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Mondfinsternis 2026: Wann Vollmond im August über Deutschland ist

Wissenschaft

Himmelsphänomen über Deutschland

Dann ist die partielle Mondfinsternis zu sehen

Von Steve Haak

Aktualisiert am 26.08.2026 - 06:22 UhrLesedauer: 4 Min.

Am Freitagmorgen zieht der Mond durch den Erdschatten. Die Folge: eine partielle Mondfinsternis über Deutschland. Hier die Details.

Nach der partiellen Sonnenfinsternis ist vor der partiellen Mondfinsternis: Am Morgen des 28. August tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Frühaufsteher können das Ereignis, bei dem der Mond zu mehr als 90 Prozent über Deutschland verdeckt sein wird, am Nachthimmel beobachten.

Hier sind alle Details zum kommenden Himmelsereignis.

Was passiert bei einer Mondfinsternis?

Zu einer Mondfinsternis kommt es, wenn Sonne, Erde und Mond nahezu auf einer Linie stehen. Anders als bei einer Sonnenfinsternis befindet sich nicht der Mond zwischen der Erde und Sonne, sondern die Erde zwischen der Sonne und dem Mond.

Der Mond befindet sich bei einer Mondfinsternis in der Vollmondphase. Normalerweise zieht er oberhalb oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Am 28. August trifft der Schatten der Erde jedoch genau auf den Mond.

Dabei durchquert der Mond zunächst den schwächeren Halbschatten der Erde. Diese Phase ist mit bloßem Auge allerdings kaum wahrzunehmen. Später tritt der Mond in den dunkleren Kernschatten ein. Dann beginnt die eigentliche partielle Mondfinsternis. Die Folge: Ein immer größerer Teil der Mondscheibe verschwindet im Schatten der Erde.

Wann die Mondfinsternis im August beginnt

In Deutschland tritt der Mond am 28. August um 3.23 Uhr in den Halbschatten der Erde ein. Richtig interessant wird das Ereignis der Mondfinsternis ab 4.34 Uhr. Dann tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein und die partielle Mondfinsternis beginnt.

Von diesem Zeitpunkt an ist mit bloßem Auge deutlich zu erkennen, wie sich der dunkle Schatten über die Mondscheibe schiebt.

Das Maximum der partiellen Mondfinsternis wird gegen 6.13 Uhr erreicht. Dann ist fast die gesamte Mondfläche vom Kernschatten der Erde bedeckt.

Viel Zeit bleibt Beobachtern in Deutschland dann allerdings nicht mehr. Der Mond steht zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief am westlichen Himmel und geht je nach Standort kurz danach unter.

Partielle Mondfinsternis: Wann sie in Deutschland zu sehen ist

Grundsätzlich kann die partielle Mondfinsternis am Morgen des 28. August von ganz Deutschland aus beobachtet werden. Die Zeiten des eigentlichen Finsternisverlaufs sind dabei nahezu überall gleich. Unterschiede gibt es vor allem beim Monduntergang.

In Berlin beginnt die partielle Phase um 4.34 Uhr. Um 6.12 Uhr erreicht die Finsternis ihr Maximum. Der Mond steht dann nur noch knapp über dem westlichen Horizont und geht wenige Minuten später unter.

Auch in Hamburg beginnt die partielle Phase um 4.33 Uhr. Dort verschwindet der Mond gegen 6.30 Uhr unter dem Horizont.

In München sind die Bedingungen etwas günstiger: Dort bleibt der Mond bis etwa 6.32 Uhr über dem Horizont. Auch dort ist er noch verfinstert, wenn er untergeht.

Besonders wichtig ist deshalb ein möglichst freier Blick nach Westen bis Südwesten. Gebäude, Bäume oder Hügel können den tief stehenden Mond schnell verdecken.

Wer das Maximum sehen möchte, sollte außerdem nicht erst um sechs Uhr nach draußen gehen. Denn zu diesem Zeitpunkt steht der Mond schon unmittelbar vor seinem Untergang. Besser ist es, sich bereits gegen 5.30 Uhr einen geeigneten Beobachtungsplatz zu suchen.

Warum wird der Mond bei einer Mondfinsternis rot?

Bei einer tiefen Mondfinsternis kann sich der Mond dunkelrot, kupferfarben oder orange verfärben. Daher kommt auch die Bezeichnung Blutmond.

