Mordfall Fabian: Gina H. bricht ihr Schweigen
Startseite Welt Mordfall Fabian: Gina H. bricht ihr Schweigen – Anwalt erklärt ihre neue Taktik Von: Kilian Bäuml Uns auf Google folgen Die Angeklagte Gina H. blieb über Monate still – jetzt will sie sich im Prozess zum Mordfall Fabian äußern. Trotz der Beweise hält sie an ihrer Unschuld fest. Rostock – Der Prozess im Mordfall Fabian läuft, doch die Angeklagte äußerte sich bisher nicht. Nach Wochen voller belastender Indizien und erschütternder Zeugenaussagen wird sich Gina H. erstmals selbst zum Verfahren äußern, kündigte ihr Anwalt Thomas Löcker an. Geplant ist ihre Aussage für den 24. August. Dass sie sich erst so spät im Verfahren äußert, hat einen bestimmten Grund. „Wir haben so lange gewartet, damit sie auf die Aussagen der anderen reagieren kann“, erklärt Löcker der Bild-Zeitung. Es bestehe Bedarf, sich zu Abläufen und Zeugenaussagen zu äußern und das Verhältnis zu ihrem Freund besser zu beleuchten. Ihre Aussage werde derzeit zusammen mit ihrem Anwalt vorbereitet. Sie soll jedoch nur aussagen und nicht selbst auf Fragen eingehen. Fest steht jedoch schon: Die Angeklagte hält weiter an ihrer Unschuld fest. „Frau H. lebt in der Hoffnung, dass sich das alles aufklärt“, so ihr Anwalt. Angeklagte im Mordfall Fabian will sich selbst äußern: Beweise sprechen gegen Gina H. Laut Staatsanwaltschaft lockte Gina H. den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow und tötete ihn an einem abgelegenen Tümpel bei Klein Upahl mit mindestens sechs Messerstichen. Anschließend soll sie den Leichnam angezündet haben. Vier Tage später fand die Polizei die sterblichen Überreste des Jungen – entdeckt ausgerechnet von Gina H. selbst. Der Vorwurf: Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen. Mehrere Indizien belasten die Angeklagte: Fasern eines grauen Pullovers, den Fabian kurz vor seinem Tod bekommen hatte, fanden Ermittler auf einer Decke und einem Putzlappen bei Gina H. Auch ein Telefonat belastet die Angeklagte schwer. Dazu kommen belastende Daten aus ihrem Handy sowie Aufnahmen einer Überwachungskamera. Auch ihr Internet-Suchverlauf steht im Fokus der Ermittler. Grund für Mord an Fabian soll die Beziehung zum Vater gewesen sein Die Staatsanwaltschaft sieht das Motiv für den Mord in der Beziehung zwischen Gina H. und Fabians Vater Matthias R. Die 30-Jährige habe den Jungen als Hindernis für die Partnerschaft empfunden. Pikant: Laut Angaben des Vaters sind er und Gina H. während des laufenden Prozesses wieder ein Paar. Er besucht sie in der Untersuchungshaft und hält sie für unschuldig – weshalb die Staatsanwaltschaft inzwischen wegen des Verdachts der Falschaussage gegen ihn ermittelt. Nach dem Aussagetermin am 24. August sind noch fünf weitere Verhandlungstage geplant. Ein Urteil könnte bereits am 10. September fallen. Bis dahin gilt für Gina H. die Unschuldsvermutung. (Quellen: Bild, dpa) (kiba)