Musiker Sandy Davis ist gestorben
1980 kam er nach Deutschland und wollte bloß ein paar Konzerte geben. Doch dann blieb Sandy Davis über 30 Jahre lang – vor allem im Saarland. Hier trat er unzählige Male auf, auf Bühnen und in Kneipen, beim Radio und im Fernsehen, solo und mit Bands. Jetzt ist Sandy Davis, dessen Vorname eigentlich Paul war, im Alter von 78 Jahren gestorben, in der alten Heimat England.
Lange und bunt war seine Karriere. Als 14-Jähriger hört er zum ersten Mal die Beatles bei Radio Luxemburg und weiß, dass er Musiker werden will. Zwei Jahre später gründet er mit Schulfreunden in London seine erste Band – Satan’s Disciples. Als diesen Teufelsschülern und ihrer Beat-Musik der große Durchbruch verwehrt bleibt, nennt sich die Formation fortan Gracious!, wendet sich dem Progressive Rock zu und schafft es ins Vorprogramm der ganz Großen: Yes, The Who und Genesis (damals weit psychedelischer als später mit Phil Collins).
Als er 1980 nach Deutschland kommt, lernt er unter anderem Frank Farian aus dem Saarland kennen, den Erfinder und Produzenten von Boney M., die damals alle Diskotheken des Landes beschallen. Davis schreibt an Texten für ein Album mit und singt im Hintergrundchor, Farian ist begeistert von dem Engländer: Sogar eine gemeinsame „Sandy Davis & Frank Farian“-Single ist geplant, wie Davis auf seiner Facebook-Seite nach Farians Tod schrieb; aber das Projekt wird letztlich nicht realisiert. Davis ist aber 1985 bei Farians Gruppenprojekt „Far Corporation“ dabei, bei dem unter anderem Liz Mitchell von Boney M., John Lees von Barclay James Harvest und auch Stephan Remmler von Trio hinter dem Mikro stehen.