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Münchner Firma will Europas Satelliten-Netz versechsfachen

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Münchner Firma will Europas Satelliten-Netz versechsfachen – und kann sogar Russlands Schattenflotte aufspüren

Von: Matthias Schneider

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Waldbrände, Schattenflotten, Meeresströme: Münchner Firma OroraTech will Europas Satelliten-Auge massiv ausbauen. Ein Interview.

München – Europa stärkt sein Satelliten-Netzwerk: Die Münchner Firma Ororoatech will dafür mit der französischen Eutelsat zusammenarbeiten. Einen entsprechenden Vertrag haben die beiden Firmen gestern auf dem Internationalen Weltraum-Gipfel in Paris unterschrieben. Die Kooperation gilt als so bedeutsam, dass auch die Forschungsminister Dorothee Bär und Philippe Baptiste kamen. Ororatech-Chef Martin Langer erklärt, was die Satelliten-Partnerschaft bringen soll.

Herr Langer, was genau kann OroraTech?

Viele Satelliten zeichnen nur optische Bilder auf, wir messen Temperaturen. Damit können wir auf sehr großen Flächen die Nadel im Heuhaufen finden: Das können Waldbrände sein, aber auch Schiffe, die ihren Transponder ausgeschaltet haben. Die russische Schattenflotte zum Beispiel. Wir können aber auch anhand von Meeresströmungen Schifffahrtsrouten optimieren oder die Trockenheit in bestimmten Gebieten messen.

Waldbrände in Europa: Satelliten bieten „unschätzbaren Mehrwert für Früherkennung“

Sie bieten bisher vor allem die Erkennung von Waldbränden an. Hat der Waldbrand-Sommer in Europa für mehr Nachfrage gesorgt?

Über die letzten Jahre haben Zahl und Ausmaß von Waldbränden stetig zugenommen, nicht zuletzt durch den Klimawandel. Technologien im All bieten hier einen unschätzbaren Mehrwert für Früherkennung und -bekämpfung. Darum haben wir im Mai in Griechenland hierfür das erste landesweite Satelliten-gestützte System gestartet. Wir sind fest überzeugt: Viele weitere werden folgen. Denn schon heute sind wir auf allen Kontinenten aktiv.

Europa sucht Zusammenhalt

Der Vertrag wurde auf dem International Space Summit in Paris unterschrieben. Prominente Politiker wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron wollen auf dem deutsch-französischen Forum Regeln für die Nutzung des Weltraums vereinbaren, aber auch die europäische Raumfahrtindustrie stärken.

Gerüchten zufolge hat das den Unmut von US-Präsident Donald Trump erregt: Wie Reuters und Politico berichten, hatten die Unternehmen SpaceX und Blue Origin ihre Teilnahme auf Druck des Weißen Hauses kurz zuvor abgesagt. Hinter den Unternehmen stehen jeweils die Milliardäre Elon Musk und Jeff Bezos. Doch auch in Europa verhindern nationale Alleingänge teils Luftfahrt- und Weltraumprojekte: Erst im Sommer wurde das Projekt FCAS, Nachfolger des Kampfjets Eurofighters, aufgrund von Kompetenzstreitigkeiten aufgegeben. Ursache war, dass der französische Konzern Dassault Aviation, Hersteller des Kampffliegers Rafale, einen so großen Teil des Projekts beansprucht hatte, dass andere Partner das Interesse verloren hatten.

Was bringt die Zusammenarbeit mit Eutelsat?

Wir wollen in den nächsten Jahren auf Eutelsat-Satelliten rund 100 unserer Infrarot-Kameras ins All bringen – zusätzlich zu den 20, die wir bereits haben. Bereits heute haben wir das weltgrößte kommerzielle Netzwerk dieser Art – und werden unsere Kapazitäten jetzt nochmal versechsfachen.

Mehr Kameras im All um Lücken zu schließen

Welchen Nutzen haben die zusätzlichen Kameras?

Wir beobachten bereits die ganze Welt, haben aber an manchen Stellen Lücken von zwei, drei Stunden am Tag. Mit den neuen Kameras können wir in Echtzeit Daten liefern, also alle 15 bis 45 Minuten.

Ist das auch für das Militär interessant – etwa um Panzermotoren zu erkennen?

Einen Panzermotor könnten wir nicht erkennen, einen brennenden Panzer oder eben Schiffe aber schon. Wir wachsen heute in beiden Bereichen: kommerziell und institutionell. Die Kooperation mit Eutelsat ist auch bewusst für mehr europäische Souveränität gewählt: Damit können wir garantieren, dass die Daten sicher bei europäischen Firmen verarbeitet und gesendet werden.

Was bedeutet die Kooperation für Ihr Wachstum?

Wir haben unseren Umsatz zwischen 2025 und 2026 verdreifacht und wollen in diesem Tempo weiterwachsen. Dementsprechend soll auch die Zahl unserer heute rund 180 Mitarbeiter in allen Bereichen nochmal kräftig zulegen.

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