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MotoGP Mandalika 2026: Marco Bezzecchi holt ersten Sieg seit Ende Mai

Sport

(Motorsport-Total.com) - Aprilia-Werkspilot Marco Bezzecchi hat den Grand Prix von Indonesien in Mandalika auf der Insel Lombok gewonnen und hat damit erfolgreich Wiedergutmachung für den Startunfall vom Tag zuvor betrieben. Für Bezzecchi ist es der erste Sieg seit dem Grand Prix von Italien in Mugello. Das war Ende Mai und liegt 10 Rennen zurück. Im Kampf um den WM-Titel wird es für "Bez" trotzdem schwierig.

Bezzecchis Aprilia-Teamkollege Jorge Martin kam am Sonntag in Mandalika hinter Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) auf dem dritten Platz ins Ziel. Damit hat sich Martin die WM-Führung, die er vor dem Wochenende innehatte, im Sprint am Samstag aber an Marc Marquez (Ducati) verloren hatte, nun wieder zurückgeholt.

An der Spitze der MotoGP-Gesamtwertung 2026 hat Martin nun wieder zwei Punkte Vorsprung auf Marquez und 46 Punkte Vorsprung auf Bezzecchi.

Problemloser Start: Bezzecchi kurz vor Fernandez

Anders als beim Startcrash, den es im Sprint am Samstag gegeben hat, ging beim Start des Grand Prix alles gut. Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) startete von der Pole, diesmal aber mit gebrochenem rechten Zeigefinger. Die Verletzung ist eine Folge des Startunfalls mit Marco Bezzecchi (Aprilia) vom Samstag.

Fernandez gewann den Start, aber Bezzecchi war derjenige, der vor Kurve 1 am spätesten bremste. Der Aprilia-Werkspilot übernahm kurzzeitig die Führung, aber direkt am Kurvenausgang holte sich Fernandez mit mehr Schwung die Spitzenposition zurück.

Am Ende der ersten von 27 Runden führte Raul Fernandez vor Marco Bezzecchi, Marc Marquez, Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) und Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati). Jorge Martin kam als Sechster aus der ersten Runde zurück, war in der zweiten Runde aber schon Fünfter, weil Aldeguer als erster von letztlich drei gestürzten Fahrern im Feld notiert wurde.

WM-Führung wechselt mehrmals hin und her

An Di Giannantonio kam Martin zügig vorbei. Kurz darauf war er Dritter, denn vor Kurve 10 bremste sich der Aprilia-Werkspilot an seinem WM-Rivalen Marc Marquez vorbei. Was Marquez betrifft, so wurde dieser ein paar Runden später auch von Pedro Acosta (KTM) überholt. Zu diesem Zeitpunkt war Martin der virtuelle WM-Spitzenreiter.

Bei Halbzeit der Distanz bekam Acosta Probleme mit seinem Reifendruck. Er überließ Marc Marquez kampflos wieder die vierte Position. Und damit war es zu diesem Zeitpunkt wieder Marquez, der die WM-Gesamtwertung virtuell anführte.

Acosta aber hielt Anschluss. In der 15. Runde überließ ihm Marquez vor Kurve 10 seinerseits kampflos die vierte Position. In dieser Phase des Rennens bekam augenscheinlich auch der Ducati-Werkspilot Probleme mit dem Luftdruck im Vorderreifen.

Die Konsequenz war, dass die virtuelle WM-Führung wieder an Martin überging. Wenige Runden später war Marquez wieder an Acosta vorbei und damit seinerseits wieder WM-Führender. Kurz darauf war es wieder umgekehrt und Martin führte die Punktwertung wieder an.

Bezzecchi bremst gehandicapten Fernandez aus

An der Spitze hielt derweil Marco Bezzecchi den Anschluss an Raul Fernandez, wohingegen Jorge Martin auf der dritten Position das Tempo seiner beiden Vorderleute nicht mitgehen konnte. Eingangs der 19. von 27 Runden bremste Bezzecchi Fernandez am Ende der Start/Ziel-Gerade aus. Der Trackhouse-Pilot kämpfte mit dem Handicap, dass sein verletzter rechter Zeigefinger sein Bremsfinger ist.

In den verbleibenden Runden konnte Fernandez das Tempo von Bezzecchi nicht mehr halten. Während der Aprilia-Werkspilot aus Italien seinem ersten Sieg seit Mugello entgegen fuhr, musste sich der Trackhouse-Pilot nach hinten orientieren. Sein Polster auf Jorge Martin war letztlich aber groß genug.

Marco Bezzecchi nach erlösendem Sieg überglücklich

Marco Bezzecchi brachte seinen fünften Saisonsieg 2026 letztlich mit 4,2 Sekunden Vorsprung ins Ziel. "Ja, das ist fantastisch!", jubelt Bezzecchi. "Ich bin wirklich überglücklich. Genau das war mein Ziel, seit ich mir am Sachsenring alles gebrochen habe. Ich freue mich riesig, wieder ganz oben auf dem Podium zu stehen. Es war ein richtig schöner Zweikampf mit Raul."

