Mutter wollte Kinder in Supermarkt anzünden - Freispruch
Stand: 13.08.2026 13:34 Uhr Eine Mutter soll in einem Bremer Supermarkt sich selbst und ihre beiden Kinder mit Spiritus übergossen haben. Sie war unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt. Nun wurde die 40-Jährige freigesprochen. Das Gericht ist überzeugt, dass die Mutter zum Tatzeitpunkt im Januar schwer psychisch krank und damit schuldunfähig war. An der Tat gebe es keinen Zweifel, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Bremen am Donnerstag. Die 40-Jährige habe selbst detailliert erzählt, was in dem Bremer Supermarkt passiert ist. "Die Angeklagte hat uns wirklich in ihre damalige Gefühlswelt mitgenommen", so der Richter. Dem Urteil zufolge darf sie demnach eine psychiatrische Klinik verlassen und zu ihren Söhnen zurückkehren. Eine weitere Unterbringung in der Klinik wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Mutter wollte Söhne anzünden Mit dem Urteil folgte das Gericht der Einschätzung von Staatsanwaltschaft und Verteidigerin. Die Staatsanwaltschaft hatte der 40-jährigen Frau unter anderem versuchten Mord vorgeworfen. Sie soll am 16. Januar in einem Bremer Supermarkt zunächst den Spiritus getrunken und dann über sich selbst und ihre Söhne gegossen haben. Als sie versucht haben soll, ihre Kinder anzuzünden, gelang es Zeugen, ihr das Feuerzeug abzunehmen. Einer der Jungen konnte sich losreißen. Die Kinder im Alter von vier und acht Jahren erlitten nach Angaben des Gerichts Augenreizungen und Hautrötungen. Bei einem der Jungen verursachte der Spiritus Blasen im Genitalbereich, weshalb er operiert werden musste. Bleibende körperliche Schäden trug er aber nicht davon. 40-Jährige litt unter psychotischer Störung Laut Gericht litt die Frau damals unter einer Depression und einer psychotischen Störung. Sie sei manisch gewesen und davon überzeugt, dass ihre Söhne prostituiert werden sollen. Die 40-Jährige habe nicht erkannt, dass sie ihre Kinder in Lebensgefahr brachte, hieß es vom Gericht. Vielmehr habe sie mit der Tat für Aufmerksamkeit sorgen wollen, damit ihre Söhne vor dem vermeintlichen Schicksal geschützt werden. "Keiner kann etwas für Krankheit und niemand sucht sich das freiwillig aus", sagte der Vorsitzende Richter. Die Mutter war seither in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Familie soll engmaschig begleitet werden Der Zustand der 40-Jährigen habe sich inzwischen aber so verbessert, dass sie nun zunächst in einer Tagesklinik und später ambulant behandelt werden soll, teilte das Landgericht mit. Danach sollen das Jugendamt sowie die Bewährungs- und Führungshilfe die Angeklagte und ihre Familie begleiten. "Wir haben keinen Zweifel daran, dass die Angeklagte ihre Söhne über alles liebt", sagte der Vorsitzende Richter. "Auch die Söhne möchten ihre Mutter zurück in ihrem Leben haben." Das "dichte Kontrollnetz" solle verhindern, dass die 40-Jährige ihre Kinder oder andere erneut in Gefahr bringt.