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MTV VMAs 2026 in Los Angeles: Die große Madonna-Show

Unterhaltung

Und natürlich kann man nicht anders, als sofort an den Auftritt von Madonna, Britney Spears und Christina Aguilera zu denken, die 2003 mit dem gleichen Arbeitsauftrag ausgestattet waren und daraus einen der legendärsten Momente der Popkultur machten.

Doch auch dieses Mal, 23 Jahre später, war der Auftritt der 68-Jährigen ikonisch: Breitbeinig auf einem Klavier sitzend, wurde sie zunächst von Carpenter, die die Tasten bediente, bei den ersten Takten des gemeinsamen Hits »Bring Your Love« begleitet. Später tanzten beide gemeinsamen über die Bühne.

Erinnerungen an 1984

Die 68-Jährige stand im Verlauf des Abends weitere Male auf der Bühne, um unterschiedliche Auszeichnungen entgegenzunehmen, insgesamt sieben Stück. Sie wurde unter anderem als Künstlerin des Jahres geehrt, für ihre Zusammenarbeit mit Carpenter bei »Bring your Love« und in Sparten wie Kamera, Tanz und Album für ihr Musikvideo »Confessions II – The Film«.

Sie wolle sich »zunächst bei meinen Fingern bedanken, denn auf die kann ich mich immer verlassen«, sagte Madonna, als sie den »Artist of the Year«-Preis entgegennahm. Anschließend gab sie eine Anekdote über ihren Auftritt bei den allerersten VMAs 1984 zum Besten: Sie sei trotz eines Problems mit ihren Schuhen auf die Bühne gesprungen, »um süß und sexy auszusehen und so zu tun, als wäre das alles so geplant gewesen«, sagte sie. Aber ihr Kleid rutschte hoch »und eine Arschbacke hing raus. Und damals hingen Arschbacken nicht raus«, so die Sängerin. Sie sei von der Bühne gegangen und sei stolz gewesen, die Situation irgendwie gemeistert zu haben. »Aber mein Manager sagte mir, meine Karriere sei vorbei.« Der Mann sei jetzt nicht mehr ihr Manager.

Anschließend räumte Madonna ein, sie habe die vergangenen anderthalb Jahre »damit verbracht, mich selbst zu finden, an mich zu glauben und wirklich die Musik zu machen, die ich machen wollte.« Das sei für sie die Definition eines Künstlers oder einer Künstlerin. An ihre anwesenden Kolleginnen und Kollegen gewandt, ergänzte sie: »Meine Hoffnung für euch alle hier heute Nacht ist, dass ihr das nächste Jahr oder die nächsten zehn Jahre oder den Rest eures Lebens dasselbe tut.«

Tatsächlich erstreckt sich Madonnas Karriere, die mit Hits wie »Holiday«, »Like A Virgin« und »Material Girl« begann, bereits über gut vier Jahrzehnte. Mit insgesamt weit mehr als 300 Millionen verkauften Tonträgern ist die 68-Jährige die kommerziell erfolgreichste Sängerin der Welt. Im zurückliegenden Sommer erschien ihr fünfzehntes Studioalbum »Confessions II«, das in den USA und Großbritannien Platz eins erreichte und es in Deutschland immerhin auf Platz zwei der Charts schaffte.

Gleichwohl gab es auch Kritik: »Diese Performance war visuell atemberaubend, aber sie schien körperlich ziemlich anstrengend für sie zu sein«, hieß es ebenfalls auf Reddit. »Sie sah erschöpft aus«, stellten mehrere User fest. »Nachdem ich das gesehen habe, verstehe ich irgendwie, warum sie nicht mehr so häufig auftritt. Ich glaube, sie ist körperlich einfach nicht mehr dazu in der Lage«, hieß es in einem Kommentar. In einem anderen: »Ich möchte ihr gegenüber fair sein, schließlich ist sie 68 und hat mit einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme zu kämpfen. Und dafür hat sie [...] wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Darauf kann sie stolz sein.«

Der Eindruck entstand womöglich auch, weil die Kamera mehrfach Momente einfing, in denen Madonna deutlich sichtbar nicht synchron zur Musik war. Zeitweise war ihre Stimme zu hören, ihr Mund bewegte sich jedoch nicht. Dass bei derartigen Auftritten, vor allem wenn sie von aufwendigen Tanzeinlagen begleitet sind, der Gesang vom Band kommt, ist üblich. In der Regel achten Künstlerinnen und Künstler jedoch genau darauf, die Lippen passend zu synchronisieren.

Mit über 60 schleppt sich Madonna noch einmal auf den Dancefloor, schrieb SPIEGEL-Kulturautor Andreas Borcholte im Sommer, als Madonnas neues Album herauskam. Lesen Sie hier seine Rezension: »Muss man da mittanzen?«

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