Morning Briefing Plus: Big Beautiful Schuldenknall - Trumps Flirt mit dem Finanzdesaster
Die Welt hat in dieser Woche ein Beben erlebt, das auf der Richterskala der globalen Großkrisen zunächst kaum registriert wurde. Kriege und Handelskonflikte binden unsere Aufmerksamkeit. Raketen, die Nacht für Nacht auf Kiew niedergehen. Kämpfe in der Meerenge von Hormus. Zollstreitigkeiten und Sanktionsdrohungen.
Doch jenseits der Schlagzeilen aus den Spannungsgebieten vollzieht sich ein Umbruch, der die Zukunft ebenso stark, vielleicht sogar noch stärker prägen könnte. Die Zinsen auf Amerikas Schulden haben am Mittwoch eine kritische Schwelle überschritten. Für 30-jährige Staatsanleihen stieg die Rendite auf 5,31 Prozent, das höchste Niveau seit 2007. Es ist ein Misstrauensvotum der Investoren, die nicht länger bereit sind, Amerikas ausufernde Staatsausgaben ohne Risikoprämie zu finanzieren.
US-Finanzminister Scott Bessent sah sich gezwungen einzugreifen. Der Plan: kurzfristige Anleihen ausgeben, um langfristige Schuldentitel kaufen zu können und so die Rendite zu drücken. Die US-Regierung will verhindern, dass die Kreditkosten weiter steigen, etwa für Immobilien, und die Konjunktur belasten. Doch das ist in etwa so, als würde eine Baufirma eine einsturzgefährdete Wand mit einer neuen Tapete absichern wollen.