MotoGP-Sprint Motegi 2026: Marc Marquez siegt, Martin nach Strafe Dritter
(Motorsport-Total.com) - Marc Marquez hat den Sprint beim Grand Prix von Japan in Motegi gewonnen. Der Ducati-Werksfahrer setzte sich beim Start in Kurve 1 gegen Polesetter Jorge Martin (Aprilia) durch und eroberte seinen 22. Sprintsieg. Diogo Moreira (LCR-Honda) feierte als Zweiter sein erstes Sprintpodium. Martin wurde nach einer Strafe Dritter.
"Das Ziel war die erste Reihe im Qualifying", sagt Marc Marquez. "Wir haben für das Rennen eine kleine Änderung vorgenommen und ich fühlte mich auf dem Motorrad deutlich besser. Ich fühlte mich wohl, als ich auf Platz eins fuhr. Also Auftrag erledigt. Morgen geht es weiter."
Im Spitzenfeld setzten mit einer Ausnahme alle Fahrer für das kurze Rennen über 12 Runden auf den weichen Hinterreifen. In der Startaufstellung wechselte Marco Bezzecchi (Aprilia), der als Vierter startete, auf Medium.
Als die roten Lichter der Ampel erloschen, beschleunigten Marc Marquez und Martin Seite an Seite auf die erste Kurve zu. Da der Ducati-Fahrer auf der Innenseite war, übernahm er in der ersten Kurve die Führung.
Dahinter kam es in der ersten Runde in Kurve 3 zu einem Unfall mit drei Fahrern. Pedro Acosta (KTM) sowie die Ducati-Fahrer Alex Marquez (Gresini) und Fabio Di Giannantonio (VR46) stürzten ins Kiesbett.
Die TV-Wiederholung zeigte, dass Alex Marquez am Kurveneingang innen war und gegen Acosta prallte. Das löste die Kettenreaktion aus, die auch Di Giannantonio mitriss.
Nach der ersten Runde führte Marc Marquez vor Martin, Marco Bezzecchi (Aprilia), Enea Bastianini (Tech3-KTM) und Lokalmatador Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia). Die beiden Spanier hatten an der Spitze einen kleinen Vorsprung.
In der dritten Runde fuhr Marc Marquez vier Zehntelsekunden schneller als Martin und baute seinen Vorsprung auf knapp acht Zehntelsekunden aus. In der nächsten Runde konterte Martin und fuhr zwei Zehntel schneller als Marc Marquez.
In der sechsten Runde nahm der Ducati-Fahrer seinem Verfolger drei Zehntelsekunden ab, wodurch sich sein Vorsprung erstmals auf eine Sekunde vergrößerte.
Tracklimits ändern Podiumsplatzierungen
Martin hatte im restlichen Rennverlauf keine Antwort mehr und musste sich in der letzten Runde noch gegen Bastianini verteidigen, was ihm auch gelang. Der Zieleinlauf entsprach aber nicht dem Ergebnis.
Zunächst fuhren Martin, Bastianini und Moreira auf den Plätzen zwei, drei und vier über die Linie. Da Martin und Bastianini in der letzten Runde die Tracklimits missachteten, wurden sie um eine Position zurückversetzt.
Somit wurde Moreira als Zweiter gewertet und feierte sein erstes Sprintpodium. Martin belegte Platz drei. Mit diesem Ergebnis verkürzte Marc Marquez seinen WM-Rückstand auf Martin auf sieben Punkte (zur WM-Wertung).
"Ich habe mein Bestes gegeben", sagt Martin. "Glückwunsch an Marc, die Pace war unglaublich. Aber nach sieben oder acht Runden begann mein Hinterreifen auf der linken Seite nachzulassen."
"In den letzten beiden Runden konnte ich auf der Geraden schließlich nicht einmal mehr das Gas richtig öffnen, sodass ich viel Zeit verloren habe", erklärt Martin seinen Einbruch zum Schluss.
"In der letzten Runde habe ich versucht, alles zu geben, um Enea hinter mir zu halten. Das ist mir gelungen. Ich weiß nicht genau, wo ich die grüne Fläche berührt habe, weil ich mich sehr darauf konzentriert habe, sie nicht zu berühren."
"Also ein großer Fehler. Ich werde mir später ansehen, was passiert ist, denn ich glaube nicht, dass ich sie berührt habe. Aber ja, es war ein gutes Rennen, gute Punkte. Das erste Podium für Aprilia in Motegi. Darüber freuen wir uns wirklich sehr."
Erstes Podium für Moreira
Für Moreira war Platz zwei das erste Podium seiner noch jungen MotoGP-Karriere. "Heute war einfach der Tag", jubelt der Brasilianer. "Ich fühlte mich Runde für Runde wohler auf dem Motorrad und habe versucht, den Reifen für das Ende zu schonen."
"Dann sah ich in der letzten Runde, dass Martin und Enea das Grün berührt hatten. Da dachte ich: 'Okay, vielleicht sind wir auf dem Podium.' Und ja, ich bin sehr glücklich. Wir müssen diese Momente genießen."
Hinter Bastianini wurde Ogura Fünfter. Bezzecchi hatte mit dem Medium-Hinterreifen nicht die Pace und fiel auf Platz sechs zurück. Mit Johann Zarco (LCR-Honda) auf Platz sieben sammelten beide Fahrer von Lucio Cecchinello WM-Punkte (zum Ergebnis).
Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) kam als Achter ins Ziel und Fabio Quartararo sammelte für Platz neun einen WM-Punkt für Yamaha. Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) ging als Zehnter leer aus.
In der neunten Runde hatte Brad Binder (KTM) in Kurve 1 einen Ausritt durch das Kiesbett und fiel dadurch ans Ende des Feldes zurück. Er erhielt anschließend genau wie Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha) wegen Tracklimits eine Long-Lap-Strafe.
Francesco Bagnaia (Ducati) stellte sein Motorrad kurz vor Rennende an der Box ab. Sein weicher Hinterreifen war komplett verschlissen.