Nach 46 Jahren! ZDF stellt „Ein Fall für zwei“ ein
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Mainz – Ein Stück TV-Geschichte ist plötzlich am Ende. Das ZDF stellt seine traditionsreiche Freitagskrimi-Serie „Ein Fall für zwei“ ein. Die letzte Staffel (vier Episoden) soll im kommenden Jahr ausgestrahlt werden, wie es von dem öffentlich-rechtlichen Sender in Mainz heißt. Anschließend werde ein 90-minütiger Spielfilm, der 2027 gedreht werden soll, „die Geschichte zu einem würdigen Abschluss führen“. Das Format gibt es mit wechselnden Besetzungen seit 1981. Darum geht’s: In der Buddy-Krimiserie „Ein Fall für zwei“ spielt Wanja Mues (52) den Privatdetektiv Leo Oswald und Antoine Monot (51) den Rechtsanwalt Benni Hornberg. Die beiden sind recht gegensätzlich, aber dennoch ziemlich beste Freunde. Privatdetektiv Oswald ist stets im Auftrag von Anwalt Hornberg im Einsatz. Die gemeinsamen Ermittlungsergebnisse versetzen dann Staatsanwältin Claudia Strauss (Bettina Zimmermann) regelmäßig in Erstaunen. Schon im September kommt die vorletzte, zwölfte Staffel des aktuellen Teams, das seit 2014 im Einsatz ist, ins ZDF-Programm – bevor dann nächstes Jahr die 13. Staffel und das Ende nahen. ZDF: Entscheidung „nach reiflicher Überlegung“ „‚Ein Fall für zwei‘ hat den ZDF-Freitagskrimi über mehr als vier Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt und Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern begleitet. Umso schwerer fällt nach reiflicher Überlegung die Entscheidung, die Reihe zu beenden“, teilt das ZDF mit. Das Format des Freitagskrimis soll es „mit einer stärkeren Fokussierung auf wenige Formate“ weiterhin geben. „Tut mir leid für die vielen Millionen Fans“ Hauptdarsteller Mues zum Ende: „Ein großes Kapitel deutscher Fernsehgeschichte findet sein Ende. Das tut mir leid für die vielen Millionen treuer Fans, die uns am Freitagabend regelmäßig begleitet haben.“ Antoine Monot: „Unser ganz persönlicher ‚Fall für Mues und Monot‘ ist noch lange nicht vorbei: Wir stehen gemeinsam mit dem Live-Hörspiel Pater Brown auf der Bühne und drehen 2027 den 90-Minüter ‚Ein Fall für zwei‘, der dann als Abschluss im ZDF ausgestrahlt wird. Darauf freuen wir uns.“ 1981 lief die erste Folge Die erste „Ein Fall für zwei“-Folge flimmerte am 11. September 1981 über die Bildschirme. In „Die große Schwester“ war der spätere Privatdetektiv Josef Matula (Claus Theo Gärtner) noch als Frankfurter Polizeibeamter zu sehen, der bei einer Aussage vor Gericht auf seinen späteren Partner, Rechtsanwalt Dieter Renz (Günter Strack), trifft. Ebenjener Matula prägte die Freitagabend-Krimiserie wie kein Zweiter – das zerfurchte Gesicht, die tiefe Stimme, Lederjacke und Zigarettennebel zählten zu seinen Markenzeichen. Gärtner alias Matula war mehr als drei Jahrzehnte dabei, während die Anwälte, die ihm die Ermittleraufträge zuschanzten, immer wieder wechselten. Mit Gärtners Ausscheiden nach 300 Folgen im Jahr 2013 ging dann eine ganze Ära zu Ende. 2014 wurde das Format wiederbelebt. Das ZDF sprach trotz desselben Titels von einer „vollkommen neue Serie“. Seit Mai 2014 bis heute (Juli 2026) gab es 46 Folgen der Kumpel-Serie mit Monot und Mues in den Hauptrollen. Freitagskrimi soll bleiben Zum Freitagskrimi gehörten einst Serien wie „Der Kommissar“ und „Derrick“, aber auch „Siska“ und „Der Staatsanwalt“. Der letzte ZDF-Traditionskrimi, der bis heute überlebt hat, ist die seit 1977 in München spielende Serie „Der Alte“. Seit 2012 wird die ebenfalls in München spielende Krimiserie „Die Chefin“ ausgestrahlt. Erst seit Anfang 2026 gibt es die im Dreiländereck am Bodensee spielende Serie „Mordufer“. Die neue Serie soll den Freitagskrimi und „das bislang vorherrschend urbane Krimiangebot“ des ZDF „um eine landschaftlich geprägte Facette“ erweitern.