"Ich denke auch, dass wir so ein Ergebnis absolut verdient haben, ich und meine gesamte Mannschaft, ganz besonders sie, weil sie ununterbrochen arbeiten. Sie sind mit mir durch schwierige Zeiten gegangen. Deshalb bin ich überglücklich. Das ist alles für sie, für meine Familie daheim und für all meine Freunde", so Bezzecchi.

Raul Fernandez verrät: Nicht nur ein, sondern zwei Finger gebrochen

Raul Fernandez rettete den zweiten Platz ins Ziel und verrät: "Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich sagen soll, denn gestern nach meinem Sturz war es extrem schwierig für mich. Ich habe sofort auf meine Hand geschaut. Noch bevor ich ins Medical-Center gegangen bin, wusste ich, dass mein Finger gebrochen war. Genau der Finger, den ich normalerweise zum Bremsen benutze."

"Als ich heute Morgen aufgewacht bin", so Fernandez weiter, "habe ich festgestellt, dass nicht nur einer, sondern gleich zwei Finger gebrochen sind. Niemand wusste davon. Ich habe versucht, mir nichts anmerken zu lassen, um den Schmerz für mich zu behalten und mich voll auf das Rennen zu konzentrieren. Heute Vormittag musste ich nach einer anderen Bremsmethode suchen, weil ich den gewohnten Finger nicht benutzen konnte".

"Also habe ich den anderen Finger genommen. Ich musste praktisch bei Null anfangen: bei der gesamten Abstimmung, den Bremspunkten und der Art, wie ich die Vorderradbremse bedienen musste. Das war eine enorm schwierige Aufgabe für mich", so der Trackhouse-Pilot.

Vierfach-Erfolg für Aprilia mit Bezzecchi, Fernandez, Martin, Ogura

Und Jorge Martin sagt nach seinem dritten Platz: "Ich denke, ich habe das Maximum herausgeholt. Marco und Raul waren über das gesamte Wochenende hinweg etwas stärker als ich. Ich habe versucht mitzuhalten, aber jedes Mal, wenn ich herangekommen bin, haben sie noch einmal nachgelegt. Ich habe mein Bestes gegeben."

Mit P3 hat sich Mrtin die tatsächliche WM-Führung von Marc Marquez zurückgeholt. Mehr noch: Marquez musste sich in der Schlussphase nicht nur Acosta beugen. Er fiel auch noch hinter Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) zurück und kam als Sechster ins Ziel. Das ist trotzdem seine erste Zielankunft überhaupt in einem Grand Prix auf dem Mandalika International Circuit in Indonesien, wo seit 2022 gefahren wird.

Und: Ogura fing in der letzten Runde noch Acosta ab, womit die vier Aprilia-Fahrer auf den Plätzen eins bis vier ins Ziel gekommen sind. Es ist der erste Vierfach-Erfolg für Aprilia in der Königsklasse.

Die Top 10 machten Alex Marquez (Gresini-Ducati), der von P3 gestartete Fabio Di Giannantonio, Fabio Quartararo (Yamaha) und Enea Bastianini (Tech3-KTM) komplett. Die weiteren Platzierungen in den Punkterängen belegten Brad Binder (KTM), Luca Marini (Honda), Johann Zarco (LCR-Honda), Franco Morbidelli (VR46-Ducati) und Alex Rins (Yamaha) (Ergebnis: GP Indonesien 2026 in Mandalika).

Francesco Bagnaia wieder unter den Gestürzten

Nicht ins Ziel gekommen sind abgesehen von dem bereits in der zweiten Runde gestürzten Fermin Aldeguer außerdem Jack Miller (Pramac-Yamaha), Francesco Bagnaia (Ducati) aufgrund von Stürzen, sowie Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha), der an der Box aufgab. Aufgrund einer Gridstrafe war Razgatlioglu von ganz hinten gestartet. Im morgendlichen Warm-up war er langsam auf der Ideallinie unterwegs gewesen und hatte Marco Bezzecchi irritiert.

Waren zum Sprint am Samstag noch 22 Piloten angetreten, so standen in der Startaufstellung für den Grand Prix am Sonntag nur deren 21. Für Aleix Espargaro, der im Honda-Werksteam für den erkrankten Joan Mir eingesprungen war, wurde auf Rückzug entschieden.

Grund: Seit seinem schweren Unfall bei Testfahrten im April in Sepang ist Espargaro kaum gefahren. Schon der Sprint am Samstag setzte ihm körperlich zu. Und weil der Honda-Testfahrer kommende Woche abermals in Sepang einen wichtigen Zweitagestest der RC214V für die MotoGP-Saison 2027 fährt, soll er sich für diesen schonen und die Belastung eines Grand Prix vermeiden.

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