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Münchner Autobauer BMW streicht Managerstellen

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Details nun bekannt: Münchner Autobauer BMW streicht jede fünfte Managerstelle – der Zeitplan

Von: Andreas Höß

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Der Münchner Autobauer will Abteilungen zusammenlegen und so 20 Prozent seiner Manager loswerden. Auch die Ebenen unterhalb sollen schrumpfen.

München – Im Rahmen seines ab Oktober startenden Personalabbaus will BMW jede fünfte Managementstelle streichen. Das kündigte der Dax-Konzern auf einem Kapitalmarkttag an.

Das Sparprogramm bei BMW: Die Münchner wollen Abteilungen zusammenlegen

Demnach plant der Münchner Autobauer, Abteilungen zusammenlegen, und so rund 20 Prozent seiner Bereichsleiter und Manager zu reduzieren. Das wirke sich „im vergleichbaren Umfang auf die darunterliegenden Ebenen aus“, so das Unternehmen. Gleichzeitig skizzierte der neue BMW-Chef Milan Nedeljković seine Strategie, um den Konzern aus der Krise zu führen.

BMW hatte Ende Juli angekündigt, weltweit 8000 Stellen abzubauen. Besonders betroffen: Deutschland, wo etwa 50.000 Mitarbeiter Abfindungsangebote erhalten, um sie zum freiwilligen Abschied zu bewegen. BMW zielt dabei auf Stellen in der Entwicklung und in der Verwaltung – vor allem in der Münchner Zentrale sowie dem Forschungs- und Entwicklungszentrum FIZ mit etwa 25.000 Mitarbeitern.

„Die Organisation in München ist einfach zu groß geworden“, sagte Milan Nedeljković, der seit Mai Chef von BMW ist, bei einem Gespräch mit Journalisten am Mittwoch. Um Kosten einzusparen, sei das Personalprogramm „ein wichtiger Hebel.“ Die Umstrukturierung schaffe auch Freiräume und gliedere den über die Jahre schwerfällig gewordenen Konzern neu. Man brauche wieder „mehr Unternehmergeist“ und „durchgängige Verantwortungsketten“.

Für die bereits stark automatisierte Produktion in den Autowerken gilt das Abbauprogramm dagegen nicht. Die deutschen Werke seien mit dem Hochlauf der gut gestarteten Neuen Klasse gut ausgelastet, sagte Nedeljković. Die Erfolg der neuen BMW-Generation gebe den Münchnern „Rückenwind“. Die Neue Klasse soll zum Jahresende auch in China starten.

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Um dem schärferen globalen Wettbewerb zu begegnen, müsse BMW seine Strukturen und Kostenbasis wettbewerbsfähiger aufstellen, sagte Nedeljković, der seit Mai Chef von BMW ist. „Dabei ist unser Personalstrukturprogramm ein wichtiger Hebel.“ Nedeljković will zudem die Modellpalette straffen, die Zahl der selbstentwickelten Komponenten mittelfristig mehr als halbieren, und speziell zugeschnittene Modelle für China und die USA auflegen. So soll die Gewinnmarge von derzeit ein bis drei Prozent bis 2028 auf drei bis fünf Prozent und bis Anfang der 2030er-Jahre zurück auf acht bis zehn Prozent steigen, wie er ankündigte.

Die deutsche Autobranche steckt seit einiger Zeit in der Krise. Große Konkurrenz und schlechte Verkäufe im riesigen chinesischen Markt lassen die Gewinne einbrechen. VW will deshalb rund 100.000 Stellen streichen, auch andere Hersteller drehen derzeit kräftig an der Kostenschraube und bauen Personal ab. Das gilt auch für BMW, wo der Gewinn zuletzt um ein Drittel eingebrochen ist. Um wieder in China Fuß zu fassen, versuchen europäische Konzerne, gezielter Fahrzeuge für bestimmte Regionen in der Welt zu entwickeln. Verbrenner und E-Autos verkaufen sich rund um den Globus unterschiedlich und die Regeln für autonomes Fahren unterscheiden sich von Land zu Land.

