Mutmaßlicher Nord-Stream-Saboteur in Kroatien festgenommen
Im kroatischen Pula ist am Mittwochmorgen ein weiterer mutmaßlicher Saboteur der Nord-Stream-Pipelines festgenommen worden. Das teilte der Generalbundesanwalt (GBA) am Mittwoch mit. Demnach wurde der ukrainische Staatsangehörige Vladimir Z. auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls von der kroatischen Polizei festgenommen. Z. wird des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Zerstörung von Bauwerken beschuldigt. Der ausgebildete Taucher soll laut GBA zu der Gruppe von insgesamt sieben Personen gehören, die beschuldigt wird, im September 2022 nahe der dänischen Insel Bornholm Sprengsätze an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 angebracht zu haben. Drei von vier dortigen Gasleitungen wurden zerstört. In einem riskanten Manöver sollen die Saboteure dafür von einer Segelyacht mittels Tauchgängen in rund 80 Metern Tiefe militärisch verwendbare Hochleistungssprengstoffe angebracht haben. Z. soll sich laut GBA an den Tauchgängen beteiligt haben. F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen Die Yacht charterten sie wohl bei einem deutschen Unternehmen Die Yacht mit Namen „Andromeda“ sollen die Saboteure in Rostock mit Hilfe gefälschter Ausweispapiere über Mittelsmänner bei einem deutschen Unternehmen gechartert haben. Auf dem Boot fanden sich später DNA-Spuren und Fingerabdrücke der mutmaßlichen Saboteure sowie Reste des Sprengstoffs. Der Beschuldigte Z. soll zuvor zweimal den deutschen Fahndern entkommen sein. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf Sicherheitskreise. Im Sommer 2024 versuchten demnach deutsche Ermittler, seine Festnahme in Polen zu erwirken, doch floh er damals in die Ukraine. Die Flucht soll Berichten zufolge im Auto des ukrainischen Militärattachés erfolgt sein. Nachdem der Beschuldigte später nach Polen zurückgekehrt war, wurde er von den polnischen Behörden festgenommen, ein Gericht lehnte jedoch seine Auslieferung ab und hob seine Untersuchungshaft auf. Vor rund einem Jahr war auf Betreiben des GBA der mutmaßliche Anführer der Gruppe auf dem Segelboot, der Ukrainer Serhij K., festgenommen worden. K. war beim Urlaub in Rimini festgenommen worden, offenbar hatte er sich sicher vor einer Auslieferung gefühlt. Gleiches galt nun offenbar auch für Z., der im kroatischen Urlaubsort Pula festgenommen wurde. K. sitzt in Hamburg in Untersuchungshaft, Ende Juni hatte der GBA Anklage gegen ihn erhoben, diese hat das Gericht aber noch nicht zugelassen. Mutmaßlich kommt es nun zu einem gemeinsamen Verfahren gegen K. und Z. vor dem Hamburger Oberlandesgericht.