MotoGP Spielberg 2026: Pedro Acosta schafft mit KTM seinen Premierensieg!
(Motorsport-Total.com) - Vom tragischen Helden zum großen Helden in 24 Stunden: Pedro Acosta hat auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg erfolgreich Wiedergutmachung betrieben, indem er den Grand Prix von Österreich am Sonntag auf seiner KTM gewonnen hat. Es ist Acostas erster Grand-Prix-Sieg in der Königsklasse. Der erlösende Triumph ist ihm im 56. Anlauf gelungen.
Für KTM ist es der Sieg in einem Sonntagsrennen seit dem Thailand-Grand-Prix 2022. Damals gewann Miguel Oliveira im Regen. Nach Brad Binder und eben Oliveira ist Pedro Acosta nun der dritte Fahrer, der mit einer KTM ein MotoGP-Rennen gewonnen hat.
"Ich erinnere mich noch an das letzte Mal, Moto2 in Indonesien", denkt Acosta an seinen zuvor letzten Sieg in der Motorrad-WM zurück. Nach seinem ersten Sieg in der Königsklasse sagt er: "Der erste Sieg ist natürlich immer etwas Besonderes. Es ist ein schöner Abschluss eines Kapitels mit KTM, vor all den österreichischen Fans."
"Hier waren so viele KTM-T-Shirts, und ich freue mich unglaublich für sie, weil sie diesen Erfolg sogar noch mehr verdient haben als ich. Gestern waren so viele großartige Menschen um mich herum, nachdem ich es vermasselt hatte, und ihnen jetzt dieses Ergebnis geben zu können, ist einfach großartig", so Acosta.
Hinter dem umjubelten Sieger Pedro Acosta kam am Sonntag in Spielberg Jorge Martin auf P2 ins Ziel. Damit hat er seine WM-Führung ausgebaut. Martins Aprilia-Teamkollege Marco Bezzecchi komplettierte als Dritter das Podium (Ergebnis: GP Österreich 2026 in Spielberg).
Ducati-Werkspilot Marc Marquez schaffte mit Mühe ein Top-5-Ergebnis. An der Spitze der MotoGP-Gesamtwertung 2026 hat Martin vor Beginn der Asien-Tournee nun 12 Punkte Vorsprung auf Marquez.
Marc Marquez mit Wheelie am Start - Aprilia-Trio vorn
Polesetter Jorge Martin (Aprilia) gewann genau wie am Samstag den Start. Als Zweiter in Kurve 1 reihte sich direkt sein von P4 gestarteter Teamkollege Marco Bezzecchi ein. Indes hatte Marc Marquez (Ducati) von P2 keinen perfekten Start. Mit einem Wheelie fiel er auf den ersten Metern hinter Bezzecchi zurück. In der Schikane kam auch Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia) an Marquez vorbei, womit drei Aprilia ganz vorn lagen.
Noch im Verlauf der ersten Runde, nämlich in Kurve 6, ging auch Pedro Acosta (KTM) an Marc Marquez vorbei. Der Ducati-Werkspilot kam somit nur als Fünfter aus der ersten Runde zurück.
Pedro Acosta kämpft sich in Führung
Ganz vorne duellierten sich die beiden Aprilia-Werkspiloten. Bezzecchi nahm Martin eingangs der zweiten Runde die Führung aber, aber der Spanier konterte in Kurve 3 und holte sich die Spitzenposition zurück.
Dahinter machte Acosta weiter Boden gut. An Ogura kam er zügig vorbei. Auch Bezzecchi hatte dem KTM-Piloten nichts entgegenzusetzen. Acostas Vorwärtsdrang aber war noch nicht abgeschlossen.
In der achten von 28 Runden zeigte sich Acosta ausgangs Kurve 4 erstmals fast auf gleicher Höhe mit Spitzenreiter Martin, kam aber noch nicht vorbei. Eine halbe Runde später - beim Herausbeschleunigen aus Kurve 1 - war es dann soweit. Acosta nahm Martin die Führung ab.
