Mutmaßliches Geheimtreffen im Oman: USA verhandeln mit Huthi-Miliz, die sie selbst als Terroristen einstuften
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Mutmaßliches Geheimtreffen im Oman: USA verhandeln mit Huthi-Miliz, die sie selbst als Terroristen einstuften
Von: Lara Hempel
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Die USA sollen heimlich mit Huthi-Vertretern gesprochen haben, kurz nachdem die Miliz die gesamte Westküste des Jemens unter Kontrolle gebracht hatte.
Der Iran-Krieg hat die Gewichte im Nahen Osten verschoben. Saudi-Arabien, seit Jahrzehnten einer der engsten arabischen Partner der USA, sieht sich mit einer erstarkten Huthi-Miliz konfrontiert – und soll dabei auf wenig Rückhalt aus Washington stoßen. Gleichzeitig sollen US-Vertreter heimlich ihre eigenen Interessen gegenüber genau dieser Miliz besprochen haben.
Fünf anonyme Quellen berichteten der Nachrichtenagentur Reuters, dass sich US-Vertreter am vergangenen Wochenende in Muscat mit ranghohen Huthi-Funktionären getroffen haben sollen: darunter Mohammad Abdulsalam, ein unter US-Sanktionen stehender Funktionär, sowie Abdelmalik al-Ajri. Das Treffen soll in der US-Botschaft stattgefunden und von der omanischen Regierung vermittelt worden sein. Ein Sprecher des US-Außenministeriums wollte das Treffen auf Anfrage von Reuters weder bestätigen noch dementieren.
Huthi von USA eingestuft als Terrororganisation – und dennoch Gesprächspartner
Die Trump-Administration hatte die Huthi-Miliz im März 2025 offiziell als Terrororganisation eingestuft, womit jede Unterstützung für die Gruppe unter Strafe gestellt wurde. Dennoch verhandelte Washington bereits im Mai 2025 mit der Gruppe über einen Waffenstillstand, nachdem die USA die Miliz zwei Monate lang bombardiert hatten. Nun soll es erneut Kontakt gegeben haben.
Laut zwei Quellen sollen die Huthi-Vertreter bei dem Treffen zugesichert haben, keine amerikanischen Schiffe anzugreifen und den Waffenstillstand von 2025 einzuhalten. Eine jemenitische Quelle berichtete zudem, die Miliz habe erklärt, auch israelische Schiffe und kommerzielle Vessels zu verschonen, mit Ausnahme saudischer.
Hintergrund des Treffens ist vermutlich die blitzartige Huthi-Offensive der vergangenen Woche. Die Miliz überrannte saudi-gestützte Kräfte. Dabei nahm sie den historischen Hafen von Mocha ein und besetzte die Insel Perim in der Meerenge Bab al-Mandab, dem strategischen Nadelöhr zum Roten Meer. Sicherheitsexperte Hans-Jakob Schindler erklärte gegenüber ZDFheute den strategischen Vorteil: „Wenn die Huthi auf dieser Inselgruppe sind, können sie eben links oder rechts mit wenig Abstand Schiffe beschießen.“ Allein ihre Präsenz reiche aus, um den globalen Schiffsverkehr und Welthandel signifikant zu beeinträchtigen, denn das Risiko treibe bereits Versicherer und Reedereien in die Flucht.
Kronprinz Mohammed bin Salman soll Trump laut dem Bericht in einem Telefonat um militärischen Beistand gegen die Huthi-Offensive gebeten haben, was Washington offenbar ablehnte. Das Verhältnis zwischen beiden Ländern ist laut einem Bericht der New York Times ohnehin belastet: Als die USA im Mai ihre Operation „Project Freedom“ starteten, einen Geleitschutz für Handelsschiffe durch die Straße von Hormus, fühlte sich Riad von Washington übergangen. Saudi-Arabien verweigerte den US-Luftstreitkräften daraufhin den Überflug, woraufhin die Operation nach rund 36 Stunden vorübergehend pausiert werden musste.