Nach AfD-Erfolg: Demonstration in Hamburg gegen Rechtsruck
Stand: 07.09.2026 06:15 Uhr
In der Innenstadt haben laut Polizei am Sonntagabend rund 1.500 Menschen gegen einen Rechtsruck und Faschismus demonstriert. Anlass war der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt. Sie zogen vom Jungfernstieg aus einmal durch die Innenstadt. Dabei ging es auch an den Büros der Hamburger AfD vorbei.
Mit Kreide hinterließen die Demonstrierenden ihre Botschaften an die AfD an der Straße vor dem Büro der Partei. Sie schrieben zum Beispiel "Die Menschenwürde ist unantastbar" oder "Nie wieder ist jetzt". Aufgerufen zu der Demo hatte das Hamburger Bündnis gegen Rechts.
Es kamen mehr als angemeldet
Ursprünglich waren 500 Teilnehmende angemeldet, es kamen aber deutlich mehr. Am Ende zählte die Polizei 1.500 Demonstrierende. Sie versammelten sich kurz nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen an der Reesendammbrücke. Von dort zogen sie durch die Innenstadt - und am Ende über die Mönckebergstraße wieder zum Reesendamm.
Ursprünglich sollte es auf dem Rathausmarkt eine Abschlusskundgebung geben, doch weil die AfD-Fraktion eine Fraktionssitzung anberaumt hatte, galt die Bannmeile. Insgesamt verlief die Demo laut der Polizei friedlich. Vereinzelt zündeten Demonstranten aber Bengalos.
Sprecher Malte Peters vom Bündnis gegen Rechts hatte bereits im Vorfeld erklärt: "Wenn die Gefahr von rechts wächst, darf die Antwort darauf nicht Schweigen oder Resignation sein. Der antifaschistische Widerstand muss stärker und sichtbarer werden."
Demo als Zeichen der Solidarität
Die Demonstration in Hamburg solle zugleich ein Zeichen der Solidarität mit all jenen Menschen setzen, die in Sachsen-Anhalt unmittelbar von einem weiteren Rechtsruck betroffen wären. Dazu zählten Geflüchtete, zivilgesellschaftliche Projekte sowie Antifaschistinnen und Antifaschisten, die sich vor Ort gegen rechte Strukturen engagieren.
Das Hamburger Bündnis gegen Rechts ist nach eigenen Angaben ein breites Bündnis aus Hamburger Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen, die sich gemeinsam gegen Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und die extreme Rechte engagieren.