Marc Marquez kämpft für Top-5-Ergebnis
Bei Halbzeit des Grand Prix hatte Acosta als Spitzenreiter etwas mehr als eine halbe Vorsprung auf Martin. Bezzecchi war Dritter, gefolgt von Ogura und Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati). Indes fiel Marc Marquez immer weiter zurück. Der Titelverteidiger und Spielberg-Vorjahressieger tat sich auf die Distanz schwerer als noch im Sprint am Samstag.
Nach 14 von 28 Runden wurde Marquez nur noch als Siebter hinter Brad Binder (KTM) geführt. An Binder kam Marquez auf der Gegengerade vorbei. An Aldeguer schob er sich einige Runden später auf der Start/Ziel-Gerade vorbei. Die Top 4 aber fuhren für Marquez am Sonntag außer Reichweite.
An der Spitze des Feldes kontrollierte Acosta in der zweiten Rennhälfte seinen Vorsprung auf Martin. Anstatt nach vorne, musste sich Martin nach hinten orientieren, denn Teamkollege Bezzecchi kam ihm in der Schlussphase näher und näher.
Jorge Martin baut mit P2 seine WM-Führung aus
Letzten Endes änderte sich ganz vorne nichts mehr. Unter dem Jubel der KTM-Fans brachte Pedro Acosta seinen ersten Grand-Prix-Sieg als MotoGP-Pilot mit einer Sekunde Vorsprung ins Ziel. Jorge Martin als Zweiter, Marco Bezzecchi als Dritter und Ai Ogura als Vierter sorgte für vier Aprilia RS-GP26 in den Top 4. Fünfter wurde Marc Marquez als bestplatzierter Ducati-Fahrer.
Jorge Martin sagt nach P2 im Rennen: "Ich möchte Pedro gratulieren. Er hat in den vergangenen Jahren sehr hart für diesen Sieg gekämpft. Dieses Gefühl ist für ihn unglaublich. Ich freue mich sehr für ihn. Ich selber hatte ein großartiges Rennen. Ich habe versucht, den Benzinverbrauch zu managen. Dann hat Pedro mich überholt, aber ich dachte, alles sei unter Kontrolle. Schritt für Schritt konnte er sich aber absetzen."
"Ich habe versucht, noch etwas mehr zu pushen, aber mein Hinterreifen war komplett zerstört. Ich habe mein Bestes gegeben. Vielleicht hätten wir uns an einigen Stellen noch verbessern können, aber wir hatten ein großartiges Wochenende. Genau so müssen wir jedes Wochenende bis zum Ende der Saison weitermachen. Der Kampf ist eröffnet, und wir freuen uns darauf, so weiterzumachen."
Martins Aprilia-Teamkollege Marco Bezzecchi sagt nach P3: "Es war kein einfaches Wochenende. Wir sind am Freitag nicht besonders gut gestartet und hatten etwas Mühe, den richtigen Weg zu finden. Ich habe gestern Abend alles analysiert, um mich zu steigern, und bin sehr gut gestartet. Aber als Jorge mich überholt hatte, bekam ich große Probleme mit der Front, und auch Pedro holte mich ein und ging vorbei. Gegen Ende war meine Pace dann gar nicht schlecht. Ich bin glücklich und dem Team sehr dankbar."
Drei KTMs in Österreich in den Top 11
P6 im Östererich-Grand-Prix ging an Brad Binder auf der zweiten Werks-KTM. Siebter auf der Strecke wurde Fermin Aldeguer, hat aber eine Drei-Sekunden-Strafe kassiert. Die wirft ihn im Endergebnis hinter Francesco Bagnaia (Ducati) zurück.
Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) und Johann Zarco (LCR-Honda) rundeten die Top 10 ab. Ebenfalls WM-Punkte gibt es für Enea Bastianini (Tech3-KTM), Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia), Honda-Ersatzfahrer Takaaki Nakagami, Luca Marini (Honda) und Diogo Moreira (LCR-Honda).
Gestürzt ist im Grand Prix von Österreich am Sonntag einer, nämlich Alex Marquez (Gresini-Ducati) in der Schikane, wo im Sprint am Samstag Pedro Acosta und auch Franco Morbidelli gestürzt waren.