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Mondfinsternis über Deutschland: Wann das Schauspiel zu sehen ist

Wissenschaft

Kurz nach der partiellen Sonnenfinsternis und dem Höhepunkt der Perseiden am 12. August folgt am Freitag, den 28. August das nächste Himmelsschauspiel: eine partielle Mondfinsternis. Wenn das Wetter mitspielt und man freie Sicht zum Horizont im Westen hat, kann man auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz beobachten, wie sich die Erde zwischen Sonne und Mond schiebt und ihr Schatten den Mond teilweise verdunkelt. Doch wer das sehen will, muss früh aufstehen. Wie eine Mondfinsternis entsteht Etwa alle vier Wochen steht der Mond als Vollmond der Sonne auf der anderen Seite der Erde gegenüber. Das ist die Voraussetzung für eine Mondfinsternis - aber nur selten kommt es dabei tatsächlich zu einer Verdunkelung. Weil die Mondbahn leicht gekippt im All verläuft, zieht der Mond meistens ober- oder unterhalb des Kernschattens seine Bahnen. Kreuzt der Vollmond aber genau jene Achse zwischen Sonne und Erde, wird er vom Erdschatten verdeckt. Bei einer partiellen Finsternis taucht nur ein Teil der Mondscheibe in den Schatten. Je stärker der Mond in diesen Kernschatten eintaucht, desto auffälliger wird die Finsternis - auch kleinere Bedeckungen sind mit bloßem Auge sichtbar. Am 28. August ergibt sich eine besonders ausgeprägte Mondfinsternis: Beim Höhepunkt des Spektakels tauchen über 90 Prozent der Mondscheibe zeitweise ins Dunkle. Partielle Mondfinsternis beobachten: Zeit und Ort müssen stimmen Die partielle Finsternis beginnt mit dem Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde. Ab 4:34 Uhr morgens taucht der Mond am Horizont auf. Lange Zeit ist von der Erde aus aber wenig davon zu sehen. Zur Hälfte ist der Mond etwa 5:15 Uhr bedeckt. Der Höhepunkt der Finsternis ist im Süden Deutschlands um 6:13 Uhr - dann liegt der maximale Anteil des Mondes zu 90 Prozent im Schatten der Erde. Die Helligkeit der aufgehenden Sonne kommt dem Himmelsereignis jedoch in den frühen Stunden in die Quere. Zusätzlich steht der Mond dann bereits sehr tief über dem Horizont und geht kurz nach Sonnenaufgang unter. "Somit wird es schwierig, den verfinsterten Mond in der hellen Dämmerung knapp über dem Horizont auszumachen", schreibt die Astronomische Vereinigung Karlsruhe (AVKa). Partielle Mondfinsternis: Beobachtungsorte in RLP und BW Wer einen Blick auf die ergraute Mondsichel werfen möchte, sollte einen Ort mit möglichst freiem Blick auf den Westhorizont aufsuchen. Je westlicher man sich befindet, desto länger kann man den Mond beobachten. Abhängig vom Standort variiert der genaue Zeitpunkt des Sonnenuntergangs leicht. Zudem können lokale Angaben noch minimalen Schwankungen unterliegen. In Stuttgart soll der Mond etwa um 6:41 Uhr untergehen, in Mainz kurz darauf um 6:43 Uhr. Idealerweise schaut man von einer erhöhten Position aus zu. Generell eignen sich hoch gelegene Sternwarten, die meist eine freie Panoramasicht bieten. In Rheinland-Pfalz könnten beispielsweise Bergkuppen entlang des Rheintals, die häufig freie Sicht nach Westen ermöglichen, eine gute Sicht auf die Mondfinsternis bieten. Frühaufsteher in Baden-Württemberg könnten es bei ausreichender Motivation bei der Sternwarte Stuttgart (Uhlandshöhe), der Sternwarte Aalen oder freien Aussichtspunkten wie der Hornisgrinde im Schwarzwald oder Anhöhen rund um Heidelberg und Heilbronn versuchen. Wichtig ist also ein gut gewählter Aussichtspunkt und der Blick in die richtige Himmelsrichtung. Absolut dunkel wie bei der Beobachtung der Perseiden-Sternschnuppen muss der Beobachtungsort dagegen nicht sein. Wird es einen Blutmond geben? Bei einer totalen Mondfinsternis ist häufig ein sogenannter Blutmond zu sehen. Obwohl totale Finsternisse den Mond eigentlich aus unserem Blick verschwinden lassen müssten, leuchtet er dunkelrot. Grund für die prägnante Tönung ist Streulicht: Das Sonnenlicht wird durch die Luftschichten der Erdatmosphäre nach innen abgelenkt, genau in den Schattenkegel hinein. Bei partiellen Mondfinsternissen erscheint der teilweise verdunkelte Bereich des Mondes typischerweise dunkler, oft eher grau bis leicht rötlich - der Kontrast ist aber geringer als bei einer totalen Finsternis. Sofern sich der verdunkelnde Mond beobachten lässt, können Frühaufsteher verfolgen, wie sich der dunkle Bereich auf der Mondscheibe minütlich vergrößert. Nächste Mondfinsternis in Deutschland lässt auf sich warten Wer nicht bereit ist, für die Teilfinsternis am Freitag früh aufzustehen, muss sich bis zur nächsten Chance gedulden. In Deutschland streift der Mond erst am 20. Februar 2027 wieder den Erdschatten. Davon wird man allerdings wenig mitbekommen, denn es handelt sich dann nur um eine Halbschattenfinsternis, bei der der Kernschatten der Erde den Mond nicht trifft. Bei der nächsten partiellen Finsternis am 12. Januar 2028 wird nur ein marginaler Teil des Mondes verdeckt werden, bevor dann am 27. Juli 2028 eine partielle Finsternis erneut einen größeren Teil der Mondscheibe überschatten soll. Erst Silvester 2028 gibt es wieder eine totale Mondfinsternis. Diese wird deutschlandweit am 31. Dezember kurz nach Mondaufgang zu sehen sein.

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