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MV-Trend: SPD verkürzt Rückstand zur AfD, CDU rutscht weiter ab

Nation

Stand: 03.09.2026 06:00 Uhr

Zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl holt die SPD weiter auf. Nach einer Umfrage von infratest dimap im Auftrag des NDR kommen die Sozialdemokraten auf 32 Prozent. Sie liegen damit nur noch drei Punkte hinter der AfD.

Eine Analyse von Stefan Ludmann

Die Aufholjagd der regierenden SPD und ihrer Spitzenkandidatin, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, geht weiter: Im Vergleich zur Juli-Umfrage legen die Sozialdemokraten drei Punkte zu. In der heißen Phase des Wahlkampfs rückt die SPD damit weiter an die AfD heran. Die Fokussierung auf Spitzenkandidatin Schwesig und ihren Amtsbonus scheint sich auszuzahlen.

SPD holt in Umfragen auf

Vor einem Jahr sah der Zweikampf noch ganz anders aus. Die SPD lag damals mit 19 Prozent abgeschlagen fast 20 Punkte hinter der AfD. Die bleibt in der aktuellen Umfrage zwar stärkste Kraft, verliert aber einen Punkt und verharrt bei Mitte 30 Prozent. Platz drei geht erneut an die Linke, die ebenfalls einen Punkt einbüßt und auf 11 Prozent kommt.

CDU droht historisches Tief

Ein historisches Tief droht der CDU. Sie erreicht einen Umfragewert von 8 Prozent - es wäre für die Christdemokraten ein neuer Tiefstand nach der Niederlage bei der Landtagswahl 2021. Damals kamen sie auf 13,3 Prozent.

Auch deutschlandweit droht der CDU das schlechteste Ergebnis bei einer Landtagswahl. 1951 holte die CDU in Bremen 9,0 Prozent, der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, der bis 2021 noch die Kanzlerin stellte, könnte diese Marke unterbieten.

Grüne müssen um Einzug bangen

Eine Zitterpartie bleibt der Wahlausgang für die Grünen. Laut Umfrage können sie auf 5 Prozent hoffen. Das würde den Wiedereinzug in den Landtag sichern. Das BSW allerdings steht vor einem Scheitern. Mit 4 Prozent würde das Bündnis unterhalb der Sperrklausel bleiben und es nicht in den Landtag schaffen.

Umfrage kein Zeichen für Wechselstimmung

Laut Infratest dimap zeichnet sich keine Wechselstimmung ab. Im Gegenteil: Die Werte der rot-roten Landesregierung verbessern sich leicht. 56 Prozent sagen, die SPD sollte die nächste Landesregierung führen, nur 31 Prozent bevorzugen die AfD. Bei einer Direktwahl des Regierungschefs würden sich 60 Prozent für Schwesig entscheiden, nur 25 Prozent für ihren Herausforderer Leif-Erik Holm von der AfD.

Regierungsparteien dominieren im Beliebtheitsranking

Im Beliebtheitsranking liegen die Spitzen der Regierungsparteien deutlich vorn: 57 Prozent sind zufrieden mit Regierungschefin Schwesig, ein Plus von 4 Punkten. Zulegen konnte auch Simone Oldenburg (Die Linke). Keine Bewegung zeigt sich dagegen bei Enrico Schult von der AfD und CDU-Chef Daniel Peters. Seine Wahlkampagne, die auf die Mitte setzt und sich als Pol zwischen SPD und AfD verkauft, scheint nicht zu zünden.

Rot-rot-grüne Koalition rechnerisch möglich

Nach den Umfrage-Zahlen würde die amtierende rot-rote Landesregierung zwar ihre Mehrheit verlieren. Allerdings könnten beide Partner weiter regieren - in einer rot-rot-grünen Koalition. Für die AfD und ihr Ziel einer Alleinregierung würde es nicht reichen. Mit gut einem Drittel Zustimmung würde die in Teilen rechtsextreme Partei die Mehrheit nicht schaffen. Ihr Landtagswahlergebnis von 2021 würde die AfD dennoch verdoppeln - als stärkste Kraft im Landtag hätte sie deutlich größeren Einfluss. Sie könnte Untersuchungsausschüsse beantragen und die Wahl von Verfassungsrichtern blockieren. Formal stünde ihr der Posten des Landtagspräsidenten zu - allerdings scheint fraglich, ob sie dafür die nötige Mehrheit bekommt.

Bildung und Schule wichtigstes Problem

Größtes Problem für die Menschen ist weiter der Bereich Bildung und Schule. Die beiden Themen Wirtschaft und Zuwanderung rangieren mit Abstand dahinter. Die Job-Frage gewinnt an Bedeutung, das Thema "Arbeitslosigkeit" belegt Platz 4. Laut Umfrage gewinnt die SPD wieder Vertrauen bei den Wählerinnen und Wählern. 27 Prozent sagen, sie könne die wichtigsten Aufgaben im Land lösen.

Gleichauf liegt die AfD, im Juli hatte sie noch einen Zwei-Punkte-Vorsprung. Die anderen Parteien folgen mit deutlichem Abstand. Der Anteil der Menschen, die kein Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der Partei haben, ist wieder gestiegen - er liegt bei 26 Prozent.

Unzufriedenheit mit der Bundesregierung

Die Umfrage fördert auch eine komplett unterschiedliche Sicht auf die Landes- und Bundesregierung zutage. Während eine Mehrheit mit der Arbeit der rot-roten Landesregierung zufrieden ist, liegen die Werte für die schwarz-rote Bundesregierung deutlich im Keller. Nur elf Prozent sind zufrieden, 86 Prozent sind es nicht.

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