durch Lebensstilfaktoren verändern und die man mit verschiedenen Tests bestimmen kann, und einem gering erhöhten Risiko an einem frühen Krebs zu erkranken. Inwiefern diese Veränderungen an der Erbinformation tatsächlich Einfluss daran haben, wie Krebs entsteht, muss nun weiter untersucht werden", sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Die Forschenden gehen davon aus, dass die Körper vieler Menschen jüngerer Generationen schneller altern als die Körper von Menschen älterer Generationen, die etwa 1940 oder 1950 geboren wurden. Man spricht dabei vom biologischen Alter eines Körpers, das erheblich von seinem reellen Alter abweichen kann. In der Forschung wurden Methoden entwickelt, das biologische Alter etwa anhand von Blutproben und weiteren Merkmalen zu bestimmen. Den Grund für die schnellere körperliche Alterung sehen Expertinnen und Experten im veränderten Lebensstil vieler jüngerer Menschen. "Man vermutet, dass der heutige Lebensstil vieler Menschen einen Anteil hat am gestiegenen Krebsrisiko bei jüngeren Erwachsenen, etwa bei Darmkrebs. Vor allem Übergewicht, ungesunde, fleischlastige Ernährung und Bewegungsmangel sind Faktoren, von denen man weiß, dass sie statistisch zu einem erhöhten Krebsrisiko führen können," sagt die Medizinerin. Dass sich Menschen heute häufig schlechter ernähren und weniger bewegen als die Menschen der Generationen vor ihnen, führt offensichtlich dazu, dass eine schnellere Alterung des Körpers stattfindet. Dieser Aspekt scheint das Risiko früh an Krebs zu erkranken zu erhöhen. An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier. Genetischer Hintergrund beeinflusst Krebsentstehung mehr als bisher vermutet Warum allerdings manche Menschen an Krebs erkranken und manche nicht, obwohl sie den gleichen Risikofaktoren ausgesetzt sind, darüber möchte eine weitere Studie Aufschluss geben: Eine internationale Gruppe an Forschenden konnte unter Beteiligung des Deutschen Krebsforschungszentrums an Experimenten mit Mäusen zeigen, dass die Entstehung von Krebs auch durch den individuellen genetischen Hintergrund eines Organismus beeinflusst wird. Mäusen wurde bei Untersuchungen unter identischen Bedingungen derselbe krebsauslösende Stoff zugesetzt und beobachtet, ob und wie schnell sich bei ihnen Krebs entwickelte. Das Ergebnis: Tumore entwickelten sich je nach genetischem Hintergrund der Mäuse unterschiedlich. Die Forschenden gehen davon aus, dass diese Erkenntnisse einen weiteren Anhaltspunkt leisten auf dem Weg hin zu einer personalisierten Krebsmedizin. Sie stellen die These auf, dass selbst kleine Unterschiede im Erbgut erhebliche Auswirkungen auf das Krebsrisiko und die Tumorentstehung haben könnten. "Die Studie versucht Antworten auf die Frage zu geben, warum bekommt der eine Krebs und der andere nicht, obwohl beide den gleichen Lebensstil haben und gleichen Umweltfaktoren ausgesetzt sind. In dem zugrundeliegenden Maus-Experiment sieht es so aus, als ob der genetische Hintergrund mehr Einfluss auf die Entstehung von Krebs hat als bisher angenommen," sagt Weg-Remers. Inwiefern der genetische Hintergrund eines Individuums tatsächlich die Tumorentwicklung prägt, muss weiter erforscht werden. Auch ist nicht sicher, ob sich die Erkenntnisse auf Menschen übertragen lassen. "Daten, die man in Tierversuchen erhoben hat, auf Menschen zu übertragen, ist nicht immer wirklich gut möglich. Solche Studien dienen dazu, biologische Mechanismen aufzuklären und Hypothesen zu generieren, die man dann mit anderen Studienansätzen versucht, in Menschen zu verifizieren," erläutert die Expertin im Gespräch mit der Redaktion. Die Studien liefern aber wichtige Ansätze für weitere Forschungen und versuchen immer weiter aufzudecken, welche Faktoren die Entstehung von Krebs beeinflussen. Empfehlungen der Redaktion Daten zeigen: So stark belastete die Juni-Hitze den Körper Weil früher besser ist: Darmkrebs rechtzeitig erkennen und behandeln Warum manche Antibiotika plötzlich ihre Wirkung verlieren Krebs selbst vorbeugen - was kann man tun? Da die Entstehungswege vieler Krebserkrankungen noch nicht klar sind, fragen sich viele Menschen, was sie tun können, um vorzubeugen. Woran man zunächst immer etwas ändern kann, ist der eigene Lebensstil. Der lässt sich im Gegensatz zu genetischen Veranlagungen anpassen und trägt in gewissem Maße zu langer Gesundheit bei. Weg-Remers empfiehlt deshalb Folgendes: "Es ist auf jeden Fall immer hilfreich, einen gesunden Lebensstil zu haben. Nicht nur in Bezug auf das Krebsrisiko, sondern auch in Bezug auf andere häufige Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Und es ist wichtig zu wissen, dass es nie zu spät ist, etwas an seinem Lebensstil zu ändern. Auch wenn man 40 oder 50 Jahre als ist, macht es durchaus Sinn, seine Ernährung anzupassen oder beispielsweise mit dem Rauchen aufzuhören."

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