DAX +0,66 % 25.629,24 Pkt 18:00:00 MDAX -0,82 % 31.980,52 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,21 % 6.358,01 Pkt 18:00:00 Dow Jones +1,70 % 52.470,97 Pkt 19:18:50 S&P 500 +2,19 % 7.476,53 Pkt 19:18:49 Nasdaq +3,50 % 25.297,48 Pkt 19:18:49 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold -0,03 % 4.098,90 USD 19:08:39 Silber -2,03 % 57,62 USD 19:08:46 Brent +1,10 % 90,01 USD 19:03:24 WTI +1,20 % 84,59 USD 19:08:47 Bitcoin -2,94 % 62.819,17 USD 19:18:48 EUR/USD +0,51 % 1,15260 USD 19:18:22 EUR/GBP -0,29 % 0,85530 GBP 19:18:49 EUR/CHF -0,13 % 0,93150 CHF 19:18:49 EUR/JPY -1,89 % 183,721 JPY 19:18:49

Monitor-Bloatware: Die Katze ist aus dem Sack

Technologie

LG ist der erste Hersteller, der nervige Werbeeinblendungen auf PC-Monitore gebracht hat, mit freundlicher Unterstützung von Microsoft. Das geschah erst einmal nur in den USA, weckt aber Erinnerungen an die Anfänge der Werbung und des Nutzertrackings auf Smart-TVs vor etwa 14 Jahren. Geschichte wiederholt sich. Weiterlesen nach der Anzeige Damals verbreiteten sich gerade Prozessoren und Speicher in Fernsehern, um herstellereigene Betriebssysteme darauf laufen zu lassen. Die Unternehmen erkannten schnell, dass sie so die Hoheit über die Inhalte haben und mit Werbung extra Geld verdienen können. Auch hier ging das Ganze zunächst in den USA los. Samsung warb Anfang 2012 sogar offensiv mit den Möglichkeiten für Firmen: „Samsung AdHub hat sich zum Ziel gesetzt, mit ausgefeilten Targeting-Lösungen eine Win-Win-Situation sowohl für Publisher als auch für Werbetreibende zu schaffen.“ In dieser verqueren Welt würden Endnutzer von „relevanter Werbung“ profitieren. Inzwischen zeigen alle Smart-TVs Werbung an und auch Hersteller von Streaming-Sticks wie Amazon und Roku machen mit. Ein Kommentar von Mark Mantel Mark Mantel ist seit 2019 Redakteur bei heise online und c't. Er kümmert sich hauptsächlich um die Online-Berichterstattung rund um PC-Hardware. Nun sind Monitore in der Regel nicht „smart“, können also nicht eigenständig Pop-ups einblenden. LG war daher auf die Hilfe von Microsoft angewiesen: Windows 11 erkennt anhand einer Geräte-ID den LG-Monitor und lädt unaufgefordert eine App herunter. Ihre einzige Aufgabe ist es, Nutzer mit auffälligen Einblendungen zur Installation weiterer Software zu animieren, darunter die Antivirus-Software McAfee. LG redet am Problem vorbei Dieses Mal sind Nutzer noch einigermaßen heil davongekommen, aber auch nur, weil die richtigen Menschen genervt waren: Epic-Chef Tim Sweeney hat Windows-Chef Pavan Davuluri auf X angepingt, woraufhin sich LG und Microsoft auf eine Deaktivierung der McAfee-Werbung geeinigt haben. Pop-ups für LG-eigene Software, etwa zur Kalibrierung des Monitors, können aber weiter auftauchen. Weiterlesen nach der Anzeige Selbst nach starken Gegenreaktionen und Aufrufen zum Boykott hat sich LG nach über einer Woche nur zu einer Stellungnahme verleiten lassen, die völlig am Thema vorbeigeht: McAfee sei nie automatisch installiert worden, Nutzer müssten das aktiv entscheiden. LG habe lediglich Microsofts offiziellen Distributionsprozess verwendet. Die Firma macht damit klar: Werbung als zusätzliche Einnahmequelle ist weiter gewünscht. Nutzer müssen jetzt mit ihrem Portemonnaie wählen. Sollte LG mittelfristig mit seinem Vorstoß durchkommen, werden andere Hersteller unweigerlich folgen. Doch Verhältnisse wie bei Smart-TVs will niemand haben.

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