Motorrad mit 1,6 Tonnen Zuladung sollte Blumenbeet werden
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Vor Schicksal bewahrt: Motorrad mit 1,6 Tonnen Zuladung sollte Blumenbeet werden
Von: Julius Kolossa
Auf dem Parkplatz von Haus Recke trafen sich am Sonntag 180 Motorräder aus den 1980er-Jahren und älter. Ein Lastenmotorrad von Moto Guzzi wurde vor einem schlimmen Schicksal bewahrt.
Balve/Binolen – Wo sonst Autos parken, drehte sich am Sonntag alles um zwei Reifen und ein Stück Geschichte: Auf dem Parkplatz von Haus Recke war Platz gemacht worden für ein Klassiker-Treffen mit Motorrädern aus den 1980er-Jahren und älter.
Seit 2009 organisiert Karl Aster vom Motorradclub Sauerland das Treffen, und Jahr für Jahr staunen Besucher über Oldies auf zwei Rädern, manche davon mit Beiwagen. Hausherr Uli Vanselow, dem das Anwesen seit Generationen in der Familie gehört, ist selbst begeisterter Biker. „Man braucht Übung“, sagt er über sein Hobby: Etwa 50 000 Kilometer legt er im Jahr auf einem seiner Motorräder zurück.
Zu den auffälligsten Exponaten zählte ein echter Exot: ein Lastenmotorrad von Moto Guzzi, Baujahr 1961. Besitzer Rolf aus Enkhausen hat dieses Gefährt mit seinem Kauf davor bewahrt, im Sauerlandpark Hemer als Blumenbeet genutzt zu werden. Er weiß um die technischen Daten: „1,6 Tonnen Zuladung, 17 PS und fünf Vorwärts- sowie ein Rückwärtsgang.“ Und weiter: „Von 1945 bis 1978 sind insgesamt etwa 38 000 Stück gebaut worden.“
Einst für harte Arbeitseinsätze konzipiert, trug das Modell den passenden Namen „Ercole“ – italienisch für Herkules. Heute ist aus dem Arbeitstier ein Liebhaberstück geworden. Insgesamt waren etwa 180 Motorräder zu bestaunen, die meisten von Besitzern aus dem Hochsauerlandkreis und dem Märkischen Kreis.
Das älteste Modell stammt aus dem Jahr 1926: eine Margnat Debon aus Frankreich, auf die Besitzer Martin Nelskamp aus Arnsberg sichtlich stolz ist. Die 9,5-PS-Maschine hatte er einem Museum in Belgien abgekauft und originalgetreu wieder aufgebaut. Das Motorrad steckt voller Geschichte: Einst wurden damit Lohngelder einer Bank ausgefahren – die dazugehörige Geldkassette ist bis heute montiert.
Zahlreiche Gespräche und Anekdoten
Jedes der Zweiräder war an diesem Tag ein Hingucker, und jeder Fahrer verband mit seiner Maschine eigene Erinnerungen. Entsprechend gerne gingen die Besitzer bei zahlreichen Gesprächen ins Detail. Inhaltlich ging es dabei nicht nur um Technik – auch die eine oder andere Anekdote wurde unter Fans alter Motorräder ausgetauscht.
Passend zu den vielen Geschichten gab es auch Markenvielfalt auf dem Gelände: BMW, Yamaha, Harley Davidson und Suzuki konnten die Motorradfreunde neben den diversen zweirädrigen Raritäten bewundern.