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Muheims Traumtor gegen Hoffenheim lässt Hamburg eskalieren

Sport

Yussuf Poulsen erzielte beim 3:2 (1:1)-Sieg der Hamburger am fünften Spieltag das Führungstor für den HSV (12. Minute), ein Eigentor von Sebastiaan Bornauw bedeutet den Ausgleich (45.+7). Bambasé Conté drehte das Spiel (53.), ehe Terem Moffi (83.) und Miro Muheim doch noch für Hamburger Auswärts-Ekstase sorgten (90.+3).

Hoffenheim musste die Partie in Unterzahl beenden, nachdem Bernardo in der 65. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Durch die Niederlage ist die TSG mit nur drei Zählern nun Vorletzter und steckt tief in der Krise, die Hamburger rücken mit sechs Punkten ins Mittelfeld vor.

Hamburgs Poulsen trifft, Remberg muss raus

Die Partie begann direkt munter, beide Teams suchten ihr Heil in der Offensive, die beste Gelegenheit der Anfangsphase hatte die TSG, als Tim Lemperle nach einer flachen Hereingabe am langen Pfosten einschussbereit heranrauschte, sein Schuss aber in letzter Sekunde vom grätschenden Warmed Omari abgeblockt wurde (4.). Das erste Tor erzielten wenig später die mutigen Gäste: Nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld von Albert Sambi Lokonga rutschte die Kugel durch den gesamten Strafraum, Capaldo brachte den Ball von dort herein, Vladimir Coufal fälschte ihn so ab, dass er vom rechten Pfosten in die Mitte prallte, und dort schaltete Poulsen am schnellsten und staubte zur Hamburger Führung ab (12.).

Die Gastgeber waren um eine schnelle Antwort bemüht, mussten aber aufpassen, den Hamburgern ihrerseits nicht zu früh zu große Räume anzubieten. Den Hanseaten gelang es jedenfalls in der Folge ganz ordentlich, die spielstarke Offensive der Hoffenheimer einigermaßen vom eigenen Tor fernzuhalten und auf schnelle Umschaltmomente zu lauern.

Mitten in das gute Gefühl der eigenen Führung musste HSV-Trainer Merlin Polzin, der schon auf Albert Grönbaek, Patson Daka und Bakery Jatta verzichten musste, die nächsten personellen Rückschläge hinnehmen: In der 38. Minute lagen Kapitän Nicolai Remberg und Topspieler Fabio Vieira beide jeweils nach Zusammenstößen mit Gegenspielern am Boden. Remberg musste mit einer Knieverletzung ausgewechselt werden, Vieira kehrte zur Erleichterung der Hamburger auf den Rasen zurück.

Hoffenheims Conté erzielt zwei Tore - eines davon zählt

Kurz vor der Pause erhöhte die TSG schließlich doch den Druck: Neu-Nationalspieler Conté erzielte in der 45. Minute den vermeintlichen Ausgleich, der Treffer wurde aber korrekterweise nach Ansicht der Videobilder zurückgenommen, Tim Lemperle hatte Omari in der Entstehung mit seinen Stollen den Fuß "gestempelt". Die Führung der Hamburger hielt trotzdem nicht bis in die Kabine: Eine Hoffenheimer Ecke von rechts landete auf Lemperles Kopf, Daniel Heuer Fernandes parierte noch, Asllani stand für den Abstauber bereit, doch Bornauw sprang in rettender Absicht dazwischen, bugsierte den Ball dabei aber mit dem Oberkörper über die eigene Torlinie (45.+7).

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte: Mit Hoffenheimer Druck und einem Treffer. Die Mannschaft von Christian Ilzer kombinierte sich aus der eigenen Defensive völlig ohne Gegnerdruck bis an den Strafraumrand, wo Conté noch einen Gegenspieler aussteigen ließ und den Ball wunderbar flach rechts und unhaltbar im Tor unterbrachte (53.). Diesmal hatte der Treffer bestand - es war der erste für den 23-Jährigen in der Bundesliga. Die Hamburger hatten seit der Remberg-Verletzung große Probleme, überhaupt wieder ein Bein auf den Boden zu kriegen, bekamen dann aber Schützenhilfe von Bernardo: Der bereits verwarnte Verteidiger kam in der 65. Minute mit seiner Grätsche viel zu spät gegen David Möller Wolfe und ließ Schiedsrichter Harm Osmers gar keine andere Wahl, als dem Brasilianer die Ampelkarte zu zeigen.

Muheims Hammer schickt Hoffenheim in die Krise

Die TSG war nun in Unterzahl deutlich weniger dominant, doch zu Chancen kamen die Hamburger trotzdem lange nicht. Erst in der 80. Minute schoss der eingewechselte Otto Stange mit der ersten HSV-Gelegenheit des zweiten Durchgangs das vermeintliche 2:2, doch Osmers beendete den aufbrandenden Jubel im Gästeblock und nahm den Treffer wegen eines Hand- und gleichzeitigen Foulspiels bei Stanges Ballmitnahme zurück - auch das ging in Ordnung.

Aber die Schlussoffensive der Hamburger, sie kam jetzt. Muheim flankte von der linken Seite, Moffi setzte sich in der Mitte clever durch und nickte zum 2:2 ein (83.). Kurz darauf hatte der enteilte Vieira frei vor Oliver Baumann sogar das 3:2 auf dem Fuß, scheiterte aber am TSG-Keeper. Machtlos war Baumann in der Nachspielzeit, als Muheim nach einem Eckball aus dem Rückraum mit seinem Distanzkracher den Hamburger Sieg doch noch perfekt machte. In der HSV-Jubeltraube geriet auch die Remberg-Verletzung kurz in den Hintergrund. HSV-Coach Polzin hatte eine "tolle Energieleistung" seiner Mannschaft "mit viel Leidenschaft, mit viel Kampf in jedem einzelnen Duell und mit dem Glauben, hier bei dieser anspruchsvollen Aufgabe auch bestehen zu können" gesehen.

Hoffenheim in Mönchengladbach, HSV gegen Stuttgart

In Hoffenheim dagegen dürfte der Haussegen nach einem leichtfertig hergeschenkten Sieg ordentlich schiefhängen. "Fußball geht 90 Minuten lang. Wir waren wir in zwei Momenten dann leider nicht da. Zwei Standards, wo wir nicht wach genug waren und das Spiel hergegeben haben. Das ist extrem bitter", meinte Torschütze Conté.

Hoffenheim ist am Sonntagabend bei Borussia Mönchengladbach zu Gast (17.30 Uhr). Der HSV empfängt am Samstagnachmittag den VfB Stuttgart (15.30 Uhr).

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