N64-Klon von Oculus-Gründer gestartet: Was „M64“ technisch alles bietet
Die Retrokonsole M64 ist am 28. Juli offiziell gestartet und kommt als Nachbau des Nintendo 64 in einem semitransparenten Gehäuse in vier unterschiedlichen Farben auf den Markt. Weiterlesen nach der Anzeige Das Gerät soll das ursprüngliche Spielgefühl möglichst originalgetreu wiedergeben, unterstützt dank moderner Hardware aber auch höhere Auflösungen sowie einen Overclocking-Modus für eine stabilere Bildrate. Im Inneren arbeitet ein AMD Artix UltraScale+ FPGA in 16-Nanometer-Technik. Dank eines lüfterlosen Kühldesigns soll die Konsole dabei vollständig geräuschlos arbeiten. Unterstützt werden originale Nintendo-64-Module aus allen Regionen sowie die ursprünglichen Controller. Alternativ kann man moderne, kabellose Alternativen wie die 8BitDo-64-Controller oder ModRetros eigenen N64-Nachbau, den M64 Pro Controller im klassischen Dreizack-Design, kaufen. Er funktioniert mit und ohne Kabel und kommt in den gleichen Farben wie die Konsole, wird jedoch separat verkauft. Das Expansion Pak und das Controller Pak sind bereits in das M64 integriert und müssen nicht separat eingesetzt werden, Transfer-Pak-Unterstützung soll später folgen. Wie beim Original lassen sich bis zu vier Controller gleichzeitig für einen lokalen Mehrspieler-Splitscreen anschließen. Das Spieltiming und die Audioausgabe sollen denen der Originalkonsole entsprechen. Für moderne Fernseher bietet das M64 eine HDMI-Ausgabe mit 720p, 1080p, 1440p oder 4K bei 60 Bildern pro Sekunde sowie optionale Scanline- und CRT-Filter. Optional wird sich die Retrokonsole über einen für Ende des Jahres angekündigten Adapter auch an alte Röhrenfernseher anschließen und dort mit den für CRTs typischen analogen Bildsignalen und Auflösungen betreiben lassen. Neben dem HDMI-Ausgang und Controlleranschlüssen besitzt das M64 zwei USB-Anschlüsse für Zubehör, einen USB-Stromanschluss sowie einen MicroSD-Kartensteckplatz. Eine Speicherkarte mit 16 GByte ist vorinstalliert. Noch nicht alle Spiele laufen problemlos Zum Marktstart werden noch nicht alle N64-Spiele vollständig unterstützt. In seiner Kompatibilitätsdatenbank nennt ModRetro derzeit 16 Titel, bei denen noch Probleme auftreten und deren Unterstützung verbessert werden soll, darunter Klassiker wie Donkey Kong 64, Perfect Dark und Jet Force Gemini. Weiterlesen nach der Anzeige Das M64 soll nicht auf die Wiedergabe alter Spiele beschränkt bleiben. Zum Marktstart bietet ModRetro vier separat erhältliche Modulspiele an, darunter Neuveröffentlichungen, Sammlungen und Umsetzungen bereits erschienener Titel. Künftig sollen Dutzende neue Spiele und Remaster folgen. Dafür finanziert ModRetro Solo-Entwickler bei neuen Titeln und arbeitet mit größeren Studios an Neuauflagen älterer Spiele. Im Online-Shop lassen sich zahlreiche europäische Länder als Lieferziel auswählen, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Europreise liegen bei 249,95 Euro für das M64 und 97,95 Euro für den M64 Pro Controller. Aufgrund der hohen Nachfrage weist ModRetro derzeit auf eine Bearbeitungszeit von bis zu zwei Wochen hin, bevor die Bestellung versendet wird. Von VR-Brillen und Rüstung zu Retrokonsolen Hinter ModRetro steht Palmer Luckey, der 2009 zunächst ein gleichnamiges Forum für Modding älterer Spielkonsolen gründete. Bekannt wurde er später als Gründer des VR-Start-ups Oculus, das 2014 von Facebook gekauft wurde. Heute leitet Luckey das US-Rüstungsunternehmen Anduril. Seine langjährige Begeisterung für Hardware-Modding prägt auch ModRetro, das 2024 mit dem FPGA-Handheld Chromatic sein erstes kommerzielles Produkt veröffentlichte. Das Gerät unterstützt originale Game-Boy- und Game-Boy-Color-Module, mit dem M64 folgt nun die zweite Hardwareplattform des Unternehmens. Wie sich das M64 im Vergleich zum bereits erhältlichen und preislich ähnlich positionierten N64-Nachbau Analogue 3D schlägt, müssen unabhängige Tests zeigen. Einen prominenten Fürsprecher hat ModRetro bereits im ehemaligen Präsidenten von Nintendo of America, Reggie Fils-Aimé, der die neue Retrokonsole auf X als „fantastisch“ bezeichnete.