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Mord an Tupac Shakur: Duane Davis zu 40 Jahren Haft verurteilt

Welt

Mehr als 30 Jahre nach der Ermordung der Hip-Hop-Legende Tupac Shakur hat ein Gericht in Las Vegas den früheren Bandenführer Duane „Keffe D“ Davis am Dienstag zu mindestens 40 Jahren Haft verurteilt. Die Vorsitzende Richterin Carli Kierny begründete das Strafmaß auch mit der fehlenden Einsicht, die Davis während des Strafprozesses im August gezeigt habe.

Der frühere Führer der kalifornischen South Side Compton Crips hatte sich damals vor der Jury als veränderter, aufrechter Mensch dargestellt. „Sie haben aber kein Recht, einem Mann das Leben zu nehmen. Das gilt besonders, wenn dieser Mann Tupac Shakur heißt“, sagte die Richterin. Der 63 Jahre alte Davis, der in Hand- und Fußfesseln vor Gericht erschien, blieb bei Kiernys Vorwürfen regungslos.

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Nach drei Prozesswochen hatten die Geschworenen Ende August für erwiesen erachtet, dass Davis am 7. September 1996 den Mord an Shakur orchestrierte. Der Rapper war damals auf dem Beifahrersitz einer schwarzen Limousine auf dem Strip in Las Vegas von mehreren Kugeln getroffen worden. Sechs Tage später erlag der Fünfundzwanzigjährige in einem Krankenhaus seinen Verletzungen, ohne den Namen des Schützen preisgegeben zu haben.

Davis hatte schon 1997 Beteiligung eingeräumt

Wie Davis im Jahr 2019 in seinen Memoiren „Compton Street Legend“ schrieb, war dem Anschlag auf Shakur ein Streit seines Neffens Orlando Anderson und weiterer Mitglieder der Gang Mob Piru Bloods in einer Hotellobby vorausgegangen. Um sich an dem Sänger („California Love“) zu rächen, habe Davis damals eine Pistole und einen weißen Cadillac besorgt. Als Shakurs Limousine anhielt, eröffnete der inzwischen verstorbene Anderson laut Davis’ Erinnerungen das Feuer. Neben Shakur wurde damals auch der Fahrer der Limousine, der Musikproduzent Marion „Suge“ Knight, getroffen.

Bei verschiedenen polizeilichen Anhörungen, auch zu dem Mord an dem Rapper The Notorious B.I.G. in Los Angeles im Frühjahr 1997, hatte Davis wiederholt eine Beteiligung an Shakurs Tod eingeräumt. Vor seinen Aussagen war er mit der Staatsanwaltschaft ein sogenanntes Proffer Agreement eingegangen, das unter bestimmten Umständen eine Strafverfolgung ausschließt. Die Justizbehörden fühlten sich aber nicht länger an die Vereinbarung gebunden, als Davis den Anschlag auf Shakur später in Interviews und seinen Memoiren detailliert schilderte. Im Jahr 2023 wurde der frühere Bandenführer schließlich verhaftet.

Wie in den Vereinigten Staaten üblich, bekamen Shakurs Angehörige vor der Verkündung des Strafmaßes am Dienstag Gelegenheit, die Folgen des Verbrechens für ihr Leben zu schildern. Sekyiwa Shakur erinnerte an „Tupacs“ Einsatz für Familie und Freunde. Nach seiner Rückkehr aus Las Vegas habe er beispielsweise einen Termin wahrnehmen wollen, um einen Jungen aus seiner Entourage zu adoptieren. „Er war ein wundervoller Mensch, der die Welt verändern wollte“, sagte Shakur unter Tränen, bevor sie die Höchststrafe für Davis forderte. Auch ihr Bruder Maurice Shakur forderte „die längste mögliche Strafe“. „Der Mord an Tupac war auch für die Fans herzzerreißend und traurig“, erinnerte er an Shakurs Rolle als einer der einflussreichsten Vertreter des amerikanischen Rap.

Davis’ Verteidiger Michael Sanft kündigte derweil einen Berufungsantrag an. Die Staatsanwaltschaft habe nicht nur zu lange mit der Erhebung der Anklage gegen seinen Mandanten gewartet. Der Jurist warf ihr auch vor, das Proffer Agreement gebrochen zu haben, durch das Davis zum Hauptbelastungszeugen gegen sich selbst wurde.

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