Mord an Tupac Shakur: Jury fällt Urteil gegen Gang-Anführer Duane Davis
Paukenschlag in Las Vegas
Mord an Tupac Shakur: Nach 30 Jahren fällt ein Urteil
Von t-online, aj
Aktualisiert am 01.09.2026 - 08:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Vor 30 Jahren starb der US-Rapper Tupac Shakur nach Schüssen in Las Vegas. Im Prozess um den jahrzehntelang ungeklärten Mord hat es nun ein Urteil gegeben.
30 Jahre nach dem Mord an US-Rapper Tupac Shakur ist im Prozess gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher der Tat im Bundesstaat Nevada ein Urteil gefallen. In dem Gericht in Las Vegas waren am Montag zunächst die Abschlussplädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung gehalten worden. Doch dann ging es schnell. Zwölf Geschworene befanden den ehemaligen Gang-Anführer Duane Davis wegen Mordes schuldig.
Die Jury sah es als erwiesen an, dass der 63-Jährige als Drahtzieher für den Tod des Rappers verantwortlich ist. Die Beratung dauerte nur wenige Stunden. Davis droht nach dem Urteil eine lebenslange Gefängnisstrafe. In Nevada können Angeklagte auch wegen Mordes verurteilt werden, wenn sie anderen bei der Tat geholfen haben.
Staatsanwalt Binu Palal argumentierte, der Angeklagte Duane Davis habe den Mord an Shakur angeordnet. Die Verteidigung erklärte dagegen, es gebe außer Davis' eigenen Aussagen keinerlei Beweise, die den heute 63-Jährigen mit der Tat in Verbindung brächten.
Berühmter Rapper starb mit 25 Jahren
Der Mord an Shakur gehört zu den bekanntesten ungelösten Verbrechen in den USA: Am 7. September 1996 wurde Shakur aus einem fahrenden Auto heraus angeschossen. Sechs Tage später erlag der damals 25 Jahre alte Hip-Hop-Star im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Rapper war in der Tatnacht mit Suge Knight, dem Mitbegründer des Gangsta-Rap-Labels Death Row Records, unterwegs gewesen.
Die Vorgeschichte: Nachdem sich Shakur und Knight im Hotel- und Casino-Komplex "MGM Grand" einen Boxkampf von Mike Tyson angesehen hatten, kam es in der Lobby zu einer Schlägerei. Dabei wurde ein Neffe des Angeklagten von Shakur und dessen Gefolgsleuten verprügelt. Davis und sein Neffe gehörten einer südkalifornischen Gang an, die mit der Gang, der Suge Knight nahestand, verfeindet war.
Vor Gericht argumentierte die Anklage nun, Davis habe den Mordplan ausgeheckt, um den Angriff auf seinen Neffen zu vergelten. "So war das Gangsterleben in den 1990er Jahren in Compton – man hatte keine Wahl, man konnte nicht nach Compton zurückkehren, nachdem man öffentlich verprügelt worden war", sagte Staatsanwalt Palal in seinem Schlussplädoyer. Davis besorgte sich laut Palal eine Waffe und "ging auf die Jagd nach Tupac Shakur".
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Davis soll den Mord an Shakur in Auftrag gegeben haben
Davis hatte in der Vergangenheit mehrfach und auch in Polizeiverhören darüber gesprochen, dass er in jenem Cadillac gesessen habe, aus dem die Schüsse auf Shakur abgefeuert wurden. Auch in seinen 2019 veröffentlichten Memoiren "Compton Street Legend" schrieb er über den Vorfall. Später bestritt er in TV-Interviews jedoch, überhaupt in Las Vegas gewesen zu sein. Der Verteidiger baute seine Argumentation darauf, seinen Mandanten als Lügner und Angeber darzustellen.
Davis wurde schließlich 2023 in der Glücksspielmetropole festgenommen und unter anderem wegen Mordes angeklagt. Vor Gericht plädierte er auf nicht schuldig. Der mit Spannung erwartete Prozess hatte im August begonnen und stützte sich vor allem auf Aussagen des Angeklagten selbst.