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Münchens Wasser siegt im grünen Wassernotstand

Nation

Immer wieder werden wir gefragt: Wo bleibt das Positive? Es ist selten geworden. Doch Erfreuliches kommt nun aus München: Die bayerische Landeshauptstadt hat den Wassernotstand besiegt. Jedenfalls kann der grüne Oberbürgermeister Dominik Krause zu seinem Kummer seine Allgemeinverfügung nicht länger aufrechterhalten, nach der die Wassernutzung in der bayerischen Landeshauptstadt eingeschränkt wurde. Die Verfügung sorgte bekanntlich für erhebliches Aufsehen, Krauses Name wurde republikweit bekannt. Die Verbote gelten noch bis einschließlich Samstag, 1. August 2026, und entfallen am 2. August. Auch die Sparanordnung der Stadtwerke München (SWM) für die mitversorgten Umlandgemeinden läuft aus. Als Begründung nennen Stadt und SWM die inzwischen wieder „beherrschbare“ Versorgungslage. Konkrete Zahlen zu Fördermengen, Hochbehälterständen oder technischen Reserven legt München weiterhin nicht vor. Stattdessen arbeitet nun eine gemeinsame Taskforce von Umweltreferat und Stadtwerken an einer Wasserstrategie, heißt es. Geprüft werden Infrastruktur, Wasserrechte und Verbrauchssteuerung. Konkrete Projekte, Termine oder Investitionssummen gibt es nicht, dafür aber vermutlich neue Planstellen. Jetzt verkündet die „Wasser-Taskforce“, viele Münchner würden in den Urlaub fahren, wodurch der Verbrauch von allein zurückginge. Diese Logik lässt sich nur halbwegs sinnvoll deuten mit der Annahme, dass die tapferen Trinkwasser-Taskforcler zu später Stunde im Hofbräuhaus getagt haben. Statt in Infrastruktur zu investieren, hat die drollige Rathaus-Gilde unfreiwillig das ultimative grüne Verwaltungskonzept entdeckt: Infrastrukturpolitik durch Abwesenheit. Der Notstand wird auf die Brennerautobahn gen Süden verschoben. Was passiert, wenn die Urlauber wieder heimkehren, bleibt das Geheimnis der Stadt. Womöglich dient dann eine verordnete Ganzjahresurlaubspflicht der Ressourcenschonung. Ob nun auch der Fischbrunnen vor dem Rathaus, eines der bekanntesten Wahrzeichen des Marienplatzes, wieder aus seinem Brettergefängnis befreit wird, ist bislang nicht bekannt. Er war in diesem Sommer erstmals vom – im doppelten Sinne – grünen Oberbürgermeister stillgelegt und verbarrikadiert worden, als müsse das Rathaus das kostbare Wasser vor den Münchnern schützen. Dabei symbolisiert doch gerade dieser Brunnen mit seinen Figuren die öffentliche Wasserspende der Stadt. Doch da muss nur ein Grüner kommen und schon wird das Wasser knapp. Die „Allgemeinverfügung“ wird also aufgehoben. Das darf man wohl den Sieg des Wassers über den Notstand nennen. Fehlt nur noch der Sieg der Grünen über die Klimakatastrophe. Das sollte ein Leichtes sein.

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