Auch BMW will diese Strategie stärker verfolgen, wie Nedeljković ankündigte. So ist für die USA ein riesiger SUV oberhalb des X7 geplant. Der Autobauer will zudem die bisherige Tuningschmiede Alpina, die BMW seit Anfang des Jahres als eigene Luxusmarke führt, nicht zuletzt in Amerika mit ersten Modellen zwischen dem 7er und der Tochter Rolls Royce positionieren. In Europa sollen nach dem erfolgreichen Start von i3, iX3 und iX5 die nächsten Fahrzeuge der Neuen Klasse genannten Elektrogeneration folgen. Dabei wird es sich um kleinere Einsteigermodelle handeln. Im Gegenzug sollen weniger erfolgreiche Autos wie der 2er Active Tourer nicht weiter produziert werden. Eine Straffung der Modellpalette soll Kosten sparen.

Kein Diesel mehr beim neuen 3er

Nach der Weltpremiere des elektrischen i3 im März in München stellte BMW am Dienstag in Dingolfing den i3 mit Verbrenner vor. Das elektrische Modell wird in München gebaut und bekommt seine Batterien aus Irlbach, der Verbrenner läuft in Dingolfing vom Band. Optisch sieht er aus wie ein Zwilling des i3, nur kleine Details wie der Auspuff verraten, was unter der Haube steckt. Überraschung: Den 3er wird es künftig zwar als Benziner mit vier oder sechs Zylindern geben, auch ein Plug-in-Hybrid soll kommen. Ein Diesel wurde aber nicht angekündigt und ist offenbar auch nicht geplant. „Das ist aber keine Grundsatzentscheidung gegen den Diesel“, sagte BMW-Chef Milan Nedeljković.

Für den schwächelnden Markt in China gibt es ebenfalls Pläne. Dort wird es mehrere gezielt auf chinesische Kunden zugeschnittene neue Modelle geben. Gleichzeitig würden wegen der starken Konkurrenz und dem hohen Kostendruck die Modelle der unteren Mittelklasse dort gestrichen. Mit lokalen Kooperationen mit asiatischen KI-Firmen wie Deepseek, Huawei, Alibaba und Momenta will BMW das Auto in Asien noch mehr zum rollenden Computer machen und dabei die weniger strengen Regeln vor Ort nutzen.

Beim autonomen Fahren arbeiten die Münchner in Asien zum Beispiel mit Momenta aus Peking zusammen, in Europa dagegen mit Qualcomm aus Kalifornien. Um die derzeit nicht ausgelasteten chinesischen BMW-Fabriken besser zu nutzen, will BMW von China aus zudem künftig mehr nach Südost-Asien exportieren. 95 Prozent der in China verkauften Fahrzeuge würden künftig auch in China gebaut, betonte der Konzern.

Daneben will Nedeljković das Unternehmen durch den Einsatz von KI schneller und schlanker machen. Sie soll künftig immer mehr Arbeiten übernehmen – vom Einkauf über Forschung und Entwicklung bis zur Testung, Zertifizierung und dem Verkauf. Dafür wurde unter anderem eine Plattform aufgebaut, in die Daten der BMW-Test der letzten 30 Jahre sowie Forschungsergebnisse aus aller Welt einfließen. Das ermöglicht sogar eine weitgehende Automatisierung in der Erprobung und Freigabe neuer Techniken. In Zusammenarbeit mit der KI-Firma Mistral aus Frankreich können heute zum Beispiel Unfälle simuliert werden, was die Zahl der nötigen Crashtests reduziert und die Entwicklung erleichtert.

Außerdem will BMW den Verkauf seiner Autos ab Mitte 2027 auf einen Direktvertrieb umstellen und mehr auf Zulieferer zugreifen. So soll die Zahl der selbst entwickelten Komponenten bis 2032 mehr als halbiert werden. Mon wolle nicht mehr jedes Sitzgestänge selbst entwickeln, sondern gemeinsam mit Zulieferern pragmatische und trotzdem hochwertige und auf BMW adaptierte Lösungen entwickeln. „Das spart Kosten und macht uns unabhängiger und schneller“, sagte der BMW-Boss. „Am Ende ist es für die Kunden aber der gleiche Sitz, sie werden keinen Unterschied merken.“

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