Moser Roth statt Milka: Experte empfiehlt Billig-Schokolade vom Discounter
Teure Markenschokolade muss nicht automatisch die bessere Wahl sein. Laut NDR-Ernährungsdoc Mathias Riedl können Eigenmarken nicht nur den Geldbeutel schonen, sondern auch gesundheitliche Vorteile haben.
Eine Tafel Lindt-Schokolade kostet im Supermarkt oft das Doppelte oder Dreifache der Eigenmarke. Für viele Verbraucher ist der Preisunterschied selbstverständlich: Markenware = höhere Qualität, so die landläufige Meinung. Ernährungsdoc Matthias Riedl sieht das aber anders.
Ernährungsdoc Riedl kauft lieber No-Name-Schokolade
Der Ernährungsmediziner, bekannt aus der NDR-Sendung „Die Ernährungs-Docs“, hat im Interview mit dem Hamburger Abendblatt die eine Liste seiner bevorzugten Eigenmarkenprodukte verraten. Schokolade steht darauf, und zwar nicht nur wegen des Preises. „Die Hersteller benutzen ganz typische Markenaromen, damit der Kunde seine Schokolade wiedererkennt. Das ist im Interesse des Herstellers. Aber wir als Konsumenten können es lieber weglassen.“
Eigenmarken würden häufig auf diesen „chemischen Schnickschnack“ verzichten, wie Riedl ihn nennt. Dazu gehören etwa Emulgatoren und künstliche Aromen, die zwar den Wiedererkennungswert einer Marke sichern, der Gesundheit aber nichts nützen.
Sein Fazit ist eindeutig: „Natürlich sind Eigenmarken häufig günstiger. Das ist ein wirklich schlagkräftiges Argument, aber es gibt manchmal sogar Qualitätsunterschiede.“ Einen höheren Preis hält er ausdrücklich nicht für einen Garanten besserer Qualität. Wer klug einkaufen will, solle sich zuerst die Eigenmarken ansehen, die Zutatenliste prüfen und dann entscheiden.
Schokolade ist dabei nur ein Beispiel aus Riedls Top 10. Auch bei Olivenöl, Sojajoghurt, Hummus und Haferflocken empfiehlt er Handelsmarken. No-Name-Hummus koste oft nur knapp die Hälfte des Markenprodukts, Bio-Olivenöl als Eigenmarke sei regelmäßig günstiger als konventionelles Markenöl.
Eigenmarken auf dem Vormarsch
Dass Riedl diese Empfehlung ausspricht, passt in einen breiteren Trend. Eigenmarken von Discountern und Supermarktketten haben in den vergangenen Jahren erheblich an Ansehen gewonnen. Stiftung Warentest bescheinigte zuletzt mehrfach, dass No-Name-Produkte in Kategorien wie etwa Nuss-Nougat-Cremes mit Premiummarken mithalten oder diese sogar übertreffen.
Gleichzeitig sind die Lebensmittelpreise in Deutschland seit 2022 deutlich gestiegen, was den Griff zur günstigeren Alternative für viele Haushalte zur Notwendigkeit gemacht hat.