DAX +0,41 % 26.440,31 Pkt 18:00:00 MDAX +0,40 % 32.464,39 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,09 % 6.539,59 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,14 % 68.811,64 Pkt 02:38:50 Gold +1,54 % 4.447,90 USD 02:43:48 Silber +0,68 % 65,43 USD 02:43:52 Brent +0,02 % 88,54 USD 02:42:37 WTI -0,30 % 82,15 USD 02:43:51 Bitcoin -0,03 % 62.810,02 USD 02:53:52 EUR/USD +0,41 % 1,15820 USD 02:53:53 EUR/GBP -0,07 % 0,85430 GBP 02:53:52 EUR/CHF +0,13 % 0,94020 CHF 02:53:53 EUR/JPY +0,15 % 184,161 JPY 02:53:53

Motorrad mit einem großen Problem

Wirtschaft

Mein erster Eindruck: Die ist ja süß. Trotz ihres klobigen Designs wirkt die Honda WN7 fast zierlich, wenn man draufsitzt. Dabei ist sie mit 217 Kilogramm objektiv betrachtet durchaus kein Leichtgewicht. Aber der Vergleich mit anderen E-Motorrädern wie der Zero SR/S oder der Livewire One verschiebt halt die Maßstäbe. Beim Fahren bestätigt sich die gefühlte Leichtigkeit. Mühelos lässt sich die Honda über die Landstraßen am Steinhuder Meer scheuchen. Sattel und Sitzposition sind bequem, die Federung ist allerdings von der härteren Sorte. Beim Beschleunigen zieht einem die WN7 zwar nicht ganz so die Arme lang wie andere E-Bikes, und ab 100 Kilometer pro Stunde wird’s etwas zäh. Aber auf kleinen Straßen macht das Maschinchen zweifellos Laune. Zwischen sämtliche Sättel gesetzt Mit der WN7 hat sich Honda zwischen sämtliche Sättel gesetzt. Einerseits wird sie vor allem als Motorrad für die Stadt, für Pendler, für Neu- und Wiedereinsteiger beworben. Als 11-kW-Version wildert sie im Revier elektrischer Motorroller wie dem BMW C04 oder dem Zero LS1. Und der Akku mit gerade einmal 9,3 kWh lädt nicht zu größeren Touren ein. Andererseits gibt es sie auch in einer offenen Version mit 18 Kilowatt (kW) Dauerleistung, die nur mit „richtigem“ Motorradführerschein bewegt werden darf. Zudem bietet sie eine Gleichstrom-Schnellladung über den Autostandard CCS. Das kann sonst nur die deutlich wuchtigere Livewire One. Wird sie damit doch für längere Strecken interessant? Ein entscheidender Faktor dafür ist der Verbrauch. Ich übernehme die Maschine mit einem Ladestand von 95 Prozent und mache mich auf eine 56-Kilometer-Runde rund um Wunstorf. Die Rekuperation lässt sich angenehmerweise mit zwei dedizierten Tasten unabhängig vom Fahrmodus einstellen. Ich benutze die höchste von drei Rekuperationsstufen und fahre ansonsten im Sportmodus. Wegen einer Baustelle auf der A2 muss der schnelle Etappenabschnitt ausfallen. Das Durchschnittstempo beträgt deshalb gemächliche 50 Kilometer pro Stunde. Eigentlich ideal für einen niedrigen Verbrauch. Einbrechende Ladeleistung An der Ladesäule komme ich mit einem Ladestand von 48 Prozent an. Das entspricht hochgerechnet einem Verbrauch von knapp acht Kilowattstunden auf 100 Kilometern. Das entspricht zwar dem offiziellen Verbrauch nach dem WMTC-Testzyklus, scheint mir aber doch ganz schön viel für so eine kleine Maschine und so eine langsame Testrunde. Ich fahre die Strecke direkt anschließend noch einmal mit meiner Zero SR/S ab und komme damit auf 6,2 kWh/100 km. Und die Livewire One verbrauchte bei einer Vergleichsfahrt im Frühjahr noch einmal weniger als die Zero. Die kleine Honda scheint also ein veritabler Stromsäufer zu sein. Rechne ich meinen Verbrauch hoch, komme ich auf eine Reichweite von nur 120 Kilometern (offizielle Angabe: 140 Kilometern). Aber vielleicht kann die WN7 ja beim Laden ja wieder Boden gutmachen. Eine offizielle Angabe der Ladeleistung finde ich nicht, lediglich widersprüchliche Informationen: von 25 bis 75 beziehungsweise von 20 bis 80 Prozent Ladestand in jeweils 30 Minuten. Was denn nun? In einem Forum berichtet ein Nutzer über eine Ladeleistung von bis zu 24 kW. Damit wäre der Akku in etwas mehr als 20 Minuten von 0 auf 100 geladen. Aber bekanntlich sind solche Spitzenwerte wenig aussagekräftig. Bei meinem Test lädt die Maschine bei bei 20 Grad Außentemperatur und einem Ladestand von rund 50 Prozent immerhin mit 17 kW. Das ist schön. Bei 60 Prozent sind es nur noch zwölf kW. Das ist weniger schön. Und bei 70 Prozent bricht die Ladeleistung auf sechs kW ein. Das ist schlecht. Wozu der Aufwand? Kein Wunder: So etwas wie eine aktive Kühlung ist offenbar nicht vorgesehen. Die Batterie ist komplett verkleidet und (wie der Motor) wassergekühlt. Der Kühler ist etwa so groß wie zwei Bierdeckel. Ein Ventilator ist weder zu sehen noch zu hören. Das anfangs so sympathische Mopped macht mich ratlos. Da spendiert Honda seinem ersten E-Bike schon ein CCS-Ladesystem und eine komplette Wasserkühlung, aber für einen Lüfter reichte es nicht mehr? Wozu soll der ganze Aufwand denn sonst gut sein, wenn nicht für eine vernünftige Ladeleistung? Schade, denn ein handliches E-Bike mit hochwertiger Technik hätte bestimmt seine Marktlücke gefunden. Aber ein hoher Verbrauch in Kombination mit einem kleinen Akku und einer mäßigen Ladeleistung ist keine gute Kombination – und schon gar nicht zu diesem Preis. Für das alltägliche Pendeln in der Stadt würde das Paket zwar funktionieren. Aber will man dafür wirklich knapp 15.000 Euro ausgeben? Für das gleiche Geld bekommt man auch eine Livewire One, und für einige Tausender weniger einen der zahlreichen E-Roller. Honda WN7 Livewire One Zero SR/F Spitzenleistung 50 kW 75 kW 83 kW Drehmoment 100 Nm 114 Nm 190 Nm Batterie 9,3 kWh 15,4 kWh 17,3 kWh Ladeleistung ca. 24 kW (CCS) ca. 18 kW (CCS) 6,6 kW* (Typ 2) Gewicht 217 kg 255 kg 227 kg Preis ab 14.780 € ab 14.790 € ab 23.240 € * gegen 3500 Euro Aufpreis auf bis zu 12 kW aufrüstbar

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