Der Grund dafür ist die Erdatmosphäre. Obwohl die Erde das direkte Sonnenlicht blockiert, gelangt ein Teil des Sonnenlichts durch die Atmosphäre und wird dabei abgelenkt. Blaues Licht wird stärker gestreut, während langwelliges rotes und oranges Licht die Atmosphäre besser durchquert und in den Erdschatten gelangt.

Das gleiche Prinzip sorgt dafür, dass Sonnenauf- und -untergänge häufig rötlich eingefärbt erscheinen. Bei einer totalen Mondfinsternis wird dieser Effekt besonders deutlich. Bei der partiellen Finsternis am 28. August wird allerdings nur der Teil des Mondes rötlich oder sehr dunkel erscheinen, der in den Kernschatten der Erde gerät.

Wie intensiv die Färbung ausfällt, hängt unter anderem vom Zustand der Erdatmosphäre ab. Staub und andere Partikel können die Farbe und Helligkeit des verfinsterten Mondes beeinflussen.

Was sollten Beobachter der Mondfinsternis beachten?

Anders als bei einer Sonnenfinsternis braucht man bei einer Mondfinsternis keine spezielle Schutzbrille. Der Mond kann problemlos mit bloßem Auge beobachtet werden.

Auch ein Fernglas oder Teleskop kann verwendet werden. Dadurch lassen sich die verschiedenen Bereiche des Erdschattens besonders gut erkennen.

Für die Beobachtung ist vor allem ein freier Blick zum westlichen Horizont wichtig. Weil der Mond während der Finsternis immer tiefer sinkt, können selbst relativ kleine Hindernisse die Sicht versperren.

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Partielle Mondfinsternis am Freitag: Ein Detail bleibt offen

Wow-Effekt des Alls: Warum Himmelsphänomene so faszinieren

Auch fotografisch kann sich das Ereignis lohnen. Ein Teleobjektiv oder ein Fernglas mit Smartphone-Adapter kann den verfinsterten Mond deutlich größer abbilden als die normale Smartphone-Kamera. Wichtig ist ein stabiler Stand oder ein Stativ.

Allerdings sollten Fotografen nicht nur auf den Mond achten. Weil das Ereignis kurz vor Sonnenaufgang stattfindet, kann die Kombination aus tief stehendem, verfinstertem Mond und beginnender Morgendämmerung interessante Aufnahmen ermöglichen.

Warum gibt es nicht jeden Monat eine Mondfinsternis?

Der Mond umkreist die Erde etwa einmal im Monat. Trotzdem kommt es nicht jeden Monat zu einer Mondfinsternis. Der Grund ist die Neigung der Mondbahn. Sie ist gegenüber der Umlaufbahn der Erde um die Sonne um etwa fünf Grad geneigt.

Deshalb zieht der Vollmond meistens etwas oberhalb oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Nur wenn der Vollmond die Ebene der Erdbahn nahe einem der beiden sogenannten Knotenpunkte passiert, kann der Mond in den Erdschatten geraten.

Das sind die Top-Fragen des Tages:

Wann ist die nächste totale Mondfinsternis über Deutschland?

Wer die nächste totale Mondfinsternis in Deutschland beobachten möchte, muss nicht ganz so lange warten wie bei einer totalen Sonnenfinsternis, die erst im Jahr 2081 wieder über Deutschland zu sehen sein wird.

Am 31. Dezember 2028 wird der Mond von Deutschland aus vollständig in den Kernschatten der Erde eintreten. In Berlin beginnt die Finsternis am Nachmittag, das Maximum wird gegen 17.52 Uhr erreicht. Die Totalität dauert dabei mehr als eine Stunde.

Noch vorher gibt es weitere, allerdings weniger spektakuläre Mondfinsternisse. Am 20. Februar 2027 findet eine Halbschattenfinsternis statt. Am 12. Januar und 6. Juli 2028 folgen weitere partielle Mondfinsternisse.

Die partielle Mondfinsternis vom 28. August 2026 ist damit etwas Besonderes: Bis zum Jahresende 2028 wird es keine tiefere partielle Mondfinsternis geben, bei der ein so großer Teil der Mondscheibe im Erdschatten liegt.

Verwendete Quellen

planetarium.berlin: "Wenn der Erdschatten den Mond trifft: Partielle Mondfinsternis am 28. August"

science.nasa.gov: "The Moon & Eclipses" (Englisch)

timeanddate.de: "28. August 2026 — Partielle Mondfinsternis — Berlin, Deutschland"

haus-der-astronomie.de: "Partielle Mondfinsternis für Frühaufsteher*innen am 28. August 2026"

Quellen anzeigen

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