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Motorboot vor der Küste Alaskas war manövrier­unfähig: Hat die Besatzung von Zuckerbergs Yacht einen Hilferuf ignoriert?

Welt

Ein Vorfall mit Mark Zuckerbergs 300-Millionen-Dollar-Superyacht „Launchpad“ hat öffentliche Empörung provoziert. Anfang August soll die Besatzung der 118 Meter langen Yacht den Notruf eines in der Nähe in Not geratenen Bootes ignoriert haben. Das behaupten nach Angaben der Nachrichtenseite „Alaska Beacon“ zumindest die Betreiber und Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes, das weiter entfernt war als Zuckerbergs Yacht und dem manövrierunfähigen Boot zur Hilfe eilte. Ein Sprecher von Zuckerbergs Konzern Meta, zu dem unter anderem das soziale Netzwerk Facebook gehört, stellt den Vorgang jedoch anders dar. Die Besatzung der Yacht habe den Funkruf zur Hilfe für das Boot erst gehört, als das andere Schiff bereits Hilfe geleistet habe. Zuckerberg und seine Familie seien zu dem Zeitpunkt nicht an Bord der Yacht gewesen. Dem Bericht des „Alaska Beacon“ und anderen US-Medien zufolge war dem Boot Anfang August vor der Küste Alaskas der Treibstoff ausgegangen. Nachdem es wegen Manövrierunfähigkeit über die US-Küstenwache einen Notruf abgesetzt hatte, sei es von dem kleinen Kreuzfahrtschiff „Wilderness Legacy“ in die nahegelegene Farragut Bay im Südosten Alaskas geschleppt und dort betankt worden. Ein Passagier des Kreuzfahrtschiffs hatte nach Angaben der Zeitung „The Guardian“ in den sozialen Medien beschrieben, wie das Schiff, auf dem er sich befand, dem Beiboot zu Hilfe eilte. Der New Yorker Software-Entwickler Michael Love behauptet auf einem tausendfach geteilten Post auf Bluesky, die Behörden hätten Zuckerbergs Yacht über Funk kontaktiert, diese habe sich jedoch „wiederholt geweigert, zu antworten“. Als der Kapitän dies verkündet habe, „gab es fast einstimmiges Buhen“ an Bord des Kreuzfahrtschiffes. Nach Angaben des Meta-Sprechers habe die Besatzung von Zuckerbergs Yacht den Notruf allerdings „zunächst nicht gehört“. Zudem habe die Küstenwache festgestellt, dass sich das Boot „nicht in Not“ befunden habe. „Als die Besatzung den Funkruf der Küstenwache auf einem anderen Funkkanal als dem, auf dem sie gerade sendete, abhörte, war die Rettungsaktion bereits im Gange“, erklärte der Meta-Sprecher nach Angaben des „Alaska Beacon“. Man sei „dankbar, dass alle Beteiligten in Sicherheit sind“. Nach Angaben mehrerer US-Medien handelte es sich bei dem Hilferuf des Motorboots tatsächlich nicht um einen offiziellen Notruf wie „Mayday“, der bei akuter Seenot oder Lebensgefahr über Funk abgesetzt wird. Stattdessen war es eine Bitte um Seehilfe („Marine Assistance Request“). Wenn sich ein Schiff in dringender Not befindet, ist nach internationalem Seerecht jedes andere Schiff in der Umgebung verpflichtet, Hilfe zu leisten, solange dies das eigene Schiff nicht gefährdet. Der Seerechtsexperte Ian Ralby erklärte jedoch gegenüber der US-Nachrichtenagentur Associated Press, dass die Situation in diesem Fall anders gelagert sei und die Besatzung von Zuckerbergs Yacht dieser rechtlichen Verpflichtung nicht unterlag. „Es ist wie der Unterschied zwischen einem Anruf beim Pannendienst und einem Notruf“, erklärte Ralby, der Präsident der gemeinnützigen Organisation Auxilium Worldwide ist. „Wenn man einen Krankenwagen vor Ort braucht, ist das ein Notruf. Wenn man Starthilfe braucht oder das Auto abgeschleppt werden muss, ruft man den Pannendienst an.“

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